Keine Verschnaufpause

70 Hektar Wald stehen am Mühlbachkogel in Flammen

Steiermark
27.04.2026 17:27

Am Mühlbachkogel im steirischen Eisbach-Rein brennen inzwischen schon 70 Hektar. Hunderte Einsatzkräfte kämpfen seit Samstagnachmittag rund um die Uhr gegen das Inferno. Am Montagabend kam eine gute Nachricht von der Feuerwehr: „Im Moment breitet sich der Brand nicht aus!“

Der Waldbrand in Eisbach-Rein gönnt den Einsatzkräften keine Pause. Seit Samstag kämpfen Hunderte Feuerwehrleute gegen die Flammen am Mühlbachkogel, einem beliebten Ausflugsberg im Norden von Graz. Auch gestern bahnte sich wieder eine Kolonne an Feuerwehr-Fahrzeugen aus der gesamten Steiermark ihren Weg zum Einsatzort.

Montagfrüh bat Philipp Helm, der dem weltbekannten Stift und Waldeigentümer als Abt vorsteht, sogar um Gottes Segen für die Löscharbeiten und um eine unfallfreie Rückkehr der Feuerwehrleute. Über 300 Kräfte standen am Montag wieder am Berg, in schwer zugänglichem Gelände, im Einsatz – dazu sieben Hubschrauber, etwa vom Bundesheer. Doch das Feuer hat sich allen Bemühungen zum Trotz weiter ausgebreitet. Mittlerweile stehen 70 Hektar in Flammen, am Sonntag waren es noch 50.

„Zum Glück hat der Wind im Vergleich zum Tag davor aber etwas nachgelassen“, atmet Herbert Buchgraber vom Bereichsfeuerwehrverband Graz-Umgebung am Montagmorgen etwas durch. Doch es bleibt ein Knochenjob. Bisher erwies sich das Feuer als übermächtiger Gegner, weshalb das Einsatzende aktuell auch noch nicht abzuschätzen ist. „Das kann sicher noch Tage gehen. Wichtig ist, dass wir zumindest ein großflächiges Ausbreiten verhindern“, betont Herbert Buchgraber. Am Montagabend kam dann die positive Nachricht, dass sich der Brand aktuell nicht weiter ausbreitet. Verletzte gab es bis zu diesem Zeitpunkt auch keine.

Zitat Icon

Leider hat sich das Feuer weiter ausgebreitet – ein Ende des Einsatzes ist deshalb aktuell wirklich noch nicht absehbar.

Herbert Buchgraber, BFV Graz-Umgebung

Die Wasserversorgung sei im Moment jedenfalls kein Problem. Wie berichtet, hat Doris Dirnberger, Bürgermeisterin von Gratwein-Straßengel, vorsorglich an die Bevölkerung appelliert, private Pools nicht zu befüllen, damit eben ausreichend Löschwasser verfügbar ist.

Feuerwehrleute müssen für Einsatz Urlaub nehmen
Übrigens: Dass Hunderte Feuerwehrleute auch an einem Wochentag in Rein im Einsatz stehen können, ist nicht selbstverständlich – in der Steiermark aber zum Glück mehr Regel als Ausnahme. „Grundsätzlich müssen unsere Leute für einen Einsatz immer Urlaub nehmen“, stellt Michael Jost, Dienststellenleiter beim Landesfeuerwehrverband, klar. Natürlich kommt das aber immer auf den Arbeitgeber an – und der Bund hat auch ein Anreizsystem geschaffen, bei dem Unternehmen für den Dienstentgang pro Mitarbeiter und Tag 200 Euro einfordern können. „Und das relativ unkompliziert“, wie Jost betont.

Dazu werden auch „feuerwehrfreundliche Arbeitgeber“ regelmäßig ausgezeichnet. Um die Belastung für Einsatzkräfte, wie für ihre Betriebe, aber möglichst gering zu halten, werden die eingesetzten Kontingente bei Großereignissen wie jetzt durchgewechselt.

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