Eine neue Abnehmspritze, die sich kurz vor der Zulassung befindet, hat in Studien massive Erfolge gezeigt: Das experimentelle Mittel Retatrutide habe fettleibigen Patienten geholfen, über eine Zeit von 80 Wochen durchschnittlich mehr als 28 Prozent ihres Körpergewichts zu verlieren, erklärte der Pharmakonzern Eli Lilly.
Damit sei der Weg geebnet, im kommenden Jahr die behördliche Zulassung zu beantragen und das Medikament auf den Markt zu bringen. Retatrutide ist das bisher stärkste Präparat des Konzerns zur Gewichtsreduktion und richtet sich an Menschen, die besonders viele Kilos verlieren müssen.
Es ist das erste Medikament von Eli Lilly, das drei Hormonrezeptoren gleichzeitig aktiviert, um den Appetit zu zügeln, die Insulinausschüttung zu fördern und die Fettverbrennung zu unterstützen. Bisherige Mittel wie Zepbound von Eli Lilly oder Wegovy des dänischen Konkurrenten Novo Nordisk erzielten in Studien einen Gewichtsverlust von etwa 15 bis 20 Prozent.
Bei der höchsten Dosis von zwölf Milligramm Retatrutide verloren die Probanden nun durchschnittlich 28,3 Prozent ihres Gewichts, wobei mehr als 45 Prozent der Teilnehmer sogar 30 Prozent oder mehr abnahmen. Teilnehmer, die eine geringere Dosis von vier Milligramm erhielten, verloren über 80 Wochen 19 Prozent ihres Gewichts.
„Vergleichbar mit Magenchirurgie“
„Das ist wirklich eine Marke, die bisher mit der Adipositas-Chirurgie wie etwa Magenverkleinerungen in Verbindung gebracht wurde“, sagte Kenneth Custer, Leiter des Bereichs kardiometabolische Gesundheit bei Eli Lilly. „Dass dies nun in Form eines Medikaments verfügbar ist, ist ein enormer Fortschritt.“ Die Analysten von RBC Capital Markets hatten im Vorfeld bereits mit einem Gewichtsverlust von 28 bis 30 Prozent gerechnet, womit die aktuellen Ergebnisse im Rahmen der Erwartungen liegen.
Investoren achten bei der Entwicklung neuer Abnehmpräparate aber besonders auf die Sicherheit und mögliche Nebenwirkungen. In der aktuellen Studie traten bei 12,5 Prozent der Patienten, die die höchste Dosis erhielten, Missempfindungen der Haut (Dysästhesie) auf. In einer früheren Untersuchung im Dezember hatte dieser Wert noch bei 20,9 Prozent gelegen. Etwa elf Prozent der Probanden brachen die Behandlung aufgrund von unerwünschten Begleiterscheinungen ab. Custer erklärte, die Nebenwirkungen bewegten sich auf dem Niveau anderer vergleichbarer Medikamente.
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