Abenteuer & Erholung

Mein Segeltörn in der Türkischen Ägäis

Reisen & Urlaub
21.05.2026 13:00

Türkisblaues Meer, Sonne und ein Tanz auf den Wellen: Ein Segeltörn entlang der türkischen Riviera mit anschließendem Badeurlaub beschert unvergessliche Erlebnisse! 

Wir starten unseren Segeltörn in Fethiye, wohin uns ein Taxi vom Flughafen in Dalaman bringt. Die Preise werden uns in Euro genannt, der Transfer dauert etwa eine Stunde und wir können dann in der Marina unser Segelboot, die „Andiamo“, übernehmen. Wenn man sich so im Jachthafen umschaut, wirkt es eher bescheiden, aber für uns vier ist es genau richtig und groß genug.

1. Tag (Samstag)
Nachdem wir uns eingerichtet und für die nächsten Tage auch schon Lebensmittel eingekauft haben, schlendern wir durch die belebten Straßen von Fethiye mit den vielen Geschäften, die noch offen haben, obwohl es bereits spät ist. Aber die Öffnungszeiten in der Türkei sind länger, als wir es am Abend gewohnt sind. Bald finden wir auch ein Restaurant, wo wir uns mit typischen Spezialitäten auf die nächsten Tage einstimmen. Köstlich!

„Camping am Wasser“: Mit dem Segelboot „Andiamo“ ein Stück der herrlichen Küste entdecken, ...
„Camping am Wasser“: Mit dem Segelboot „Andiamo“ ein Stück der herrlichen Küste entdecken, Freiheit spüren!(Bild: Andrea Thomas)

2. Tag (Sonntag)
Nach dem ausgiebigen Frühstück beginnt unser Segelabenteuer. Wolfgang, unser Kapitän, gibt uns Anweisungen für das Ablege-Manöver und wir tuckern langsam aus dem Hafen, der Sonne entgegen. Die Temperatur ist mild, ein leichter Fahrtwind umspielt uns – so fühlt sich wohl Freiheit an! Unser erstes Ziel ist das Adaia (www.adaiagocek.com), ein schickes Strandrestaurant, wo man nicht nur gut essen und trinken, sondern sich auch einen Liegestuhl mieten kann, was wir auch vor dem herrlichen Abendessen machen. Außerdem – und das ist absolut nicht zu verachten – gibt es Duschen, die wir benutzen dürfen und die doch „luxuriöser“ als die an Bord sind.

3. Tag (Montag)
Heute ist tatsächlich ein „Seetag“, was so viel heißt, dass wir die längste Strecke unserer geplanten Route zurücklegen wollen. Wir legen früh ab und setzen die Segel Richtung Kekova, eine kleine Insel an der lykischen Küste, in deren unvergleichlich schöner Umgebung einige geheimnisumwitterte versunkene Städte liegen.

Ausflugsziel

Beliebtes Ziel für Segler und Ausflugsboote: Kekova ist bekannt für türkisblaues Meer und die antiken lykischen Ruinen, die unter dem glasklaren Wasser gut sichtbar liegen, oder den berühmten Sarkophag in Kaleköy (das antike Simena). Das Gebiet ist ein streng geschütztes Archäologie- und Naturschutzgebiet, wo das Schwimmen und Tauchen über den Ruinen strengstens verboten ist.  

Die Wellen sind höher – klar, wir haben ja die geschützte Bucht von Göcek verlassen – und segeln entlang der Küste. Wir tanzen auf den Wellen, genießen den Wind, die Sonne und das Salz auf der Haut. Der Tag vergeht tatsächlich wie im Flug, wir schaffen es aber nicht bis Kekova, denn der Wind war gegen uns. Darum steuern wir frühzeitig Kalkan an und bekommen – trotzdem es noch nicht spät ist – buchstäblich den letzten Liegeplatz im engen Stadthafen.

4. Tag (Dienstag) 
Heute haben wir es gemütlich, das berühmte Kekova mit seinen versunkenen antiken Städten ist schließlich nicht mehr weit entfernt. Am frühen Nachmittag legen wir gegenüber der Insel am Steg des malerischen Küstendorfs Kaleköy an und kehren bei Hassan (alle Restaurants in der kleinen Siedlung haben Hassan im Namen, vielleicht sind alle miteinander verwandt?) ein. Es ist früh im Jahr, die Saison beginnt gerade erst, meint der Wirt (Hassan). Deshalb sind wir nun das einzige Boot hier. Er und seine Frau kochen extra für uns und es schmeckt herrlich frisch. Wenn man Fisch und Gemüse mag, ist man hier an der richtigen Adresse.

Ein Händler kommt mit seinem Boot zu unserer Segeljacht und wir können frisches Obst sowie ...
Ein Händler kommt mit seinem Boot zu unserer Segeljacht und wir können frisches Obst sowie köstliches Baklava kaufen.(Bild: Andrea Thomas)

5. Tag (Mittwoch)
Bevor unsere Reise weitergeht, machen wir ein Foto beim berühmten Sarkophag, der im seichten Wasser steht und an die antike Stadt Simena erinnert und wie Dolichiste auf der Nordseite der Insel Kekova durch Erdbeben versank. Wer will, kann auch noch die Festung erklimmen oder – das tun wir – sich eine Bucht suchen, in der wir ankern. Jetzt können wir im türkisfarbenen Meer baden und es uns gut gehen lassen, Karten spielen, eine saftig-süße Melone naschen, der Tag vergeht mit Faulenzen rasch, bevor wir uns nach Kaş aufmachen. Im Stadthafen bekommen wir keinen Platz, alles voll mit Ausflugsbooten.

Kaş ist ein reizender Küstenort mit einem malerischen Hafen.
Kaş ist ein reizender Küstenort mit einem malerischen Hafen.(Bild: MAZURKEVICH ALEXANDER – stock.adobe.com)
(Bild: Cihangir Zeybek - stock.adobe.com)

Deswegen müssen wir den neuen Jachthafen ansteuern, was uns sicher noch einmal mehr als eineinhalb Stunden Zeit kostet. Egal, die Stadt ist malerisch – weiße Häuser, die sich an einen Hügel schmiegen, enge Gassen, quirliges Leben, viele Restaurants – auf einer Dachterrasse lacht uns eines an; wir werden nicht enttäuscht, es gibt köstliche Speisen. Der Charme von Kaş ist einmalig. Im Zentrum lohnt es sich, einen Blick auf den lykischen Sarkophag (4. Jh. v. Chr.) zu werfen, der als Wahrzeichen der Stadt gilt und oft als „Löwen-Sarkophag“ bezeichnet wird.

6. Tag (Donnerstag)
Wir wollen in die Kaltwasserbucht (Soğuk Su Koyu). Es ist wie ein Déjà-vu, denn da war ich schon einmal bei einem Segeltörn vor vielen Jahren. Die Bucht ist traumhaft schön, umgeben von Pinien und bekannt für unterirdische Quellen, die frisches, kühles Wasser ins Meer leiten. Umso später der Abend, desto mehr Boote kommen, um hier zu übernachten und bei Ali, so heißt der Wirt in der Bucht, ein Abendessen zu bekommen. Es ist tatsächlich herrlich!

(Bild: Andrea Thomas)

7. Tag (Freitag) 
Nach dem Aufstehen einfach ins blaue Meer springen – paradiesische Zustände, schwimmen, dann einen Kaffee und Frühstück, noch einmal ins Wasser, es ist wirklich einmalig. Dieses Vergnügen nimmt jedoch ein jähes Ende, nachdem Touristen-Ausflugsboote die kleine Bucht für sich okkupieren – und uns sehr bald vertreiben.

Infos

Nicht nur der Lärm schlägt uns in die Flucht, sondern wir werden von diesen Kähnen richtig in die Zange genommen und unfreundlich aufgefordert, Platz zu machenDas sei schließlich „ihr“ Revier! Steht zwar nirgends, aber der Spaß ist vorbei und wir setzen Segel Richtung Fethiye, wo wir morgen am Vormittag das Boot zurückgeben müssen.

8. Tag (Samstag)
Erstaunlich, wie schnell die Woche vergangen ist – es war traumhaft mit unseren Freunden, von denen wir uns hier verabschieden. Auf engem Raum eine Woche harmonisch, das ist nicht selbstverständlich. Nach einer Woche „Camping am Wasser“ – so fühlt es sich an und man freut sich in jeder Marina über eine Dusche – bleiben wir noch drei Nächte in einem der wunderbaren Hotel-Resorts, die wir beim Segeln vom Meer aus gesehen haben, erleben nun das Element Wasser vom Strand aus.

Hotelkritik
Leichtigkeit an der türkischen Ägäis

Die Küstenlinie zwischen Fethiye, Göcek, Marmaris, Datça und Bordum ist eine der reizvollsten Routen der türkischen Ägäis, ideal zum Segeln, aber auch für Strandurlaub. „Zwischen pinienbewachsenen Halbinseln, stillen Ankerbuchten, feinen Stränden und lebendigen Hafenorten entfaltet sich eine Küste, die Segler, anspruchsvolle Badegäste, Genießer und Designliebhaber gleichermaßen anzieht – ein Mosaik aus maritimen Lifestyle“, schreibt Phillies Ramberger von Pur Touristik in ihrem neuen Türkei-Katalog, der zeigt, dass die Türkei mehr kann als Masse – nämlich kleine, feine Hideaways wie das Ahãma in der Günlüklü-Bucht nahe Fethiye. Das Relais-&-Châteaux-Haus liegt in einer privaten Bucht.

Das türkisblaue Wasser hat mich begeistert. Ebenso die Weitläufigkeit des Resorts, das von einem 20-Hektar-Wald eingerahmt wird, den man nach Passieren des Eingangstors gefühlt eine kleine Ewigkeit durchquert, bis sich endlich der herrliche Sandstrand vor einem auftut. Im Strandrestaurant vergeht die Zeit schnell, bis das Zimmer bezugsfertig ist. Doch wo sind die überhaupt? Sie verbergen sich in minimalistischen Häusern und Cabanas, die nur wenige Schritte entfernt in der Natur untergebracht sind. Viele natürliche Materialien und Platz sind der Luxus in den Eco-Villen.

Ein Rückzugsort in einer privaten Bucht nahe Fethiye: das Ahãma mit großzügigen Suiten, ...
Ein Rückzugsort in einer privaten Bucht nahe Fethiye: das Ahãma mit großzügigen Suiten, Cabanas und Eco-Villen.(Bild: Relais & Châteaux)
(Bild: MARK LUSCOMBE-WHYTE)
(Bild: MARK LUSCOMBE-WHYTE)
(Bild: Relais & Châteaux)

Zwischen den Unterkünften gibt es noch ein schönes Schwimmbad, hoch über der Bucht ist ein Yogastudio mit einem fantastischen Ausblick. Digitale Entgiftung, Wellnessangebot, Sport und eine abwechslungsreiche Kulinarik stehen zur Auswahl. Hervorragend ist das Konzept der „Aegean Omakase“ im Restaurant Ĕge Umi, was so viel bedeutet, dass man sich in die Hände des Küchenchefs begibt, der ägäische Aromen mit japanischen Kochtechniken verbindet. Dieses Konzept schätzen, so meine Beobachtung, v. a. Gäste, die mit einer Jacht hier anlegen und nur zum Abendessen bleiben. Weil das beliebt ist, empfiehlt sich, dieses Gourmet-Erlebnis im Vorfeld mit der Zimmerreservierung zu buchen.

Hotel-Infos

  • Ahãma (Yanıklar Mahallesi, Muğla Caddesi No: 1, Günlüklü Koyu, Fethiye): www.relaischateaux.com
  • Relais & Châteaux (1954 in Frankreich gegründet) zählt heute 580 unabhängige Hotels und Restaurants in 65 Ländern weltweit. Das Ahãma ist eines von drei Mitgliedern in der Türkei. Preis ab 514 € (für 2 Personen).
  • Pur-Touristik ist Spezialist für hochwertigen Urlaub, der auch das Ahãma im neuen Türkei-Programm hat: www.pur-touristik.at, 02252/63271 

Mein Fazit: Ein Hideaway, wo man gerne länger bleiben würde. Wer hierher kommt, liebt das Meer. Es ist tatsächlich so schön, dass hier auch Sequenzen eines aktuellen Werbefilms für die Türkei gedreht wurden.

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