Camping-Realität

Wie alltagstauglich sind Autodachzelte wirklich?

Österreich
19.06.2025 06:00

Drei Tage, ein Campingplatz in Wien, zwei Autodachzelte und ein Kofferraum voller Equipment: Wir haben zwei beliebte Autodachzelte unter die Lupe genommen, die Outdoor-Anfängern und Glamping-Liebhabern das Leben leichter machen sollen. Ein Dachzelt-Härtetest bei 30 Grad und Schauer-Alarm – hier kommt unser ehrlicher, alltagstauglicher Check, mit Geduld, Schweiß und echtem Camping-Feeling.

Dachzelt‑Content flutet jetzt im Sommer wieder die Feeds auf Social Media– aber was bleibt davon übrig, wenn man zu zweit bei 30 Grad, möglichen Regenschauern und mit dem Autodachzelt auf dem MiCampa‑Campingplatz Wien Donau steht – ohne genau zu wissen, was einen erwartet und ob unsere Autodachzelte und Camping-Produkte den Test bestehen?

Autodachzelte im Preis-Leistungs-Verhältnis
Wir haben unter anderem zwei gängige Autodachzelt-Modelle getestet: das Dachzelt Track von der österreichischen Marke Horntools und das Feather-Lite Dachzelt von Front Runner, montiert auf einem Suzuki Jimny mit einem Quick Release Befestigungskit ebenfalls von Front Runner.

Die Montage? Eher was für Leute mit Geduld, Werkzeug – und einem kühlen Getränk in Griffweite. Beide Zelte lassen sich mit den mitgelieferten Platten und Schrauben fixieren, allerdings nicht ohne ein bisschen Schweiß und Gefluche.

Autodachzelt von Horntools
Autodachzelt von Horntools(Bild: Irina Stöckl)
Montage des Autodachzelts von Horntools
Montage des Autodachzelts von Horntools(Bild: Irina Stöckl)
Unterstützung bei der Montage aus der Krone-Onlineredaktion
Unterstützung bei der Montage aus der Krone-Onlineredaktion(Bild: Irina Stöckl)
Montage des Autodachzelts von Front Runner
Montage des Autodachzelts von Front Runner(Bild: Irina Stöckl)

Ultraleichtes Front Runner Dachzelt
Der erste Eindruck vom Front Runner Dachzelt: ultraleicht, schnell montiert – na ja, „schnell“ ist relativ. Denn Montage heißt: Schraubenzieher raus, fluchen, schwitzen, Leiter montieren und hoffen, dass man in der Anleitung nichts übersehen hat.

Aber wenn's mal steht, sehen beide Autodachzelte sehr gut aus. Die Matratzen sind beide groß genug für zwei. Vor allem wirkt das Front Runner Zelt insgesamt luftig und leicht. Ein Pluspunkt: das Fenster oben an der Decke – richtig romantisch, wenn's nicht regnet. Aber – und das war doch auffällig – drinnen war's ein bisserl wacklig. Vor allem beim Reinklettern.

(Bild: Irina Stöckl)
Innenraum vom Autodachzelt von Horntools
Innenraum vom Autodachzelt von Horntools(Bild: Irina Stöckl)
(Bild: Irina Stöckl)
(Bild: Irina Stöckl)

Nicht dramatisch, aber spürbar. Wenn man das öfter auf- und abbaut, weiß man irgendwann, wie man es stabiler hinbekommt. Fürs erste Mal aber eher was für Geduldige. Dafür fühlte sich die Leiter beim Horntools-Zelt stabiler an, was bei nächtlichem Abstieg definitiv ein Pluspunkt ist.

Besonders bei windigem Wetter hielten beide Zelte souverän stand. Klar: kein Schnäppchen bei 1200 Euro, aber wer regelmäßig campt, bekommt hier solide Qualität mit einfacher Handhabung.

Fahrverhalten im Test
Im Fahrverhalten zeigten sich Unterschiede: Das zusammengefaltete Zelt von Front Runner wirkte in Bewegung ein bisschen wackliger, vor allem in Kurven. Vielleicht Geschmackssache – aber spürbar. Optisch passte das Horntools-Zelt besser zum Jimny – wirkt kompakt und clean.

Fazit mit Augenzwinkern:
Wer denkt, Dachzelt-Camping sei einfach, Zelt aufzuklappen und Füße hoch – wird spätestens bei der Montage eines Besseren belehrt. Komfort kommt, aber erst nach Muskelkater und ein paar Montage-Flüchen. Für spontane Trips kann es trotzdem was.

Den mobilen Pizzaofen haben wir im zweiten Artikel genauer unter die Lupe genommenn.
Den mobilen Pizzaofen haben wir im zweiten Artikel genauer unter die Lupe genommenn.(Bild: Irina Stöckl)

Übrigens: Im zweiten Testartikel zeigen wir euch alle Camping-Gadgets im Detail – unter anderem haben wir einen mobilen Pizzaofen, ultraleichte Campingstühle und sogenannte Trek´N Eats ausprobiert. Ob die Teile bei 30 Grad funktionieren und ob die Pizza etwas geworden ist – das verraten wir euch im nächsten Artikel.

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