Eben erst säumten Tausende Menschen die Grazer Innenstadt und versammelten sich am Hauptplatz zur Meisterfeier der 99ers-Eishockey-Truppe. Nur knapp drei Wochen später könnte eine weitere Titelparty vor dem Rathaus steigen, diesmal mit Fußball-Fans. Die Chancen dafür sind allerdings gesunken, weil Sturm ein echtes Problem hat.
Es ist mittlerweile offensichtlich: Müsste man jetzt den Titel der Fußball-Bundesliga an das spielstärkste und am attraktivsten auftretende Team vergeben, die Trophäe würde schnurstracks nach Linz wandern. Die Qualität an Spielern, das Angriffsspiel, dazu ein Trainer, der polarisiert und damit Druck und Aufmerksamkeit auf sich lenkt – plus eine Titel-Gier, nach Jahrzehnten den Fans eine Meisterschaft schenken zu wollen. Das alles macht den LASK nicht nur tabellarisch zum Nummer-eins-Favoriten. Vieles davon erinnert an Sturm vor dem ersten Meisterstück unter Christian Ilzer.
Spektakulär ist nur der Unterschied zu früher
Der große Unterschied zu damals in Graz? Der ist in der Qualität des Kaders schnell ausgemacht. Man hat zwar Spieler im Talon (Mamageishvili, Rozga, Hödl, Grgic, Beganovic), die auf Sicht richtig Freude bereiten und den Fans endlich wieder offensives Spektakel bieten könnten. Teilweise sind diese Hoffnungsträger allerdings langzeitverletzt oder schlichtweg einfach noch nicht lange genug in Graz, um unter einem – auch eben erst im Winter – neu geholten Trainer alles umsetzen zu können, was der Coach von ihnen verlangt oder was Fans auf der Tribüne gerne zu sehen bekommen würden.
Vor allem die Stürmer – wenn zugegeben auch oft eher schlecht von den Kollegen eingesetzt – scheinen nicht in der Lage, eigenständig etwas Gefährliches produzieren zu können und schießen eher mit Platzpatronen. Coach Ingolitsch sah unter seiner Ägide in der Bundesliga nur drei Tore von nominellen Angreifern. Einmal traf Jatta, zweimal Beganovic – Letzterer fehlt aber schon lange verletzt. Der Rest: Malone, Kayombo und auch der junge Wilson erwecken wahrlich nicht den Eindruck, im Saisonfinish das Ruder herumreißen zu können. Sky-Experte Marc Janko sagte unlängst: „Ich weiß nicht, unter welchen Kriterien Sturm gescoutet hat. Toreschießen war aber nicht ganz oben auf der Liste.“
Damit trifft zumindest der ehemalige ÖFB-Stürmer ins Schwarze. Und lässt damit auch eher schwarzmalen, was eine mögliche Sturm-Titelfeier am Grazer Hauptplatz am 18. Mai betrifft.
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