Oft schon rund um 50

Mit den Jahren steigt das Risiko für Gürtelrose

Jeder dritte Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an Gürtelrose! Wenn das Immunsystem schwächelt, auch durch Stress oder Schlafmangel, kann dies das Virus reaktivieren und die mitunter extrem schmerzhafte Nervenentzündung auslösen. Viele sind betroffen, auch schon etliche Menschen um 50 Jahre!

„Wer als Kind die Windpocken (oft auch Feuchtblattern oder Schafblattern genannt) hatte und damit das Varizella-Zoster-Virus in seinem Körper trägt, kann an der Gürtelrose erkranken, wenn sein Immunsystem vorübergehend oder längerfristig geschwächt ist“, bringt es Dr. Christian Maté, Allgemeinmediziner in Wien, auf den Punkt. In Österreich geht man von etwa 40.000 Fällen jährlich aus.

Nach einer Windpocken-Infektion wird unser Körper die Viren nicht ganz los. Sie „schlafen“ quasi und können Jahre später wieder „aufwachen“, also aktiv werden und dann eine Gürtelrose auslösen.

Den Begriff „Gürtelrose“ haben die meisten schon einmal gehört, dennoch sind Ursachen und Auswirkungen dieser Nervenentzündung selten bekannt. Vielfach wird das Risiko zu erkranken auch massiv unterschätzt. Fast drei Viertel der Befragten einer aktuellen Umfrage in der Bevölkerung halten es für wenig wahrscheinlich, an Gürtelrose zu erkranken.

Erst Windpocken, dann Gürtelrose
Wenn Varizella-Zoster-Viren wieder aktiv werden, wandern sie meist über einen Rückenmarks-Nerv in das von ihm versorgte Hausgebiet. Es ist daher häufig ein bandartiges Gebiet auf einer Körperseite betroffen, oftmals im Bereich des Rückens oder des Brustkorbs. Dort zeigt sich dann ein rötlicher Ausschlag mit Bläschen.

Entwicklung der Gürtelrose

    • Missempfinden an der betroffenen Hausstelle, später mitunter Juckreiz oder brennender Schmerz, Krankheitsgefühl mit Fieber und Kopfschmerzen möglich
    • Innerhalb von 1 bis 2 Tagen entwickelt sich der typische rötliche Ausschlag mit Bläschen, häufig einseitig bandartig über den Rücken und Brustkorb

    • Die Bläschen können innerhalb von 3 bis 4 Tagen aufplatzen

    • Nach 7 bis 10 Tagen: Die Bläschen verschorfen und verheilen langsam

Personen mit Rheuma, Diabetes, COPD oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sind besonders anfällig für Herpes Zoster. Menschen mit chronischen Erkrankungen und/oder immunsupprimierender Medikation erkranken allerdings nicht nur häufiger an Gürtelrose, sondern oft auch schwerer.

Wie wird behandelt? 
„Eine antivirale (also gegen das Virus gerichtete) Therapie sollte innerhalb von drei Tagen nach Auftreten der ersten Beschwerden gestartet werden“, erläutert Dr. Maté. Weiters muss für ausreichende Schmerzlinderung gesorgt und die Reduktion von Juckreiz und Missempfinden angestrebt werden.

Tipps vom Arzt, wenn es Sie „erwischt“ hat: „Versuchen Sie, den Ausschlag nicht zu kratzen. Eventuell hilft es, die Bläschen mit einem sauberen Wundverband abzudecken. Lockere Kleidung im Bereich der Gürtelrose kann sich unter Umständen besser anfühlen als enge Kleidungsstücke.“ Um niemanden anzustecken, den Ausschlag bedeckt halten und sich die Hände häufig waschen, bis die Bläschen verkrustet sind.

Zitat Icon

Nehmen Sie alle Medikamente wie empfohlen ein. Frühe und konsequente Einnahme kann die Erkrankungsdauer verkürzen und das Risiko für Komplikationen senken.

Dr. Christian Maté, Allgemeinmediziner in Wien

Schlimme Folgen drohen
Mitunter hat eine Infektion auch langwierige Folgen! In etwa 10-15 Prozent der Fälle kann der Schmerz und das Missempfinden weiter bestehen, nachdem der Ausschlag bereits wieder weggegangen ist. Man spricht dann von der postherpetischen Neuralgie (post = nach, Neuralgie = Nervenschmerz). Dieser Schmerz bleibt manchmal Monate bis Jahre und kann zu Schlafstörungen und erheblichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität führen. Bei einer Gürtelrose im Bereich des Kopfes zw. Gesicht kann es zu Schädigungen des Auges und des Ohres kommen.

Kostenlose Impfung für Ältere
Es ist auch eine Impfung gegen das Leiden erhältlich (zwei Teile). Diese wird ab dem 50. Lebensjahr empfohlen. In Österreich gibt es seit Ende vergangenen Jahres die kostenlose Gürtelrose-Impfung im Rahmen des öffentlichen Impfprogramms (ÖIP). Sie ist gratis für alle Personen ab 60 Jahren sowie für Risikopersonen (z.B. bei Krebs, Diabetes oder Asthma) ab 18 Jahren.

Auch bei bereits durchgemachter Gürtelroseerkrankung ist die Impfung übrigens noch möglich und sinnvoll.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung