Er hat schon selbst den ein oder anderen Prozess hinter sich – wurde für Sittenwächterei, Bandenkrieg und letztlich auch Terrorvorwürfe verurteilt. Luca K. war der beste Freund von Swift-Attentäter Beran A., muss jetzt im großen Prozess in Wiener Neustadt aussagen. Ein „Zufall“ mit Beigeschmack: Der 19-jährige Zeuge war Bühnenaufbauer bei dem Konzert von Taylor Swift in Wien ...
Es ist kein Jahr her, dass Luca K. im Schwurgerichtssaal in Wiener Neustadt (NÖ) seinen letzten Auftritt hatte. „Herr K., wir haben ja jetzt schon oft das Vergnügen gehabt“, fasst es der Staatsanwalt treffend zusammen. Nun gilt er als wichtiger Zeuge im aufsehenerregenden Terrorprozess gegen seinen ehemaligen besten Freund Beran A. Jener 21-Jährige, der im Sommer 2024 einen Anschlag auf ein Taylor Swift-Konzert geplant hat.
Vorbestrafter Zeuge schwer bewacht
Brisant: Der 19-jährige Zeuge wird von fünf schwer bewaffneten Justizwachebeamten aus der Justizanstalt Simmering vorgeführt – beinahe so viele wie für Beran A. und dem Zweitangeklagten Arda K. zusammen. Dort sitzt der gebürtige Niederösterreicher gerade eine knapp dreijährige Haftstrafe ab. Denn er wurde letzten Juli in Wiener Neustadt nicht nur wegen Terrorvorwürfen verurteilt: Im Wiener Landesgericht saß er ebenfalls zweimal auf der Anklagebank – als Sittenwächter und Beteiligter in einem Bandenkrieg. Die Urteile sind rechtskräftig.
Er ist ein bisschen ein eigener Mensch gewesen. Er hat sich oft verändert. An einem Tag war er streng gläubig. Am nächsten Tag war er lockerer.
Luca K. über seinen ehemaligen guten Freund Beran A.
Was Luca K. nicht nachgewiesen werden konnte: Dass er an den Machenschaften von Beran A. beteiligt war. Jedoch: „Luca wusste, was ich vorhabe“, sagte der junge Ternitzer bereits an einem vorangegangenen Prozesstag aus. Dabei ging es um die geplante Anschlagsserie in Dubai, Istanbul und Mekka zusammen mit Arda K. und dem in Saudi-Arabien inhaftierten Hasan E. Nachdem der jetzt angeklagte 21-Jährige vor einer Bluttat in Dubai doch zurückgeschreckt war, schrieb er dem Zeugen: „Ich bin schwach geworden“ – „Schreib mir nicht, das ist gefährlich“, antwortete Luca K. Vor Gericht meint er jetzt: „Ich wusste nicht, worum es geht. Wir haben dann nie wieder darüber gesprochen.“
Bester Freund war Bühnenaufbauer bei Taylor Swift
Der 19-Jährige lernte Beran A. am Bahnhof in Wiener Neustadt kennen. „Er ist ein bisschen ein eigener Mensch gewesen. Er hat sich oft verändert. An einem Tag war er streng gläubig. Am nächsten Tag war er lockerer. Das wurde halt immer extremer“, sagt er über seinen guten Freund. Sie haben die radikale Einstellung geteilt, schenkten sich beispielsweise IS-Sticker.
Ein mehr als komischer Zufall: „Sie haben als Bühnenaufbauer bei verschiedenen Konzerten gearbeitet. So auch bei Taylor Swift?“ – „Ja, das stimmt.“ Von dem geplanten Anschlag hätte er aber gar nichts gewusst – meint er zumindest. „Ich habe ihm gesagt, dass ich etwas geplant habe. Er wusste von dem Sprengstoff“, sagte indes Beran A. „Würde ich wissen, dass da irgendwas passiert, dann würde ich niemals dort arbeiten oder meine Freunde anrufen, dass sie dort arbeiten sollen“, entgegnet Luca K. etwas patzig.
Beziehungsleben bleibt privat
Am restlichen Verhandlungstag wird Beran A. zu der Beziehung zu seiner Ex-Freundin gefragt, mit der er sich immer wieder über Terrorfantasien ausgetauscht hatte. Das damals 18-jährige Mädchen wurde wegen terroristischer Vereinigung letzten November im Wiener Landesgericht zu 18 Monaten bedingter Haft verurteilt. Sowohl die Aussage des 21-Jährigen dazu als auch jene der jungen Frau sind unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Es werde nämlich der höchst persönliche Lebensraum des Ex-Paares besprochen.

Ein Urteil ist für den 28. Mai geplant. Da sollen auch noch Gutachter zu Wort kommen, darunter Gerichtspsychiater Peter Hofmann. Beran A. und dem mitangeklagten Arda K. drohen wegen Beitrag zum versuchten Mordes – dem Messerattentat von Hasan E. in Mekka – bis zu 20 Jahre Haft.
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