Aus seiner Vorliebe für Autokraten macht US-Präsident Donald Trump keinen Hehl. Den chinesischen Staatschef Xi Jinping nannte Trump diese Woche einen „tollen Typen“, mit dem er eine „sehr gute Beziehung“ pflege.
Seine ursprünglich für März geplante China-Reise musste Trump wegen des Iran-Kriegs aufschieben, er wird nun am Donnerstag und Freitag in Peking erwartet. Wenn Trump derzeit Druck auf Teheran für eine Friedenslösung macht, hat das auch mit Peking zu tun.
Der US-Präsident will nichts im Gepäck haben, was die Stimmung bei seinem Gipfel mit Xi trüben könnte. Vor der Reise lobte Trump den chinesischen Staatschef demonstrativ dafür, im Konflikt in der Golfregion „sehr respektvoll“ gewesen zu sein.
„Deal Maker“ fürchtet Gesichtsverlust
Trump sieht sich selbst als besten „Deal“-Macher der Welt. Es wäre ein Gesichtsverlust, wenn er trotz wochenlanger Ankündigungen eines bevorstehenden Abkommens mit dem Iran mit leeren Händen nach Peking reisen müsste. Das könnte den Handlungsspielraum des 79-Jährigen gegenüber Xi schmälern, heißt es in Washington.
„Iran im Moment für USA entscheidend“
„Der Iran ist im Moment für die USA entscheidend, und die Chinesen wissen das“, sagt Edgard Kagan vom Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS). China ist seinerseits im besonderen Maße von der Blockade der Straße von Hormuz betroffen, die Trump und Israel mit dem Iran-Krieg ausgelöst haben. Die Volksrepublik bezieht einen Großteil ihres Rohöls vom Iran und anderen Golfstaaten. Die Regierung in Peking hatte deshalb erklärt, sie wolle sich mit Nachdruck für eine Friedenslösung einsetzen.
Trump strebt mit Xi eigentlich Abkommen über Handel, Seltene Erden und andere Schlüsselthemen an. Der US-Präsident will dem Vernehmen nach die Chefs von Unternehmen wie Apple oder Boeing mit nach Peking nehmen, die auf Geschäfte hoffen.
Pekings Hauptziel scheint darin zu bestehen, die Beziehungen zu Washington nach den Turbulenzen zu stabilisieren, in die Trump die Welt durch den Iran-Krieg und aggressive Zölle gestürzt hat. Doch China könnte auch versuchen, aus Trumps geschwächter Position Kapital zu schlagen, nachdem der Oberste US-Gerichtshof im Februar einen Großteil der weltweiten Zölle gekippt hatte.
Auch die Themen Menschenrechte und Taiwan will Trump nach Angaben von Außenminister Marco Rubio bei Xi ansprechen. Rubio warnte China vor der Reise des US-Präsidenten vor jedweden „destabilisierenden“ Aktionen gegenüber dem Inselstaat Taiwan (Republik China), den Peking als abtrünnige Provinz betrachtet.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.