Das Schweizermesser
Skoda Superb iV: Fehlt nur das weiße Kreuz am Lack
In einer Welt, in der jeder etwas Besonderes sein will - auch Autos -, tut dieses Modell besonders gut: Der Skoda Superb Combi beantwortet keine Fragen, die niemand gestellt hat. Er macht einfach, was er soll. Und als Plug-in-Hybrid auch noch auf einer beachtlichen Strecke elektrisch.
Trotz der Gleichteilestrategie im Volkswagen-Konzern gelingt es den Tschechen, sich klar von der Kernmarke des VW-Konzerns abzusetzen und voll die Sympathiekarte auszuspielen. Das liegt nicht zuletzt an den liebevollen Details – vom Regenschirm in der Tür bis zum Eiskratzer im Tankdeckel. Gleichzeitig nutzt Skoda den Konzernbaukasten geschickt, bewahrt sich Eigenständigkeit und bleibt preislich meist leicht unterhalb des großen Bruders.
Wie der Superb, der seinen Bruder Passat, der bekanntlich ausschließlich als Kombi erhältlich ist, ergänzt. Wir waren trotzdem mit dem Combi unterwegs, und zwar als Plug-in-Hybrid, bei Skoda als „iV“ bezeichnet. Beide Modelle teilen sich viele Gene und werden gemeinsam in Bratislava produziert.
Der Combi ist ein echter Familienversteher, auch wenn der PHEV-Antrieb Laderaum kostet. 510 statt 690 Liter sind es. Die Rücksitzlehnen lassen sich (zweigeteilt, mit Durchreiche) fernentriegelt umklappen, dann sind es 1770 Liter. Wer mehr braucht, wähle einen Diesel oder Benziner.
Letztgenannter ist natürlich auch beim PHEV an Bord, ein 1,5-Liter-Vierzylinder mit 150 PS, der von einem 116-PS-E-Motor zu einer Systemleistung von 204 PS ergänzt wird. Die Batterie speichert netto 19,7 kWh, was offiziell für 107 bis 137 Kilometer nach WLTP reichen soll. Im Alltag waren es auf jeden Fall über 70, eher weit über 70, also absolut ernstzunehmend. Mit leerem Akku flossen auf 100 Kilometer rund 7 l/100 km aus dem 45-Liter-Tank.
Geladen wird mit bis zu 40 kW in 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent oder an der Wallbox mit bis zu 11 kW.
Der Antrieb ist routiniert abgestimmt, ebenso das Fahrwerk - jedenfalls das vielstufig einstellbare adaptive Fahrwerk des Testwagens. Kostet zwar extra, ist aber eine Empfehlung. Die Lenkung agiert gefühlsechter als die Bremse.
Der Innenraum ist nicht weiß Gott wie sophisticated eingerichtet, die Materialien sind aber hochwertig genug, auch wenn das eine oder andere Teil angesichts des Kaufpreises eine Spur mehr Premium ausstrahlen dürfte. Doch immerhin ist das Türfach mit Teppich ausgeschlagen und groß genug für vollformatige Flaschen. Vor allem aber gibt es echte Tasten und Walzen am Lenkrad sowie Drehregler am Armaturenbrett. Nichts gibt Rätsel auf und sogar die lästigen Zwangsassistenten sind über die Lenkradelemente und das 10,25-Zoll-Display hinter dem Lenkrad ruckzuck abzuschalten. Der zentrale Touchscreen misst ab dem zweiten Ausstattungsniveau 13 Zoll, sonst zehn.
Auch die Technik ist auf dem Stand, fast alle Assistenzsysteme sind serienmäßig, vom Abbiege- und Gegenverkehrsassistenten bis zum Kreuzungsassistent beim Abbiegen in den Querverkehr. Der gut funktionierende Abstandstempomat mit Spurführung ist ab Selection dabei. Matrix-Scheinwerfer sind ab Sportline an Bord.
Womit wir beim Preis sind. Der Basispreis für den Superb Combi mit 150-PS-Mildhybrid-Benziner in der Ausstattung Essence beträgt 47.250 Euro. Schon hier ist viel Ausstattung an Bord, von der Zweizonen-Klimaautomatik über Rückfahrkamera bis zu Sitzheizung und hinteren Parksensoren mit Rangierbremsassistent. Der Plug-in-Hybrid ist überhaupt erst ab der zweiten Ausstattung Selection erhältlich und kostet mindestens 58.950 Euro.
Generell sind noch ein 204-PS-Benziner mit Frontantrieb und einer mit 265 PS und Allrad erhältlich. Die Diesel leisten 150 PS (Frontantrieb) oder 193 PS (Allrad). Geschaltet wird per Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, außer beim sechsgängigen PHEV. Kein manuelles Getriebe im Angebot.
Fahrzit
Ist der Skoda Superb nun der größte oder kleinste gemeinsame Nenner? Es wird jedenfalls jeder seinen Antrieb finden und der PHEV ist für viele sogar im Alltag als E-Auto nutzbar. Ein Allzwecktool. Wie ein Schweizermesser. Nicht nur weil so viele Extratools in und am Auto sind, vom Schirm über den Trichter bis zum Eiskratzer oder dem Parkscheinhalter. Nur das weiße Kreuz auf dem roten Lack fehlt in der Optionsliste.
Warum?
Das Schweizermesser unter den Autos
Und ein sympathisches noch dazu
Warum nicht?
PHEV-Antrieb kostet Kofferraum
Oder vielleicht …
… VW Passat, BYD Seal 6, Peugeot 508 SW






























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