Still und heimlich:

Wie der Iran zu einem Spionagesatelliten kam

Digital
15.04.2026 11:22
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Iran hat einem Zeitungsbericht zufolge heimlich einen chinesischen Spionagesatelliten erworben und damit während des Krieges im Nahen Osten US-Militärstützpunkte in der Region ins Visier genommen.

Die Zeitung „Financial Times“ berichtete unter Berufung auf durchgestochene iranische Militärdokumente, die Luft- und Raumfahrtkräfte der Iranischen Revolutionsgarde hätten den Satelliten TEE-01B Ende 2024 übernommen.

US-Militäranlagen im Nahen Osten beobachtet
Dieser sei von dem chinesischen Unternehmen Earth Eye gebaut und ins All gebracht worden. Die iranischen Kommandeure hätten mit dem Satelliten US-Militäranlagen beobachtet. Die Zeitung berief sich dabei auf mit Zeitangaben versehene Koordinatenlisten, Satellitenbilder und Orbitalanalysen.

Dem Bericht zufolge entstanden im März Aufnahmen vor und nach Drohnen- und Raketenangriffen auf diese Standorte. So habe der Satellit am 13., 14. und 15. März Bilder des Luftwaffenstützpunkts Prince Sultan in Saudi-Arabien gemacht. US-Präsident Donald Trump hatte am 14. März bestätigt, dass dort US-Flugzeuge getroffen worden seien.

Keine Stellungnahmen aus Washington und Peking
Außerdem seien der Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti in Jordanien, Gebiete nahe dem Marinestützpunkt der Fünften US-Flotte in Manama in Bahrain sowie der Flughafen Erbil im Irak überwacht worden. Dies sei etwa zu der Zeit geschehen, als die iranische Revolutionsgarde erklärte, sie habe Einrichtungen in diesen Gebieten attackiert.

Teil der Vereinbarung sei auch der Zugang zu kommerziellen Bodenstationen des in Peking ansässigen Anbieters Emposat gewesen, berichtete die Zeitung weiter. Das Unternehmen betreibe ein Netzwerk, das sich über Asien, Lateinamerika und andere Regionen erstrecke. Stellungnahmen der USA und Chinas lagen zunächst nicht vor. Auch Earth Eye und Emposat äußerten sich auf Anfragen von Reuters vorerst nicht.

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