Die Anlegerinnen und Anleger bringen sich in Stellung: Am heutigen Freitag springt das US-Raumfahrtunternehmen auf das Börsenparkett. Anlegervertreter dämpfen allerdings die Vorfreude auf mögliche Gewinne: Der Aktienkauf könnte für manche zur „Bruchlandung“ werden.
135 US-Dollar ist der Ausgabepreis für eine einzelne SpaceX-Aktie, wenn um 15.30 Uhr unserer Zeit die US-Börsen öffnen – damit könnte das Unternehmen des Tech-Milliardärs Elon Musk 75 Milliarden Dollar einsammeln. Doch die Nachfrage nach den SpaceX-Aktien dürfte noch viel höher sein und liegt laut Berichten bei mehr als 250 Mrd. Dollar.
So verlockend das für Anlegerinnen und Anleger auch wirken mag, der Interessensverband für Anleger (IVA) warnt eindringlich. „Gerade unerfahrene Anleger laufen hier Gefahr, nahe eines Markthochs einzusteigen und anschließend erhebliche Verluste zu erleiden“, warnt Verbandsvorstand Florian Beckermann.
„Medienhype, Prominentenstatus und die Faszination für die Raumfahrt“ könnten zu einer Überbewertung der Aktie führen. Das würde dann eine „Bruchlandung“ im Aktiendepot bedeuten, erklärt Beckermann. Die Euphorie an den Märkten befeuere Spekulationskäufe und „Social-Media-getriebene Kaufwellen“ nocheinmal mehr.
Musk als „Risikofaktor“
Ein großer „Risikofaktor“ für den Aktienkurs ist auch Musk selbst. „Seine Äußerungen, politische Kontroversen, Rechtsstreitigkeiten oder strategische Entscheidungen können erhebliche Auswirkungen auf die Marktstimmung und damit auf den Aktienkurs haben.“ Anlegerinnen und Anleger, die SpaceX-Aktien kaufen, investieren nicht nur in das Unternehmen, „sondern teilweise auch in seine öffentliche Wahrnehmung.“
Darüber hinaus bleibe die Raumfahrt ein „Hochrisikogeschäft“, das von Technik, Regulatorik, Unfällen, Geopolitik oder weniger staatlichen Aufträgen abhängig sei. Ein einzelnes schwerwiegendes Ereignis könne hier „Milliardenwerte vernichten und den Aktienkurs massiv belasten“.
Vorsicht vor Abzocke
Österreichische Anlegerinnen und Anleger müssen beim Aktienkauf außerdem mit höheren Gebühren rechnen. In Österreich ist das Börsenprospekt nämlich nicht zugelassen. Käuferinnen und Käufer müssen daher auf Drittstaaten und deren Broker ausweichen, wenn sie Aktien von SpaceX kaufen wollen. In der Regel verrechnen diese allerdings entsprechende Zuschläge zum Emissionspreis, womit „Abzocke“ nicht auszuschließen sei, hieß es weiter.
Anlegerinnen und Anlegern rät der IVA daher, keine Kaufentscheidung nur aufgrund von Medienberichten oder Social-Media-Euphorie zu treffen, Daten zu prüfen und entsprechend realistisch zu bewerten und nur dann zu investieren, wenn ein finanzieller Verlust verkraftbar wäre.
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