US-Präsident Donald Trump will 5000 US-Soldaten nach Polen schicken. Details für den neuen Anlauf ließ Trump noch offen. Unterdessen will der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen.
Seine Entscheidung kündigte Trump am Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social an. Er ließ aber offen, wann und von wo die Truppen verlegt werden sollen. Die Entscheidung, Soldaten nach Polen zu schicken, begründete Trump mit seinem guten Verhältnis zum polnischen rechtskonservativen Präsidenten Karol Nawrocki.
Der Pole hatte Mitte 2025 die Stichwahl um das Präsidentenamt gewonnen und hatte im Herbst darauf in Washington Trump im Oval Office besucht. Die beiden Politiker hatten damals ihre Sympathie füreinander deutlich gemacht.
Angriffe nahe Belarus geplant
Unterdessen plant Russland laut dem ukrainischen Geheimdienst eine neue Offensive in der Nähe der Grenze zu Belarus. Nun reagierte Lukaschenko. Sein Land werde sich nur an diesem Krieg beteiligen, wenn es selbst angegriffen werde, sagte er. Lukaschenko bot an, sich mit Selenskyj zu treffen, um über die Beziehungen der beiden Länder zu sprechen. Das Präsidialamt in Kiew lehnte das Angebot jedoch ab.
Polen widerspricht Medienberichten
Trumps Ankündigung, US-Soldaten nach Polen zu schicken, hat eine Vorgeschichte: Polen hatte in der vergangenen Woche Berichte dementiert, in denen das Land vom Stopp der Entsendung einer Kampfbrigade von mehr als 4000 US-Soldaten nach Europa betroffen ist. „Die Zahl der amerikanischen Soldaten in Polen wird nicht reduziert“, sagte Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz in Warschau. Vielmehr arbeite sein Land weiterhin an der Aufstockung der US-Truppenstärke.
US-Truppen werden neu organisiert
Der Verteidigungsminister sagte , wegen des von Trump angekündigten Abzugs von rund 5000 US-Soldaten aus Deutschland werden die amerikanischen Truppen in Europa neu organisiert. Dies könnte dazu führen, dass andere Brigaden in einzelne Länder geschickt werden. Möglicherweise erkläre dies die Verwirrung, die durch Berichte der US-Medien ausgelöst worden sei, sagte Kosiniak-Kamysz.
Polens Vize-Verteidigungsminister Cezary Tomczyk trat den Berichten ebenfalls entgegen und verwies auf das westliche Nachbarland. „Das ist nicht wahr. Diese Mitteilung betrifft Deutschland. Sie betrifft nicht Polen. Polen bemüht sich kontinuierlich um eine Verstärkung der amerikanischen Truppenpräsenz“, schrieb er auf X.
Zuvor hatte unter anderem das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf einen Beamten des Pentagons berichtet, dass das US-Verteidigungsministerium die Entsendung der Kampfbrigade nach Europa gestoppt habe. Eigentlich war erwartet worden, dass die Soldaten für einen auf neun Monate angelegten Einsatz in Polen stationiert werden.
Aktuell 7400 Soldaten
Vor etwa drei Wochen hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth den Abzug von etwa 5000 US-Soldaten aus Deutschland angeordnet – nach Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz an Trumps Vorgehen im Iran.
Polen bekräftigte danach seine Bereitschaft, mehr US-Soldaten aufzunehmen. Mitte Mai waren in Polen nach Angaben aus US-Militärkreisen etwa 7400 Soldaten stationiert. Die meisten von ihnen rotieren regelmäßig zwischen verschiedenen US-Militärbasen in Europa.
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