Bürger sollen helfen!

Blackout-Experte: „Politik kann nicht alles lösen“

Österreich
29.04.2026 16:34

Immer noch steigen die Energiepreise, Lieferketten sind gestört, auch in Österreich, so Blackout- und Krisenvorsorge-Experte Herbert Saurugg. Im krone.tv-Interview erklärt er, warum nicht nur Regierung, sondern auch die Bürger jetzt mitanpacken müssen um nicht „enttäuscht“ zu werden. Doch die Frage ist: „Was können wir beitragen?“

Die Zeichen verdichten sich: Was lange als reine „Preiskrise“ wahrgenommen wurde, könnte sich als viel tiefgreifenderes Problem entpuppen. Immer mehr Experten sprechen von einer Allokationskrise – also einer Situation, in der Waren schlicht nicht mehr verfügbar sind. Und das hat weitreichende Folgen.„Selbst wenn ich bereit bin, jeden Preis zu zahlen, wenn es die Ware nicht gibt, bekomme ich sie nicht“, bringt es Blackout und Krisenvorsorgeexperte Experte Herbert Saurugg im krone.tv Interview auf den Punkt.

Was aktuell noch unscheinbar wirkt, entwickelt sich laut Einschätzung bereits zu einer gefährlichen Kettenreaktion: Hier fehlt ein Kabel, dort eine Folie und plötzlich stehen ganze Produktionen still. Besonders betroffen seien Rohstoffe wie Aluminium, aber auch Düngemittel oder Helium, also genau jene Stoffe, die im Hintergrund für funktionierende Lieferketten sorgen.

Blackout- und Krisenvorsorge-Experte Herbert Saurugg spricht über den globalen Machtkampf ...
Blackout- und Krisenvorsorge-Experte Herbert Saurugg spricht über den globalen Machtkampf zwischen USA und China, die zunehmende Instabilität internationaler Systeme und die daraus resultierenden Risiken für Europa und Österreich.(Bild: krone.tv)

Noch werde das Problem unterschätzt, weil Lagerbestände vieles abfedern. Doch genau das sei die große Täuschung: „Diese Puffer werden gerade aufgebraucht und dann wird es plötzlich sichtbar. Die Krise verlaufe nicht abrupt, sondern schleichend“, so Saurrug.

Auch die Energieversorgung gilt derzeit noch als stabil, doch die Lage bleibt angespannt. Vor allem beim Gas könne es im Winter kritisch werden, etwa bei einer längeren Kälteperiode oder Problemen bei Lieferungen. Zusätzlich sorgen zunehmende Angriffe auf kritische Infrastruktur für Unsicherheit. „Wenn jemand Europa schaden will, sind Energieanlagen ein logisches Ziel“, warnt der Experte. Kritik gibt es auch an politischen Maßnahmen wie Preisbremsen, die das Problem nur kurzfristig kaschieren würden. „Das verhindert notwendige Anpassungen und verschärft die Lage langfristig“, so die Einschätzung. 

Saurugg warnt vor einer gefährlichen Fehlwahrnehmung: „Wir befinden uns in einem Umbruch, ohne genau sagen zu können, was das für uns bedeutet. Aber eines ist klar: Die Normalität kommt so nicht zurück.“ Die Frage sei daher nicht mehr nur, wann sich die Lage stabilisiert, sondern wie sich Gesellschaft, Wirtschaft und Politik darauf einstellen. 

Der Experte richtet den Blick dabei weg von rein technischen Lösungen hin zu gesellschaftlichen Grundhaltungen. „Ich glaube, wir haben ein Problem mit unserer Erwartungshaltung und unserer fehlenden Anpassungsbereitschaft“, sagt er. Im Zentrum seiner Kritik steht auch das Verhältnis zwischen Politik und Bevölkerung. Die Erwartung, dass der Staat alle Krisen abfedern und etwa Preise dauerhaft stabil halten könne, sei trügerisch. „Wir als Bevölkerung gestalten das mit“, betont Saurugg. „Wenn wir erwarten, dass die Politik alles löst und die Preise dämpft, werden wir enttäuscht.“

Der Kern seiner Botschaft: Nicht jede Krise kann politisch abgefangen werden, entscheidend sei daher auch, wie gut sich Menschen selbst auf mögliche Ausnahmesituationen einstellen. Das könne ganz praktisch sein: ein kleiner Notvorrat an Lebensmitteln und Wasser, alternative Licht- und Kochmöglichkeiten oder auch einfach das Wissen, wie man einige Tage ohne funktionierende Infrastruktur auskommt. „Es geht nicht um Angst, sondern um Vorbereitung.“

Das ganze Interview sehen Sie oben im Video!

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