„Wollte nur helfen“

Spendenbetrug mit Amoklauf: Steirerin verurteilt

Steiermark
21.05.2026 17:55

Sie gab vor, Spenden für Hinterbliebene des Amoklaufs am Grazer Borg Dreierschützengasse zu sammeln – dabei steckte sie rund 39.000 Euro in die eigene Tasche. Auch Musiker Christopher Seiler spendete und fiel auf die Steirerin herein ...

„Sie hatte nicht den besten Start ins Leben, war im Kinderdorf und obdachlos. Sie hatte nichts und wollte auch einmal was wert sein. In Haft hat sie zum ersten Mal Erziehung erfahren“, sagt Anwalt Manfred Arbacher-Stöger dem Schöffensenat (Vorsitz Barbara Schwarz) in Graz. Das lindert aber kaum, was die Steirerin (33) getan hat: Am Tag des Amoklaufs am Grazer Borg Dreierschützengasse zog sie sich eine Rotkreuz-Uniform an, fuhr zum Tatort, um Kontakt mit Angehörigen zu suchen. Später ging sie sogar auf Beerdigungen, obwohl sie keines der Opfer kannte.

Auch Musiker Christopher Seiler wurde übers Ohr gehaut
Einen Tag nach der Tat eröffnete sie eine Spendenaktion über eine Online-Plattform und gab sich als Hinterbliebene aus, mit dem Hinweis, dass jeder einzelne Cent an die Opfer gehen würde. Dafür verwendete sie sogar ein Bild eines erschossenen Mädchens – ohne Erlaubnis der Eltern! Auf anderen Plattformen gab sie sich als Polizist „Patrick“ aus und warb für die Spendenaktion, auf die auch Musiker Christopher Seiler hereinfiel: Er überwies aufs Privatkonto 1000 Euro.

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An jenem Tag ist Graz stillgestanden, in Schockstarre. Sie sagen, Sie wollten helfen. Geholfen haben Sie aber nur sich selber.

Richterin Barbara Schwarz


Ihr kriminelles Tun flog auf, weil ein Journalist eine Anfrage an sie stellte, wie viel Geld bereits an die Hinterbliebenen geflossen war: „Da habe ich Panik bekommen“, gesteht die Frau, die dennoch darauf beharrt, sie habe nur Gutes tun wollen, und ein Teil des Geldes sei ja auch an Betroffene gegangen. Sie habe den Überblick verloren und die Spenden fürs eigene Leben verwendet.  In Summe kassierte sie rund 39.000 Euro, etwas über 2000 Euro gingen tatsächlich an die Opfer.

„An jenem Tag ist Graz stillgestanden, in Schockstarre. Sie sagen, Sie wollten helfen. Geholfen haben Sie aber nur sich selber“, resümiert Frau Rat.

Das Urteil: 21 Monate Haft, sechs davon unbedingt. Durch Anrechnung der U-Haft sind diese bereits verbüßt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. 

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