Poker um Frequenzen

EU will ausländische Satellitendienste begrenzen

Digital
28.05.2026 09:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die EU-Kommission will künftig ausländische Anbieter von Satellitenmobilfunkdiensten von Teilen des 2-Gigahertz-Frequenzbands ausschließen. Das Band wird unter anderem für die kritische Kommunikation genutzt.

Zwei Drittel der Lizenzen für diese Satellitendienste sollen einem Vorschlag der Brüsseler Behörde vom Mittwoch zufolge Anbietern aus der EU vorbehalten werden, um die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern zu senken – unter anderem aus den USA.

Bisher haben die US-Unternehmen Viasat und Echostar EU-weite Lizenzen. Die künftigen Anbieter sollen 2027 erneut zentral für die ganze Europäische Union ausgewählt werden, aber nach neuen Regeln.

Ein Drittel der Bandbreite reservieren
Die EU-Kommission schlägt vor, künftig ein Drittel der Bandbreite für die staatliche Nutzung zu reservieren, zum Beispiel für kritische Kommunikation, Sicherheit und Militär. Dieser Bereich muss dem Vorschlag zufolge von einem EU-Betreiber bereitgestellt werden.

Zwei Drittel des 2-Gigahertz-Bands sollen für die kommerzielle Nutzung zur Verfügung stehen, etwa für Fitness-Tracker oder die Notfallkommunikation durch die direkte Verbindung von Smartphones und Satelliten (Direct-to-Device/D2D). Die Hälfte dieses Bereichs soll neuen EU-Anbietern vorbehalten sein; Lizenzen für die andere Hälfte könnten an EU-Betreiber und Betreiber außerhalb der EU vergeben werden.

Ziel: Netz in Krisen
EU-Kommissarin Hadja Lahbib sprach in Brüssel von einer „sehr wichtigen strategischen Entscheidung, die unsere Abhängigkeit von US-Diensten verringert und die Konnektivität in Krisensituationen sowie dort sicherstellt, wo keine terrestrischen Netze verfügbar sind“. 2 Gigahertz kann weiter senden als hohe Frequenzen, die dafür mehr Daten transportieren können.

Weltweit ist mittlerweile der Satelliten-Internetdienst Starlink, der von Elon Musks Weltraumfirma SpaceX betrieben wird, Marktführer für Satellitenmobilfunkdienste. Der US-Konzern Amazon baut mit Amazon Leo ein eigenes Netzwerk auf.

Austausch mit USA?
Gefragt, ob die EU-Kommission sich im Voraus mit den USA ausgetauscht habe, sprach die zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission, Henna Virkkunen, von einer engen globalen Zusammenarbeit zur Frequenzpolitik. Sie verwies zudem darauf, dass die USA vor kurzem eine Lizenz für Satellitenmobilfunkdienste an einen US-Anbieter vergeben habe, trotz Interesse eines europäischen Anbieters.

Die US-Regierung wirft der EU immer wieder vor, ihren Binnenmarkt zu stark zu schützen und gezielt gegen US-amerikanische Digitalfirmen vorzugehen. Die Europäische Union wies dies stets zurück.

Der Vorschlag wird nur umgesetzt, wenn auch das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten zustimmen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

krone.at
krone.at
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung