Hunderte Feuerwehrleute versuchen seit Tagen, den großen Waldbrand bei Rein unter Kontrolle zu halten – ehrenamtlich, ohne Bezahlung. In einer Grazer Siedlung herrscht nach einer Brandstiftung großer Zusammenhalt. Wildfremde Menschen unterstützen Familien nach Schicksalsschlägen. Über all das hat die „Krone“ in den vergangenen Tagen berichtet. Unsere Gesellschaft ist vielleicht besser als ihr Ruf.
„Zuerst funktioniert man einfach und denkt nicht zu viel darüber nach.“ Ewald Höcher von der Feuerwehr Eisbach-Rein ist seit Ausbruch des Waldbrands am Mühlbachkogel Teil der Einsatzleitung. Natürlich war er auch am Dienstag im Einsatz, als meine Kollegin Michaela Holzinger von den Löscharbeiten nördlich von Graz berichtete.
Ewald Höcher ist kein Einzelfall. Alleine am Sonntag waren weit mehr als 400 Feuerwehrleute im Waldbrand-Einsatz, sie kamen aus vielen Teilen der Steiermark. Dabei herrschte perfektes Frühsommerwetter. Ein jeder von ihnen hätte den Tag wohl auch anders und angenehmer nutzen können. Am Montag und Dienstag nahmen dann viele Urlaub, um in mühsamer und kräfteraubender Arbeit ein weiteres Ausbreiten der Flammen zu verhindern.
Diese selbstverständliche Hilfsbereitschaft und Solidarität zeigen sich bei jeder größeren Naturkatastrophe in der Steiermark. Dass die Menschen in unserem Bundesland im Notfall zusammenhalten, beweist aber auch die Brandstiftung in einer Grazer Siedlung vor mehr als einer Woche. Der nächtliche Einsatz hat laut Augenzeugen tadellos funktioniert. Und die Menschen in der Siedlung selbst sind seit dem schlimmen Brand wie verwandelt: „Wir reden im Lift mit den Nachbarn und helfen einander. Jeder muss jetzt so weit unterstützt werden, dass er hier keine Angst hat“, berichtet Bewohner Thomas Muck.
Die „Krone“ berichtete kürzlich auch über eine Weststeirerin, die sich wegen einer Krankheit nicht mehr um ihre geliebten Rinder kümmern kann. Nach dem Artikel trafen zahlreiche Hilfsangebote ein. Und auch ein Bericht über einen schwer kranken 25-Jährigen und dessen letzten großen Wünsche löste eine Welle der Solidarität aus.
Nachrichten wie diese lassen den Wahnsinn dieser Tage, von grausamen Morden bis zu geräumten Schulen nach Drohungen, leichter ertragen. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Mittwoch.
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