KIT betreut Schüler

Drohbrief-Schock: „Kinder brauchen Normalität“

Steiermark
29.04.2026 16:00

Am Tag nach der Drohung gegen den Schulcluster in Hausmannstätten (Steiermark) ist der Regelbetrieb wieder angelaufen. Doch der Schock sitzt tief – weckte der Einsatz doch Erinnerungen an das School-Shooting am Grazer Borg. Der Leiter des Kriseninterventionsteams erklärt, wie man den Kindern jetzt zur Seite steht.

Dienstagmittag musste es schnell gehen. Binnen kürzester Zeit wurde der Schulcluster Hausmannstätten mit 350 Schülern evakuiert. Der Grund: Im Postkasten war ein Drohbrief gegen mehrere Lehrer gelandet. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften – von SIG über Cobra bis zu Polizeihunden – war sofort zur Stelle und führte genau das aus, das man seit dem School-Shooting vergangenen Juni in Graz zigmal geprobt hatte.

Der Vorfall sorgte – nicht zuletzt wegen des Amoklaufs – für Panik und zahlreiche Tränen. Lange war schwer abschätzbar, wie ernst die Lage ist. Kalmieren konnten die treuen Helfer des Kriseninterventionsteams (KIT). „Wir waren mit sechs Personen vor Ort und haben Schüler und Eltern begleitet und informiert“, berichtet KIT-Leiter Edwin Benko.

Auch die Cobra rückte am Dienstag zum Schulcluster Hausmannstätten aus.
Auch die Cobra rückte am Dienstag zum Schulcluster Hausmannstätten aus.(Bild: Christian Jauschowetz)

Regelbetrieb wieder angelaufen
Am Mittwoch wurde der Unterricht wieder aufgenommen. „Die Kinder brauchen jetzt Normalität“, ist Benko überzeugt. Acht KIT-Mitarbeiter sind gemeinsam mit vier Schulpsychologen vor Ort, „wenn jemand etwas braucht“. Sollte ein Kind lieber zu Hause bleiben, ist das auch gestattet. Eltern rät er zu Geduld – Reaktionen wie ein verändertes Sozialverhalten oder ein gestörter Schlafrhythmus können noch einige Wochen andauern.

Zitat Icon

Jeder reagiert anders auf solche Ereignisse. Manche ziehen sich zurück, andere sind laut, manche essen viel, andere ganz wenig.

Edwin Benko, KIT Steiermark

Der Psychotherapeut betont: „Jeder reagiert anders auf solche Ereignisse. Manche ziehen sich zurück, andere sind laut, manche essen viel, andere ganz wenig.“ Aber die Mehrheit möchte zusammenstehen, „das hat man auch in der Dreierschützengasse gesehen“.

Indes dauern die Ermittlungen der Polizei an. Wie berichtet, wurden am Dienstag mehrere Jugendliche „im Mittelschulalter“ bis in die Abendstunden einvernommen, auch ihre Handys wurden sichergestellt. Sie sind nicht geständig. Festnahmen gab es bisher keine, heißt es auf Nachfrage.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Steiermark
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung