24 Überflüge erfasst

So unterstützt Moskau den Iran mit Satellitendaten

Ausland
07.04.2026 16:59
Porträt von krone.at
Von krone.at

Russische Satelliten haben Dutzende militärische Anlagen und kritische Infrastruktur im Nahen Osten ausgespäht, um den Iran im Krieg zu unterstützen. Das geht aus einem ukrainischen Geheimdienstbericht hervor. Dieser zeigt auch, wie das Ganze funktioniert, und dass russische und iranische Hackerinnen und Hacker eng zusammenarbeiten.

Zwischen dem 21. und 31. März hätten russische Satelliten demnach bei mindestens 24 Überflügen über elf Ländern im Nahen Osten 46 Objekte erfasst. Darunter befänden sich US-Militärstützpunkte sowie Flughäfen und Ölfelder, heißt es darin. Wenige Tage nach der Aufklärung seien diese Ziele von iranischen ballistischen Raketen und Drohnen angegriffen worden. Ein westlicher Militärvertreter und ein regionaler Sicherheitsinsider sagten der Nachrichtenagentur Reuters, ihre eigenen Erkenntnisse deuteten ebenfalls auf intensive russische Satellitenaktivitäten in der Region hin. Das Bildmaterial sei an die Regierung in Teheran weitergegeben worden.

Konzentration auf Saudi-Arabien
Laut dem ukrainischen Bericht konzentrierten sich neun der Missionen auf Saudi-Arabien. Dabei sei offenbar versucht worden, Teile des US-Raketenabwehrsystems THAAD nahe der King Khalid Military City zu lokalisieren. Weitere Ziele lagen in der Türkei, in Jordanien, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Israel, Katar, dem Irak, Bahrain sowie auf dem US-Stützpunkt Diego Garcia.

Ölinfrastruktur in Saudi-Arabien
Ölinfrastruktur in Saudi-Arabien(Bild: AFP/Planet Labs PBC)
Die iranische Führung hat die Straße von Hormuz für Schiffe de facto gesperrt.
Die iranische Führung hat die Straße von Hormuz für Schiffe de facto gesperrt.(Bild: EPA/ABEDIN TAHERKENAREH)

Zudem überwachen russische Satelliten verstärkt die Straße von Hormuz, in der die iranische Führung eine faktische Blockade für alle „nicht-freundlichen Schiffe“ verhängt hat. Der Sicherheitsinsider bestätigte einen Vorfall auf der Prince Sultan Air Base in Saudi-Arabien, den der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits in der vergangenen Woche öffentlich gemacht hatte. Ein russischer Satellit habe die Basis fotografiert, bevor der Iran die Anlage am 27. März angegriffen und dabei ein modernes US-Aufklärungsflugzeug vom Typ E-3 Sentry AWACS getroffen habe, sagte er. Am Folgetag habe ein weiterer Satellit aus Russland die Schäden begutachtet.

„Beeinträchtigt US-Erfolg nicht“
Eine Sprecherin des Weißen Hauses sagte am Dienstag, externe Unterstützung für den Iran beeinträchtige den operativen Erfolg der Vereinigten Staaten nicht. US-Außenminister Marco Rubio hatte die russische Hilfe für den Iran zuvor als unbedeutend abgetan. 

Aus dem Bericht geht auch hervor, dass russische Akteurinnen und Akteure im Cyberraum unterstützen. Iranische Hackergruppen haben ihre Attacken auf kritische Infrastruktur und Telekommunikationsunternehmen in der Golfregion seit Ende Februar intensiviert. Dabei kooperierten russische Gruppen wie „Z-Pentest Alliance“ und „DDoSia Project“ über den Messengerdienst Telegram mit der iranischen „Handala Hack“. Zudem nutzten iranische Hackerinnen und Hacker russische Infrastruktur und Techniken des russischen Militärgeheimdienstes. Seit Kriegsbeginn in der Ukraine 2022 haben die beiden Länder ihre militärischen Beziehungen ausgebaut, darunter den Austausch von Geheimdienstinformationen.

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