Gegen Meta & Co.

Finanzbetrug: AK reicht Beschwerde in Brüssel ein

Digital
21.05.2026 13:03
Porträt von krone.at
Von krone.at

„Ohne Risiko reich werden“ oder „Mit Kryptowährungen zum schnellen Geld“: Soziale Netzwerke sind voll von betrügerischen Finanzwerbungen wie diesen. Die Arbeiterkammer (AK) geht nun gemeinsam mit dem europäischen Verbraucherverband BEUC und Konsumentenschutzorganisationen aus 27 Ländern dagegen vor.

Zusammen brachten die Organisationen am Donnerstag Beschwerden gegen Meta, TikTok und Google bei der EU-Kommission und nationalen Behörden ein, weil diese viele der Finanzwerbungen nicht löschen und damit ihren Verpflichtungen aus dem Digital Services Act (DSA) nicht nachkommen. Anzeigen mit falschen Gewinnversprechen „fluten täglich Facebook, Instagram, TikTok und Google und locken Nutzer:innen in die Falle“, erklärte AK-Expertin Louise Beltzung das Problem.

Nur 27 Prozent der betrügerischen Anzeigen wurden entfernt
Die AK Wien und ihre Partner haben zwischen Dezember 2025 und März 2026 knapp 900 Anzeigen gemeldet, aber die Plattformen hätten nur 27 Prozent davon tatsächlich entfernt. Mehr als jede zweite Meldung hätten sie einfach zurückgewiesen oder ignoriert. Die Folge: Hunderte Finanzbetrugsmaschen blieben online und erreichten Monat für Monat über 200 Millionen Konsumentinnen und Konsumenten in Europa. Die Arbeiterkammer selbst meldete rund 130 problematische Videos.

„Es zeigte sich ein Unterschied zwischen offiziellen Meldungen und Beschwerden privater Nutzer:innen“, so Beltzung. Die AK verfügt seit Kurzem über die Berechtigung als sogenannter „Trusted Flagger“ (deutsch: „vertrauenswürdiger Hinweisgeber“). Trusted Flagger sind zertifizierte, unabhängige Organisationen, die rechtswidrige sowie dubiose Inhalte melden. Ihre Meldungen müssen gemäß EU-Recht von den Plattformen vorrangig behandelt und unverzüglich bearbeitet werden, um die Entfernung illegaler Inhalte zu beschleunigen.

  Als Trusted Flagger zeigten die AK-Meldungen immerhin teilweise Wirkung, Hinweise privater Nutzer hingegen seien überall ins Leere gelaufen. Beltzung: „Die Plattformen müssen dubiose Anzeigen nicht nur schneller löschen, sondern auch User:innen-Meldungen endlich ernst nehmen. Private Meldungen wurden vielfach einfach ignoriert – mit der Begründung, die Werbung verstoße angeblich nicht gegen die Werbestandards.“

AK: „Empfindliche Geldstrafen“ bei Untätigkeit
Die Arbeiterkammer fordert von der EU-Kommission und den nationalen Aufsichtsbehörden, die Plattformen streng zu prüfen und die Einhaltung des Digital Services Act durchzusetzen. Falls Meta, TikTok und Google weiterhin untätig bleiben, müssten „empfindliche Geldstrafen“ folgen.

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