Neue Todes-Drohnen

Russen über Putin: „Bunkerratte versteckt sich“

Außenpolitik
21.05.2026 16:00

Neuerlich werden aus Russland Tote nach ukrainischen Drohnenangriffen gemeldet. Ein Ende dieser Attacken ist nicht in Sicht – und der Unmut in der Bevölkerung wächst.

Nach Angaben der Einheimischen tobte in der russischen Stadt Sysran in der südwestlichen Region Samara infolge eines ukrainischen Angriffs ein heftiger Brand. Der ukrainische Telegram-Kanal „Exilenova+“ und die russische Ausgabe „Astra“ behaupteten zunächst, dass das Feuer auf einer der Anlagen der Sysraner Raffinerie – einer Infrastruktur des Unternehmens Rosneft – ausgebrochen sei. Später bestätigte der ukrainische Präsident, Wolodymyr Selenskyj, die Attacke.

Zwei Menschen seien gestorben, erklärte der Gouverneur von Sysran, Wjatscheslaw Fedorischtschew, im Onlinedienst Telegram. Ein weiterer Mensch sei verletzt worden. Darüber hinaus sollen in der russischen Grenzregion Belgorod den Angaben zufolge drei Menschen bei ukrainischen Drohnenangriffen verwundet worden sein. Insgesamt wurden in der vergangenen Nacht 121 Drohnen über Regionen Russlands und dem Kaspischen Meer abgefangen, heißt es aus dem russischen Verteidigungsministerium.

Immer häufiger nehmen die ukrainischen Streitkräfte das russische Staatsgebiet ins Visier. Regelmäßig greifen Drohnen russische Städte an, die Hunderte Kilometer von der Grenze entfernt liegen. Unter die Attacken fallen Wohnhäuser und andere zivile Objekte, friedliche Einwohner kommen ums Leben. Gleichzeitig erschlaffen die von den USA angeführten diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Konflikts.

Frust gegenüber dem Kreml nimmt zu
Doch der Druck aus Kiew scheint Wirkung zu zeigen – in der russischen Bevölkerung beginnt es vermehrt zu brodeln, die Kritik am russischen Präsidenten Wladimir Putin wird lauter. „Während sich die Bunkerratte (Anspielung auf den Kremlchef, Anm.), die all das angerichtet hat, versteckt hält, läufst du im Haus umher, in dem du dich überhaupt nicht sicher fühlst. (...) Ich hasse diesen Krieg, ich hasse alles, wozu mein geliebtes Land geworden ist. Ich hasse diejenigen, die uns in all das hineingezogen haben. Hoffentlich ist das bald vorbei“, zeigt sich Artjom aus der Region Moskau gegenüber dem russischen Exilmedium „Meduza“ aufgebracht.

Dem pflichtet Kyrill aus Perm bei: „Man sagt nicht mehr ,wir kämpfen gegen die ganze NATO‘. Das vertraute ,Durcheinander im Land‘ zieht sich hin, aber bereits mit einem Hauch von Tadel gegenüber dem, der alles sieht und über alles wacht. Wahrscheinlich wird dies nicht zu offenem, massenhaftem Unmut führen. Dennoch beobachte ich zum ersten Mal ein stetiges Wachstum der Kritik an den Behörden und an Putin persönlich – sogar unter überzeugten Anhängern der ,Befreiung ursprünglich russischer Gebiete‘“.

Ein Umdenken findet statt
Andere spüren Hoffnung, dass sich endlich in der russischen Bevölkerung mehr Widerstand regt. „Der Krieg ist so nahegekommen, dass es näher nicht mehr geht. In einem der Häuser, die brannten, wohnt eine Bekannte von mir. (...) Ich empfinde Hilfslosigkeit und Sehnsucht. Kollektive Verantwortung ist etwas Ungerechtes, aber sie tritt unvermeidlich ein“, schildert Polina aus Rjasan emotional.

Elena aus Moskau geht hart mit den Russen ins Gericht: „Seitdem am 24. Februar (Beginn des Ukraine-Krieges, Anm.) diese Hölle passiert ist, spreche ich mit fast keinen Freunden, Nachbarn oder Kommilitonen mehr. Schon mein ganzes Leben lang lebe ich in Moskau und ich konnte mir nicht vorstellen, dass gebildete und nicht dumme Menschen so gleichgültig, gefühllos und dumm sein könnten. Ich hoffe, dass sie jetzt aufwachen.“

Maxim aus der russischen Hauptstadt hat Angst um seine Angehörigen, meint aber, dass die Drohnenangriffe „den Menschen in Russland wirklich helfen, Dinge zu erkennen. Es ist schrecklich, so etwas darf nicht sein. Aber es hilft.“

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