Der größte österreichische Baukonzern Strabag hat seine Produktionsleistung heuer im ersten Quartal erhöht. Das Unternehmen gab am Donnerstag einen Zuwachs gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von 4 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro bekannt. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte der Bauriese mit einer erwarteten Bauleistung von „rund 22 Mrd. Euro“. Das entspräche einem Anstieg von 8 Prozent.
2025 überschritt die Bauleistung erstmals die 20-Milliarden-Marke. Auch die Prognose des Managements für die EBIT-Marge für das gesamte Geschäftsjahr 2026 bleibt „aus heutiger Sicht“ unverändert bei 5 bis 5,5 Prozent und damit weniger als im abgelaufenen Jahr. 2025 stieg sie von 6,1 auf 6,7 Prozent.
Dafür wird heuer bei den erwarteten Nettoinvestitionen mit voraussichtlich „höchstens 1,5 Mrd. Euro“ etwas stärker zugelegt als zuletzt bei der Bilanzpräsentation im April in Aussicht gestellt (1,4 Mrd. Euro). Im vergangenen Jahr belief sich der Cashflow aus der Investitionstätigkeit auf 813,4 Mio. Euro.
Auftragspolster massiv vergrößert
Zu tun gibt es genug – im ersten Quartal 2026 wuchs der Auftragsbestand im Jahresabstand um 18 Prozent auf 33,1 Mrd. Euro an. Die größten Zuwächse verzeichnete die Strabag den Angaben zufolge in der Region Americas sowie in Österreich, Tschechien und Deutschland. Als „wesentliche Auftragseingänge“ nannte der Konzern Mining-Aufträge in Chile im Volumen von rund 800 Mio. Euro und Großprojekte im Bereich der Mobilitätsinfrastruktur in Tschechien, Slowenien und Polen. In Österreich seien unter anderem Aufträge für einen Bildungscampus im Rahmen eines Public-Private-Partnership-Projekts sowie für ein Rechenzentrum gewonnen worden. In Deutschland hätten insbesondere öffentliche und gewerbliche Hochbauprojekte zum Anstieg des Auftragsbestands beigetragen.
Der Personalstand der Strabag vergrößerte sich heuer in den ersten drei Monaten gegenüber der Vorjahresperiode um 2 Prozent auf 78.151 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente). Mehr Beschäftigte gibt es vor allem in Polen, Deutschland und Tschechien. Das spiegle die positive Entwicklung des Auftragsbestands wider, erklärte der Konzern.
Kühler Jahresstart
Die Strabag sei „erfolgreich in das Geschäftsjahr 2026 gestartet“, teilte Konzernchef Stefan Kratochwill mit. „Zwar haben die kalten Temperaturen im Jänner und Februar dazu geführt, dass Projekte im Verkehrswegebau erst später angelaufen sind, dennoch konnten wir unsere Leistung steigern und den Auftragsbestand weiter ausbauen“, berichtete der CEO unter Verweis auf eine solide Nachfrage in den Kernmärkten und die breite Aufstellung des Konzerns, mit der man Schwankungen ausgleichen könne.
Vor allem in Polen und Österreich sei die Leistung infolge der ungünstigen Witterung unter dem Vorjahresniveau geblieben. Diese Entwicklung habe jedoch durch „deutliche Zuwächse in Deutschland und Tschechien“ mehr als ausgeglichen werden können. Auch in Kroatien und Slowenien seien nennenswerte Leistungsanstiege erzielt worden.
Im Hinblick auf mögliche Auswirkungen des Iran-Krieges bleibe weiterhin abzuwarten, wie lange der Konflikt anhält. Die Strabag setze, soweit möglich, Preisgleitklauseln in Verträgen ein und verfolge eine lokal sowie langfristig ausgerichtete Beschaffungspolitik.
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