Tech-Milliardär Elon Musk will auch nach dem geplanten Rekord-Börsengang von SpaceX den Verwaltungsrat seiner Weltraumfirma kontrollieren. Das Gremium müsse abweichend von den Gepflogenheiten nicht mehrheitlich aus unabhängigen Personen bestehen, heißt es im Börsenprospekt. Lediglich der Prüfungsausschuss werde extern besetzt.
SpaceX wird voraussichtlich im Juni an der Wall Street debütieren. Mit einem angepeilten Emissionserlös von 75 Milliarden Dollar (rund 63,92 Milliarden Euro) wird dies der größte Börsengang aller Zeiten. Experten trauen dem Unternehmen, zu dem der Satellitenbetreiber Starlink, der Kurznachrichtendienst X und der KI-Entwickler xAI gehören, eine Marktkapitalisierung von 1,75 Billionen Dollar zu.
Der von SpaceX eingereichte Antrag auf Börsenzulassung, den Reuters einsehen konnte, ist bisher vertraulich. Dieses Verfahren ist in den USA nicht unüblich. Vor allem Technologiefirmen wollen wegen des harten Wettbewerbs Informationen über ihre Projekte und deren Entwicklungsstand möglichst lange unter Verschluss halten.
Vorbild Zuckerberg
Einer Studie der National Association of Corporate Directors aus dem Jahr 2024 zufolge sind unter den 3000 größten US-Börsenwerten lediglich drei bis vier Prozent „kontrollierte Unternehmen“, bei denen der Verwaltungsrat mehrheitlich mit Internen besetzt ist. Zu dieser Gruppe gehört nach den Regeln der Technologiebörse Nasdaq auch die Facebook-Mutter Meta, deren Gründer Mark Zuckerberg über eine Stimmrechtsmehrheit verfügt. Die überwiegende Zahl der Mitglieder im Meta-Verwaltungsrat sind jedoch Externe.
Bei SpaceX erhalten Musk und einige ausgewählte Investoren nach früheren Reuters-Recherchen zudem Sonderstimmrechte. Der Milliardär werde nach dem Börsengang als Vorstandschef, Technologiechef und Vorsitzender des neunköpfigen Verwaltungsrats fungieren. Bei seinen anderen Firmen besetzt Musk die jeweiligen Aufsichtsgremien oft mit Vertrauten, die nach Börsenstandards dennoch als unabhängig gelten. So gehört Elon Musks Bruder Kimbal dem Verwaltungsrat des Elektroautobauers Tesla an.
Der Status als „kontrolliertes Unternehmen“ gebe SpaceX mehr Flexibilität bei der Vergabe von Boni, erläutert David Larcker, Professor an der Stanford University und Experte für Unternehmensführung. Dem Börsenprospekt zufolge winken große Auszahlungen, sobald bestimmte Meilensteine erreicht werden. Hierzu gehören eine Marktkapitalisierung von 7,5 Billionen Dollar, der Aufbau einer „menschlichen Kolonie auf dem Mars mit mindestens einer Million Bewohnern“ sowie der Betrieb einer Flotte „nicht-erdgebundener Rechenzentren mit einem jährlichen Strombedarf von 100 Terawatt“.
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