Klassenerhalt erreicht, Viertelfinale vor Augen: Teamchef Roger Bader zieht im „Krone“-Interview eine positive Zwischenbilanz und freut sich auf das Duell mit Deutschland. Zudem meint er: „Eines Tages werden wir die Schweiz schlagen!“
Die „Krone“ berichtet aus Zürich
„Krone“: Wie sehr hat Sie in den Stunden nach dem Spiel das mittwöchige 0:9-Debakel gegen die Schweiz noch beschäftigt?
Roger Bader: Nach dem Spiel ist man gefasst. Es schmerzt erst, wenn man zur Ruhe kommt, auch am Tag danach. Die Höhe regt mich auf, ich fand nicht, dass es ein 9:0 war, nach einem Spiel mit 30:20-Schüssen. Letztlich ändert es nichts daran, dass die Schweiz deutlich besser war. Ich hätte mir einen milderen Ausgang gewünscht, doch es geht hier nicht um mich.
Kommen wir zum Erfreulichen bei dieser A-WM: Was hat Sie bei den ersten drei Siegen am meisten beeindruckt oder auch überrascht?
Wir wussten, dass in Abwesenheit der kompletten Mittelstürmer-Achse von der WM 2025 plus einigen Offensivkräften das Kollektiv noch wichtiger wird. Das haben wir sehr gut hingekriegt. Im Verlauf der Vorbereitung ist die Mannschaft enorm zusammengewachsen, zu einer verschworenen Einheit geworden. Das sieht man daran, wie körperbetont wir spielen, auch, wie viel defensive Drecksarbeit wir erledigen. Etwa die blockierten Schüsse, da sind wir führend bei dieser WM.
Wie schaut ihr Fazit nach den ersten vier von sieben Gruppenspielen aus?
Sehr positiv! Die drei Siege aus den ersten drei Spielen hätte ich vor der WM sofort unterschrieben. Auch wenn das 0:9 weh tut, überwiegen die ersten drei Matches deutlich.
Spürt man nun in der Kabine, dass mit dem geschafften Klassenerhalt einiges an Druck abgefallen ist?
Egal, was das Umfeld oder Medien im Vorfeld behaupten – es geht für uns bei jeder A-WM zunächst um den Klassenerhalt. Das ist keine Floskel, dieses Denken haben wir im Trainerteam den Spielern über Monate eingeimpft. Klar war nun eine Erleichterung zu spüren. Wir haben intern aber auch klar besprochen, dass wir jetzt mehr wollen.
Wie emotional war die WM als gebürtiger Schweizer bislang für Sie?
Emotionaler als ich es erwartet hatte. Da Teile meiner Familie bei jedem Spiel live dabei waren, ich hier mehr Leute kenne als an jedem anderen Ort. Auf die eigentliche Arbeit hat es keinen Einfluss. Ich bin so professionell, dass ich das ausblenden kann.
Wie groß sind die Chancen Samstag gegen Deutschland?
Sie sind schon da. Wir sind Außenseiter, das liegt uns in der Regel. Wir können das Viertelfinale aus eigener Kraft schaffen. Damit sich die Chance erhöht, brauchen wir auch gegen Deutschland einen Sieg – egal, ob nach 60 oder 65 Minuten. Dann verdienen wir uns auch den Aufstieg!
Das Duell mit dem Nachbarn – egal in welcher Sportart – sorgt in Österreich immer für spezielle Emotionen.
Das ist in der Schweiz nicht anders. Auch für sie ist das Match gegen die Deutschen immer das Besondere. Das ist auch sehr gut so, der Sport lebt schließlich von solchen Duellen.
Ist die Schweiz für Österreich überhaupt zu besiegen?
Ja, das wird passieren! In neun von zehn Matches gewinnt die Schweiz. Aber es wird der Tag kommen, wo wir sie schlagen werden. Davon bin ich überzeugt!
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.