Vom „lässigen“, oder besser gesagt respektlosen Auftreten im Gericht ist nichts übrig. Während beim letzten Prozess Sprüche wie „Wir werden eh alle freigesprochen“ tönten und Mittelfinger in Richtung der Journalisten gestreckt wurden, werden zwei der einst im „Fall Anna“ freigesprochenen Burschen am Mittwoch mit gesenkten Köpfen und leeren Blicken vorgeführt. Sie müssen sich mit anderen wegen eines schweren Raubes verantworten.
„Die vier Angeklagten haben sich schon im Juni letzten Jahres zusammengeschlossen, um das spätere Opfer auszurauben“, eröffnet die Staatsanwältin den viel beachteten Prozess. „Sie kannten den Supermarktbetreiber und wussten, dass dieser öfter mit einer größeren Menge Bargeld unterwegs ist. Deshalb haben sie ihn als Opfer ausgesucht.“
Pfefferspray und Gaspistole
In einer Garage in Wien-Simmering lauerte das Quartett maskiert dem Supermarktbetreiber auf – sie traten ihn, besprühten ihn mit Pfefferspray und raubten dem Mann 4000 Euro. Dabei hatten sie laut Anklage auch eine Gaspistole Glock 17. Eine DNA-Spur spürte letztlich zu den Tätern.
Jetzt habe ich das Haftübel verspürt.
Der 17-Jährige im Raubprozess
Freisprüche im Fall Anna
Brisant an dem Fall: Zwei der Angeklagten wurden im viel beachteten „Fall Anna“, wo es um Serienübergriffe in Favoriten an einem damals erst zwölfjährigen Mädchen ging, freigesprochen.
Diesmal sind die beiden jungen Männer geständig. „Ich merke, dass es keinen Sinn macht, solche Sachen zu machen. Ich habe dumme Sachen gemacht“, will der 17-Jährige keine weiteren Fragen beantworten. Er verweist auf Anraten seines Anwalts Mirsad Musliu auf seine Aussage bei der Polizei und sagt, dass er damals „süchtig nach Benzos“ gewesen sei. „Jetzt habe ich das Haftübel verspürt“, ergänzt er.
Es droht lange Haft
Auch der zweite Anna-Freigesprochene, vertreten von Anwalt Philipp Wolm, ist zu dem brutalen Garagen-Überfall geständig. Auch er verweist auf seine Drogensucht und will keine Fragen beantworten.
Verstörende Fotos auf den Handys
In der Verhandlung werden auch verstörende Bilder von den Handys der Angeklagten gezeigt. Darauf zu sehen sind Geld, Waffen und ein Baby, dass mit Bargeld komplett zugedeckt ist.
Den Angeklagten drohen diesmal langjährige Haftstrafen.
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