Riesige Zeltstadt

Muslimische Pilgerfahrt Hadsch beginnt in Mekka

Ausland
21.05.2026 13:07
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am Sonntag beginnt für Muslime der diesjährige Hadsch, die große Pilgerfahrt nach Mekka. Sie bildet eine der fünf Säulen (Grundpflichten) des Islam. Um nach Mekka reisen zu dürfen, müssen sich die Gläubigen in Wartelisten eintragen. Manche von ihnen warten jahrzehntelang, es gibt aber auch inoffizielle Pilger.

Der Hadsch gliedert sich in mehrere Teile:

  • Am ersten Tag findet in Mekka der Eintritt in den Weihezustand Ihram, statt. Die einfache weiße Kleidung, die Gläubige während des Hadsch tragen müssen, symbolisiert die Gleichheit aller Pilger vor Allah.
  • An Tag 2 wird die erste Tawaf (Umrundung) begangen: Die Kaaba, ein schwarzes, würfelartiges Gebäude im Zentrum der Großen Moschee (Al-Haram-Moschee), das mit einem schwarzen Vorhang (Kiswa) umhüllt ist und den Schwarzen Stein beherbergt, wird siebenmal gegen den Uhrzeigersinn umrundet. Der Schwarze Stein, offenbar ein Meteorit, stammt laut islamischer Überlieferung aus dem Paradies. Er soll weißer als Milch gewesen und mit der Zeit schwarz geworden sein.

Bild der Pilgerzeltstadt von Mina bei Mekka auf X:

  • Am selben Tag wird auch der Weg zwischen den beiden heiligen Hügeln Safa und Marwa sieben Mal begangen. Dieser bezieht sich auf Hagars und Ismaels Suche nach Wasser. (Hagar und Ismael kommen sowohl im Alten Testament der Bibel (Buch Genesis) als auch im Koran vor.

Über den Hadsch

Hadsch (Hajj/Haj) kann nur an bestimmten Tagen im Jahr vollzogen werden, nämlich zwischen 8. und 13. des islamischen Monats Dhu al-Hidschah (Dhu al-Hijja). Aufgrund des islamischen Mondkalenders verschiebt sich das Fest im Sonnenkalender und findet – so wie auch der islamische Fastenmonat Ramadan – immer wieder zu anderen Zeiten im Jahr statt. Außerhalb dieser Zeit ist nur eine sogenannte „kleine Wallfahrt“ (Umrah) möglich.

  • Darauf folgt ein Marsch zum benachbarten Ort Mina. Hier bleiben die Pilger bis zum nächsten Morgen, an dem sie zur Arafat-Ebene aufbrechen, wo Gott (Allah) um Vergebung gebeten wird. Die Pilger halten sich dort bis zum Sonnenuntergang auf und übernachten daraufhin in Muzdalifa.
  • Am dritten Tag findet auf dem Rückweg nach Mina die symbolische Teufelssteinigung statt, die darauf verweist, dass Abraham als Stammvater Israels wie auch der Araber den Teufel mit Steinen in die Flucht geschlagen habe. Danach rasieren oder kürzen sich Männer das Haupthaar, Frauen schneiden eine Haarsträhne ab – ein Symbol für den Beginn eines neuen, sündenfreien Lebensabschnitts.
  • Daraufhin beginnt das viertägige Opferfest, das höchste islamische Fest (Eid al-Adha). Es erinnert an die biblische Geschichte, in der Gott Abraham befiehlt, seinen Sohn zu opfern. Es folgt ein weiterer Besuch der Moschee in Mekka für eine weitere Tawaf.
  • Am vierten und fünften Tag finden wiederum Teufelssteinigungen in Mina statt. Am sechsten Tag wird ein letztes Mal die Tawaf vollzogen, womit der Hadsch endet.

Immer wieder tödliche Zwischenfälle
Im Vorjahr nahmen rund 1,6 Millionen Muslime am Hadsch teil. Vor den Corona-Jahren waren es rund 2,5 Millionen gewesen. Immer wieder haben Massenpaniken und Terroranschläge für viele Tote während des Hadsch gesorgt. Zuletzt kostete sengende Hitze mehr als 1200 Menschen das Leben. Besonders betroffen sind meist nicht-registrierte Pilger. Diese haben oft keinen Zugang zu Bussen, klimatisierten Zelten oder Trinkwasserstationen.

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