Die EU-Kommission will die Vergabe von Cloud-Aufträgen für kritische Anwendungsbereiche künftig an strenge neue Richtlinien koppeln. Dies geht aus dem Entwurf des „Cloud and AI Development Act“ (Cada) hervor, schreibt Reuters.
Dieses Gesetzespaket soll am Mittwoch offiziell vorgestellt werden. Die dort skizzierten Auflagen könnten die weltgrößten Cloud-Anbieter Amazon Web Services (AWS), Google und Microsoft von Bewerbungen um solche Aufträge ausschließen.
Nicht allein der Preis entscheidet
Cloud-Aufträge für die öffentliche Verwaltung, die Finanzwirtschaft, den Gesundheitssektor oder die Energieversorgung sollen den Plänen zufolge nicht mehr allein auf Basis des Preises vergeben werden. Stattdessen sollen sie an Bedingungen wie den Einsatz europäischer Hard- und Software geknüpft werden.
Zu den Details des Cada wollte sich die EU-Kommission nicht äußern. Sie betonte jedoch, die Initiative zur Verbesserung der digitalen Unabhängigkeit sei „entscheidend für die Stärkung der eigenen technologischen Kapazitäten sowie für die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit Europas“.
US-Anbieter zur Kooperation mit Behörden verpflichtet
Der Grund für die EU-Bemühungen ist ein US-Gesetz, das Cloud-Anbieter unter anderem dazu verpflichtet, US-Behörden Zugriff auf die Daten der Kunden zu gewähren, auch wenn diese im Ausland gespeichert sind.
Das Maßnahmenpaket muss noch vom Europäischen Parlament und den EU-Mitgliedsstaaten verabschiedet werden. Es könnte die Spannungen mit der US-Regierung verschärfen, die bereits verärgert auf bestehende Bestimmungen zur Regulierung der Technologiebranche reagiert hat.
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