Ketten fallen durch

Test deckt Mängel bei UV-Shirts für Kinder auf

Österreich
28.05.2026 09:59
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mit dem Sommer steigt auch die Belastung durch UV-Strahlung auf der Haut – besonders Kinder gelten als gefährdet. Viele Eltern setzen daher neben Sonnencreme auf Schutzkleidung. Ein aktueller Test sorgt für Alarm: Rund die Hälfte der UV-Shirts in Österreich fällt beim Schutz durch – selbst bekannte Händler verkaufen oft mangelhafte Ware.

Der Sommer steht praktisch mit dem Fuß in der Tür – und damit auch die Zeit von Sonnencreme, Schatten und UV-Schutzkleidung. Der VKI hat im Rahmen des EU-geförderten Projekts „Toxfree life for all“ mit anderen europäischen Verbraucherorganisationen getestet. Untersucht wurde die Einhaltung des ausgelobten UV-Schutzes, die Verwendung unerwünschter Chemikalien sowie die Mikrofaser-Problematik. Die Ergebnisse, die hinter den Erwartungen lagen, wurden am Donnerstag veröffentlicht.

„Normales“ schwarzes Leiberl empfehlenswert
Die Anforderung: Ein UV-Shirt mit Schutzfaktor 50+ sollte denselben Schutz bieten wie eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50+. Im Test hielten allerdings nur sechs von zwölf Produkten den angegebenen Schutzwert tatsächlich ein. Zum Vergleich prüfte der VKI auch zwei normale Baumwollshirts: Während das weiße kaum Schutz vor UV-Strahlung bot, erreichte das schwarze einen UV-Schutzfaktor von 50+. „Das schwarze T-Shirt bot damit in vielen Fällen den besseren Schutz als die getesteten UV-Shirts“, sagte VKI-Projektleiterin Birgit Schiller.

Grundsätzlich gilt: Je dunkler ein Shirt ist, desto besser schützt es vor Sonne – unabhängig vom Material. Entscheidend seien laut der Expertin aber auch die Qualität des Stoffs und die Verarbeitung.

Kinderhaut reagiert besonders empfindlich auf UV-Strahlung. Ein konsequenter Sonnenschutz ist ...
Kinderhaut reagiert besonders empfindlich auf UV-Strahlung. Ein konsequenter Sonnenschutz ist daher besonders wichtig.(Bild: ronstik – stock.adobe.com)

Auch Bisphenole entdeckt
Neben dem teils mangelhaften UV-Schutz machten die Tester noch eine weitere schockierende Entdeckung: In acht der zwölf geprüften Kleidungsstücke fanden sie Industriechemikalien aus der Gruppe der Bisphenole. Diese Stoffe stehen im Verdacht, das Hormonsystem zu stören und die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen. Die gemessenen Mengen seien zwar gering gewesen, dennoch entdeckte der Verein für Konsumenteninformation sogenannte „Ersatz-Bisphenole“. Laut der VKI-Expertin seien diese Stoffe jedoch nicht weniger bedenklich.

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Das schwarze T-Shirt bot damit in vielen Fällen besseren Schutz als die getesteten UV-Shirts.

VKI-Projektleiterin Birgit Schiller

UV-Shirts vieler Ketten fallen durch
In drei Fällen war die Belastung so hoch, dass in diesem Punkt jeweils ein „Nicht zufriedenstellend“ vergeben wurde. Betroffen waren Erzeugnisse von Hofer, Takko und Tchibo. „Von keinem der getesteten Produkte geht dahingehend jedoch eine unmittelbare Gefahr aus“, betonte Schiller.

Synthetische Kleidung wie die UV-Shirts sind durch Faserabrieb eine Quelle für Mikroplastik. Sie bestehen oft aus Polyester und Elastan. Da es zur Bewertung keine Norm gibt, hat der VKI die Produkte miteinander verglichen: Die Shirts von Decathlon und Tchibo erhielten bei diesem Kriterium mit „weniger zufriedenstellend“ die schlechteste Bewertung. Der Großteil wurde als „durchschnittlich“ beurteilt.

Einen Zusammenhang zwischen Marke, Preis und Qualität konnten die Tester laut Schiller nicht feststellen. Erwartungsgemäß schnitten auch Produkte von Temu und Shein schlecht ab: Zwar waren die getesteten UV-Shirts frei von Schadstoffen, beim Sonnenschutz versagten sie jedoch deutlich. Gleichzeitig zeigte der Test, dass auch bekannte Marken unerwünschte Chemikalien enthalten können.

UV-Kleidung mit Verfallsdatum
Gut zu wissen: Auch UV-Kleidung hat nur eine begrenzte Lebensdauer. Von gebrauchter UV-Schutzkleidung rät der VKI daher überwiegend ab, selbst wenn Secondhand-Kleidung für viele immer attraktiver wird. Durch Waschen, Sonne und Abnutzung könne die Schutzwirkung mit der Zeit nachlassen. Hautstellen, die nicht von Kleidung bedeckt sind, sollten zusätzlich immer mit Sonnencreme geschützt werden.

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