



Kurz vor der Wahl der neuen ORF-Generaldirektion wurde am Donnerstagnachmittag am Wiener Ballhausplatz für einen unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk demonstriert. Organisiert wurde die Kundgebung von der Organisation #aufstehn.
Mit Transparenten, wie „Raus mit der Politik aus dem ORF“, „Lebenslauf statt Parteibuch“ und „Mei ORF is ned deppert“ und Reden am Ballhausplatz machten Demonstranten am Donnerstag auf die Bedeutung eines unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunks aufmerksam.
In einem „Kummerkasten“ konnte man Wünsche einwerfen, die der Verein den ORF-Stiftungsräten noch vor der Wahl am 11. Juni überreichen will. Die Veranstalter sehen die bevorstehende Wahl der ORF-Spitze als richtungsweisend für die Zukunft des Senders.
ORF-Spitze ohne parteipolitischen Einfluss
Unter dem Motto „Der ORF gehört uns“ fordern die rund 100 bis 200 Vertreter aus Medien und Zivilgesellschaft eine ORF-Spitze ohne parteipolitischen Einfluss. Laut #aufstehn hätten bereits mehr als 16.500 Menschen eine entsprechende Petition unterschrieben.




Die Demonstranten betonen vor allem die Bedeutung vertrauenswürdiger Medien in Zeiten von Falschinformationen. Der ORF müsse unabhängig bleiben und dürfe nicht von parteipolitischen Interessen beeinflusst werden.
Bei der Kundgebung sprachen unter anderem Presseclub-Concordia-Generalsekretärin Daniela Kraus, der ehemalige ORF-Journalist Michael Kerbler sowie die frühere ORF-Journalistin Brigitte Handlos.
„Verwüstung des ORF“
Auch die Ex-ORF-Journalistin Renata Schmidtkunz war eine der Rednerinnen. Sie sprach sich entschieden gegen eine „Verwüstung des ORF“ durch diverse Personen, die Interessen von Politik oder Wirtschaft verfolgen würden, aus. „Wir werden es nicht zulassen, dass der ORF weiter beschädigt wird, indem man ihn nicht in die besten, sondern die interventionswilligsten Hände legt“, sagte sie. Der ORF sei „sicherlich keine Goldschatulle, aus der man sich nach Lust und Laune bedienen“ dürfe.
Mittlerweile sind zwei öffentliche Hearings im Vorfeld der ORF-Wahl geplant. Das NEOSLab organisiert ein solches am 2. Juni im Funkhaus. Zudem ist für den 8. Juni ein Hearing angesetzt, das auch vom ORF übertragen werden dürfte.
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