Jetzt rollt sie los, die Welle an leistbaren elektrischen Stadtflitzern aus dem VW-Konzern. Und zwar vom Mittelmeer aus: Der Cupra Raval, benannt nach dem Stadtteil El Raval in Barcelona, surrt in der dritten Juni-Woche als erstes Auto auf der neuen Plattform MEB+ zu den Händlern, die „Krone“ ist den Spanier in dessen Heimat schon gefahren…
VW. ID Polo und ID-Cross, Skoda Epiq und Audi A2 e-tron stehen schon in den Startlöchern. Doch es ist kein Zufall, dass der Raval den Startschuss für die kleinen Stromer im VW-Konzern geben darf: Cupra hat die Verantwortung für das Projekt bekommen, die Batterien für die Autos auf der neuen Fronttriebler-Elektroplattform MEB+ werden neuerdings in Martorell gefertigt.
Außen ist der Raval gleich als Cupra erkennbar, das Logo ist optional sogar beleuchtet, in den besseren Ausstattungen – und die machen im Sommer den Anfang – sitzen Matrix-LED-Scheinwerfer in der Front. Unter der Motorhaube ist sich kein „Frunk“ ausgegangen, dafür passen 441 l in den Kofferraum. Damit übertrumpft der 4,04-m-Flitzer sogar den größeren Cupra Born, der hat aber auch noch Heckantrieb.
Der Raval steht auf 17 bis 19 Zoll großen Rädern, am Heck sorgt ein Diffussor auf Rennoptik. Erstmals hat ein Cupra versenkbare Türschnallen und einen Digital Key.
In der Schale
Steigen wir also ein und nehmen Platz im 226 PS starken Topmodell VZ, mit dem der Marktstart erfolgt: Die Sitze erinnern mit ihren ausgeprägten Seitenwangen an Sport-Schalensitze, sind aber trotzdem komfortabel. In der zweiten Reihe dürfen zwar drei Erwachsene sitzen, hinter einem 1,80-m-Menschen wird ein Gleichgroßer auf der Langstrecke nicht glücklich. Immerhin ist unter den Vordersitzen viel Platz für die Füße.
Lichtspiele im Cockpit
Da konzentriert man sich gerne auf die Lichtspiele im Cockpit: Auf Tür-Innenverkleidung werden verschiedene Licht-Signaturen wie etwa Wellen projiziert, zwischen Windschutzscheibe und Armaturenbrett sitzt ein LED-Leuchtband – das „Smart Light“ gibt visuelle Rückmeldungen wie etwa Warnungen. Das Armaturenbrett selbst ist aus geschäumten Kunststoff, darunter viel Hartplastik, aber dank Mustern und Farben durchaus ansehnlich.
Beleuchtet ist auch der berühmte Touchslider für Lautstärke und Klima aus dem VW-Konzern, der hier unter dem 12,9-Zoll-Infotainment weiterleben darf. Stört nicht weiter, seine Funktionen sind auch über das Display bedienbar. Echte Knöpfe statt Touch-Tasten hat das Lenkrad bekommen, durch dessen Oval man auf das 10,25-Zoll-Tachodisplay schauen kann.
Das Infotainment basiert erstmals bei Cupra auf einem Android-Betriebssystem, die Menüführung ist übersichtlich. Mehr Übersicht bietet auch die 360-Grad-Kamera, dabei lässt sich der Raval sogar mittel Smartphone von außen einparken.
Nur eines nervt
Etwas versteckt im Menü ist nur die Möglichkeit, die automatische Rekuperation auszuschalten. Denn mit den Lenkrad-Paddles kann man zwar die drei Rekuperationsstufen anwählen, doch die Automatik aktiviert sich jedesmal aufs Neue – und nervt jedes Mal mit anderen Verzögerungsniveau. Apropos Verzögerung: Vorbei die Zeiten von Trommelbremsen am Heck bei den E-Autos aus dem VW-Konzern, hier sitzen vier Scheiben in den Rädern.
Vier Stärken, zwei Größen
Vier Motorisierungen sollen Ende des Jahres zur Wahl stehen: Der Raval Base mit 115 PS wird ab Herbst die Basis ab 25.990 Euro darstellen, mit Aktionen soll es sogar auf 21.400 Euro hinunter gehen. Der Raval+ bekommt 135 PS, der Endurance 210 PS, der VZ legt mit 226 PS bei 39.400 Euro los.
Die beiden schwächeren Motorisierungen bekommen LFP-Akkus mit 37 kWh Netto-Kapazität, die beiden stärkeren NMC-Batterien mit 52 kWh. Das soll für bis zu 446 km reichen. Geladen wird die größere Batterie mit maximal 105 kW, damit soll es binnen 24 Minuten von 10 auf 80 Prozent gehen. Der kleinere Akku soll das noch eine Minute schneller schaffen.
Giftig am Pedal
Schnelligkeit ist auch das Stichwort beim Fahrkapitel: Der VZ ist das Pendant zum gerade erst präsentierten VW ID.Polo GTI, entsprechend ambitioniert sprintet er los. Im Cupra-Modus gehorcht das Gaspedal ab dem ersten Millimeter giftig, der 1615-kg-Flitzer (inkl. 75-kg-Fahrer) sprintet in 6,8 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, bei Tempo 175 wird abgeregelt.
Fast schon überfordert
Die Vorderräder sind mit den 290 Nm beim Start an der Grenze zur Überforderung, dank elektronischem Differential und exakter Lenkung lässt sicher der Kleine flott durch Kurven zirkeln. Das Fahrwerk ist straff, aber mit ausreichend Komfort – schließlich gibt es im Topmodell auch adaptive Dämpfer. Ach, und übrigens sind Anhänger bis 1200 kg zugelassen. So oder so wird der quirlige „Stadtflitzer“ auch auf kurvigen Landstraßen öfter anzutreffen sein.
Warum?
Spaßiger Stadtflitzer für Sportbewusste
Großer Kofferraum für einen E-Kleinwagen
Warum nicht?
Günstige Einstiegsversion kommt erst im Herbst
Oder vielleicht…
Renault 5, Kia EV2, Mini Cooper E, Peugeot e-208, Nissan Micra.
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