Letztes Jahr hat der XC60 den seligen 240er mit 2,7 Millionen Einheiten als meistverkauften Volvo aller Zeiten abgelöst. Und er darf noch weiterlaufen, nachdem auch die Schweden erkannt haben, dass die reine E-Mobilität noch nicht ganz bei allen Kunden angekommen ist. Dabei rollt im Frühsommer der eigentlich als Nachfolger gedachte elektrischen EX60 zu den Händlern. Die „Krone“ ist ihn schon gefahren.
Dass es ein schwedisches Auto ist, wird die Crew von Volvo nicht müde zu betonen: Denn seit 2010 gehört die Marke zum chinesischen Hersteller Geely, beim EX60 sollen dennoch 95 Prozent aus Europa stammen. Die verbliebenen fünf sind von Zulieferern aus Asien.
„Ostereier“ aus Schweden
Beim Design ist aber ganz klar: Hier ist skandinavisch-schlichte Eleganz angesagt. Das kennt man schon von den anderen Elektro-Modellen wie dem EX30. Allerdings gibt man sich auch verspielt: Ein paar „Ostereier“ wurden platziert, wie etwa das Abbild eines Elchs auf der Unterseite des Außenspiegels.
Oder Bilder von Krabben in jenem praktischen Kübel, der unter dem Ladeboden im Kofferraum versteckt ist. Die Ingenieure aus dem Ikea-Land haben nämlich die Heck-Knautschzone hinter den Akkus genützt – eben für jenen Kübel, der für z.B. den Transport von Topfblumen dienen kann, und ein ebenso praktisches Sackerl, das an jene aus dem Möbelhaus erinnert.
Der Ladeboden ist übrigens geteilt, damit man auch Zugriff zu diesem Unterfach hat, wenn man im 640 Liter großen Kofferraum liegt. Dass daran vorher noch keiner gedacht hat! Wem der Kofferraum übrigens nicht reichen sollte, der kann bis zu 2,4 Tonnen anhängen.
Flügel statt Schnallen
Aber schauen wir uns den Volvo noch einmal von vorne an: Die Front ist noch etwas weiter nach unten gezogen als beim kleinen EX30, um den Luftwiderstandsbeiwert (cw) auf 0,26 zu drücken. Deshalb wurde auch auf klassische Türschnallen verzichtet, stattdessen gibt es zum Öffnen kleine Flügelchen an der Fensterkante.
Mit 4,80 m Länge überbietet der EX60 den XC60 um 9 cm, dank 2,97 m Radstand bietet er üppig Platz. In der Rückbank sind optional Kindersitzerhöhungen versteckt, die Gurtanpassung erkennt erstmals elf statt wie sonst üblich drei Passagier-Profile.
Wie daheim bei Florian
Auch echtes Holz findet sich im Cockpit, der deutsche Volvo-Designer Florian Mockenhaupt meint: „Man fühlt sich wie zuhause, da ist man nicht so gestresst.“ Im Wohnzimmer gibt es auch Bildschirme: Ein 15,04-Zoll-Infotainment, das gebogen ist – und zwar nach rechts und links, also zu Fahrer und Beifahrer. Nicht ganz praktisch, schließlich wird das Google-Navi auf der rechten Seite des Displays angezeigt, also eher zum Beifahrer. Das System verwendet übrigens Googles KI-Assistent Gemini.
Das 11,4-Zoll-Tachodisplay ist erstmals bei weit weg vom Fahrer Richtung Windschutzscheibe gerückt, das bedeutet Weitblick für bessere Sicht auf die Straße. Da haben die Schweden ein bisschen bei Peugeot abgeschaut, allerdings funktioniert das sehr gut, weil man hier immer schön über das keine Oval-Lenkrad drüberblicken kann.
Drei Stufen, alle leichtgängig
Wie sich die Lenkung im Fahrbetrieb anfühlt? Es gibt drei Stufen, allerdings gibt nur die sportlichste davon etwas Rückmeldung, die beiden anderen sind zu leichtgängig geraten. Dafür ist das Fahrwerk in Sachen Komfort über jeden Zweifel erhaben, selbst wenn man sich die adaptiven Dämpfer der besseren Modelle spart.
Start bei 374 PS
Apropos Topmodell: Bis zu 810 km verspricht Volvo beim P12 mit 680 Allrad-PS und 117-kWh-Akkus. Der P10 mit 510 Allrad-PS und 95 kWh soll 660 km schaffen, der P6 mit 374 PS am Heck und 83 kWh noch immer 620 km. Geladen wird mit bis zu 370 bzw. 320 kW, damit geht es in 19 bzw. 15 Minuten von 10 auf 80 Prozent – eine Ansage.
Bei 63.490 Euro geht’s los. Ach, und ein Cross-Country mit Offroad-Optik und Luftfederung kommt auch gleich – für rund 6000 Euro mehr.
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