Nach Wohnhausbrand

„Müssen uns unterstützen, damit keiner Angst hat“

Steiermark
26.04.2026 10:00

Bei dem Brand in einem Grazer Mehrparteienhaus vergangenen Sonntag „funktionierte die Stadt“: Die Bewohner sind dankbar und schauen nach vorn. Ernsthaft verletzt wurde bei dem Brand nämlich niemand. 

„Und es passiert genau das, wofür ich meine Heimatstadt so liebe: Wir rücken zusammen.“ Das schrieb Thomas Muck drei Tage nach dem verheerenden Großbrand in einem Wohnhaus in einer Siedlung in Graz. Damit hat er einen Nerv getroffen.

Er wohnt selbst in dem betroffenen Gebäude im Bezirk Straßgang. Auf Facebook teilte er kurz nach dem Brand seine Eindrücke und artikulierte seine Dankbarkeit gegenüber den Einsatzkräften. Mehr als 2000 Reaktionen und über 100 Kommentare hat sein Posting inzwischen: „Damit habe ich nicht gerechnet, das überfordert mich sogar ein bisschen“, erzählt er im Gespräch mit der „Krone“, bevor er die Nacht noch einmal Revue passieren lässt.

Dichter Rauch auf Terrasse
Muck wohnt gemeinsam mit seiner Frau, dem Sohn und drei Hunden in einer Wohnung im sechsten Stock. Es war ein klassischer Sonntagabend: „Ich glaube, wir sind beim Fernseher gesessen, als eine Freundin meiner Frau, die im Wohnhaus gegenüber wohnt, angerufen hat und sagte: ,Ich glaube, bei euch brennt’s!‘“

Zitat Icon

Von unserem Keller ist nichts mehr da. Das ist zwar ärgerlich, aber das geringste Übel. Jetzt müssen wir Nachbarn uns gegenseitig unterstützen.

Thomas Muck

Ein erster Blick zur Terrasse bestätigte diesen Verdacht: „Da war schon der Rauch, wie man ihn auf den Bildern sieht.“ Der Fluchtweg über das Treppenhaus war für die Familie inklusive Hunde noch passierbar. Und draußen funktionierte alles perfekt: „Es waren viele Einsatzkräfte da, die auf das Schlimmste vorbereitet waren, uns aber Sicherheit gaben“, erinnert sich Muck.

Dass bei dem Brand (die Polizei geht davon aus, dass es sich um Brandstiftung handelt und ermittelt weiterhin auf Hochtouren) niemand ernsthaft verletzt wurde, gleicht einem Wunder. Dem unglaublichen Einsatz der Helfer folgte eine Welle an Solidarität: „Wir reden im Lift mit den Nachbarn und helfen einander. Jeder muss jetzt so weit unterstützt werden, dass er hier keine Angst hat“, beschreibt der Bewohner die Atmosphäre im Wohnhaus.

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