HEAL als neues Konzept

„Gesundheit lässt sich nicht herunterladen“

Ein internationales Konsortium mit 64 Fachleuten fordert einen grundlegenden Wandel im Gesundheitswesen. Ziel ist es, die weltweit zunehmende Belastung durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes einzudämmen: „Nicht mehr Behandlung, sondern mehr Prävention und Gesundheitsbildung retten Leben.“

Kern des modernen Konzepts ist „HEAL (Healthy Eating & Active Living)“, also die Kombination aus überwiegend pflanzlicher Ernährung und regelmäßiger Bewegung, idealerweise täglicher Aktivität. Die Experten sehen darin die wichtigste Grundlage für Gesundheitsförderung und Prävention, die den Bedarf an Medikamenten und Routineeingriffen reduziert sowie Nachhaltigkeit und Gesundheitssysteme verbessert.

Fahrplan für österreichweites System
Neu ist dabei laut der Tiroler Studienkoordinatorin und Expertin für Public Health, Prof. Dr. Katharina Wirnitzer, BEd, vor allem der systemische Ansatz: Während frühere Arbeiten vor allem die Schule als zentralen Ort für Gesundheitsbildung in den Mittelpunkt stellten, beschreiben die aktuellen Reports einen aufeinander abgestimmten Fahrplan für das gesamte Gesundheitssystem. Ziel ist es, Gesundheitswissen möglichst wirksam in die Bevölkerung zu bringen und gleichzeitig alle beteiligten Berufsgruppen – von Ärzten über Pflegekräfte bis zu Therapeuten – besser miteinander zu vernetzen.

Dieser akkordierte Fahrplan reicht von Einzelpersonen und Familien über Gemeinden und Regionen bis hin zur staatlichen Ebene und verbindet Bildungswesen, Gesundheitswesen, Wissenschaft und Politik. Das Expertengremium legt daher einen 10-Punkte-Plan vor, mit dem Entscheidungsträger in der Politik konkrete Maßnahmen etablieren können.

Dazu zählen etwa: 

  • Lebensstil-Bildung an Schulen und Universitäten verpflichtend verankern und einführen.
  • HEAL als Mindestempfehlung und Startpunkt etablieren.
  • Priorität von Vorbeugung gegenüber Behandlung von Erkrankungen im Verhältnis 3:1.
  • Lebensstilbezogene Gesundheits-Beratung vor routinemäßiger Verordnung von Medikamenten als Erstmaßnahme verankern.
Zitat Icon

Weg von krankheitsfokussiert-reaktiver Praxis hin zu einem personenzentriert-proaktiven Gesundheitswesen, mit der Kraft des Lebensstils an erster Stelle!

Prof. Dr. Katharina Wirnitzer, Institut für Sekundarpädagogik, Pädagogische Hochschule Tirol 

In der Kindheit verankert 
„Nachhaltige Gesundheit lässt sich weder herunterladen noch verordnen —sie muss täglich gelebt und durch fundierte und bewusste Lebensentscheidungen erworben werden. Da in der Kindheit verankerte Gesundheitskompetenzen ein Leben lang wirken, ist die Verankerung von HEAL als Startpunkt auf allen Bildungsebenen die gesundheitspolitische Priorität unserer Generation“, erklärt die Expertin der PH Tirol in Innsbruck. 

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