Litauens Staatsspitze musste Schutzräume aufsuchen, in Lettland zerbrach sogar die Koalition. In den vergangenen Tagen und Wochen haben Drohnenvorfälle in den baltischen Staaten zu größeren Turbulenzen geführt. Wegen der zunehmenden Bedrohung durch den Ukraine-Krieg fordern Estland, Lettland und Litauen mehr Unterstützung von den NATO-Verbündeten.
In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Staatschefs die Notwendigkeit, die Luftverteidigungskapazitäten der NATO in der Region weiter zu stärken. Dazu gehörten die Stationierung zusätzlicher Drohnenabwehrsysteme und der Übergang von einer reinen Luftraumüberwachung zu einer umfassenden Luftverteidigung. Zuvor hatten die Streitkräfte in Lettland und Litauen erneut Drohnenalarm im Luftraum im Osten der beiden Länder nahe der Grenze zu Russland und Belarus gemeldet.
Fehlgeleitete ukrainische Drohnen abgestürzt
Im Zuge des Ukraine-Krieges hat es bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen gegeben. Bei Angriffen sind mehrere fehlgeleitete ukrainische Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten eingedrungen und teils abgestürzt. Kiew hatte mit ihnen Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen. Moskau hatte daraufhin seine unbelegten Behauptungen erhoben, wonach die NATO-Mitglieder ihren Luftraum für ukrainische Drohnenangriffe auf Russland zur Verfügung stellen würden. Zuletzt drohte deshalb der Kreml auch mit Konsequenzen.
„Wir beobachten einen klaren Versuch, die Spannungen in unserer Region zu verschärfen und gleichzeitig eine koordinierte Desinformationskampagne gegen die baltischen Staaten zu führen. Wir müssen geeint bleiben, unsere Luftverteidigung und unsere Fähigkeiten zur Drohnenabwehr stärken und gemeinsam die NATO-Verbündeten dazu bewegen, der Sicherheit der Ostflanke noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken“, sagte der litauische Präsident Gitanas Nauseda nach einem Gespräch mit seinen Amtskollegen Alar Karis (Estland) und Edgars Rinkevics (Lettland).
„Erfundene und haltlose Anschuldigungen“ aus Moskau
Mit den „erfundenen, haltlosen Anschuldigungen“ versuche Russland, die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft von seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine und deren Recht auf Selbstverteidigung abzulenken, teilten die baltischen Staatschefs mit und wiesen die russische Desinformationskampagne entschieden zurück. Estland, Lettland und Litauen stünden weiter in voller Solidarität mit der Ukraine, aber hätten niemals zugelassen, dass ihr Staatsgebiet für Drohnenangriffe gegen Ziele in Russland genutzt werde.
Die von den USA angeführten diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Konflikts befinden sich seit Wochen in der Sackgasse. Seit Ende Februar wird die Aufmerksamkeit Washingtons zudem durch den Krieg gegen den Iran gebunden.
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