AMG wird elektrisch – und scheint den Sprung vom Sprit zum Strom glaubwürdig zu absolvieren: Das neue 4-Türer-Coupé kommt als GT 63 mit 1169 PS, 600 kW Ladeleistung und der Simulation eines V8-Antriebs. Beim Design hat ihnen die Leistung dann wohl die Orientierung beeinträchtigt.
Knapp 700 Kilometer Reichweite nach WLTP sind schon eine Ansage für so einen Sportwagen, noch besser klingt allerdings, dass man den netto 106 kWh großen 800-Volt-Akku in nur zehn Minuten für 460 weitere Kilometer befüllen kann – vorausgesetzt, man findet dort, wo man sie braucht, eine Ladesäule, die 600 kW hergibt (10-80 Prozent in elf Minuten). Und das wird noch dauern.
Wenn es dann so weit ist, kann man (zumindest in Deutschland, freie Bahn vorausgesetzt) hemmungslos aufs Pedal treten, ohne kurz danach eine ultralange Geduldsmeditation durchziehen zu müssen. Die Kombination aus drei Axial-Fluss-Motoren liefert im GT 63 ein maximales Antriebsdrehmoment von 2000 Nm, das vollvariabel an alle vier Räder verteilt wird. 2,4 Sekunden dauert der klassische Standardsprint mit dem 2460 kg schweren Fahrzeug, in Tesla-Messung (also mit 1-Foot-Rollout) sind es gar nur 2,1 Sekunden. Nach 6,8 Sekunden stehen 200 auf der Uhr, maximal läuft er 300 km/h.
Der GT 55 kommt auf 600 kW/816 PS und 1800 Nm, Gewicht, Batterie und Ladeleistung entsprechen dem GT 63. Die Fahrleistungen: 2,8 s, 9,0 s, 300 km/h.
Was bei Stromern in der Regel fehlt, sind Emotionen, die vom Verbrenner induziert werden. Doch was Hyundai im Ioniq5 N erstmals eingeführt hat, kommt nun auch in ähnlicher Form im AMG GT 4-Türer: Im Modus AMGFORCE S+ simuliert das Auto ein V8-Erlebnis – inklusive Sound, spürbaren Schaltmomenten und passender Anzeige. Die Klangbasis stammt laut AMG von einem echten GT R.
Auch fahrdynamisch dürfte der Affalterbacher einige Rollen in Perfektion spielen: Das Active-Ride-Control-Luftfahrwerk mit semi-aktiver Wankstabilisierung soll hochdynamisches Sportwagen-Handling und Langstrecken-Komfort gleichermaßen ermöglichen. Zusätzliche Agilität schafft die Sechs-Grad-Hinterradlenkung.
Das aktive „Aerokinetics“-System mit Venturi-Elementen im Unterboden und ausfahrbarem Heckdiffusor maximiert Abtrieb und Fahrstabilität für noch mehr Agilität. Dazu kommt der AMG Race Engineer, mit dem sich Ansprechverhalten, Traktion und Kurvenverhalten feinjustieren lassen.
Optisch tritt der Viertürer als echtes AMG-Statement auf: 5,09 Meter lang, 1,41 Meter flach, 1,96 breit, mit langer Haube (samt 41-Liter-Frunk darunter), mächtiger Schulterpartie und herrlich fließender Silhouette. Innen gibt es ein fahrerorientiertes Cockpit mit großen Displays, Performance-Drehreglern, tief montierten Sportsitzen und optionalem Panoramadach mit AMG-Lichtinszenierung. Alles echt und authentisch AMG. Nur am Heck werden sich die Geister scheiden: AMG setzt auf die plastikdominierte Gestaltung von Mercedes GLC und C-Klasse noch eins drauf und übertreibt es derart mit Plastik, dass die sechs runden Heckleuchten mit integrierten Mercedessternen komplett ihre Wirkung verlieren. Darüber hinaus hätten es vielleicht auch vier getan.
Gebaut wird der elektrische Über-AMG ab Sommer 2026 in Sindelfingen. Die Axial-Fluss-Motoren entstehen im Mercedes-Werk Berlin-Marienfelde.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.