Orgel bereits ertönt

„Brand aus“ bei Hotel: Haupthaus, Kirche gerettet

Tirol
14.04.2026 10:25

Der Großbrand eines 5-Sterne-Hotels in Seefeld in Tirol forderte auch in der Nacht Hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettung und Polizei. Am Dienstagvormittag fanden noch Nachlöscharbeiten statt – inzwischen konnte „Brand aus“ gegeben werden. Die guten Nachrichten in den dunklen Stunden: Das Haupthaus des Hotels konnte offenbar gerettet werden. So wie auch die Kirche, in der bereits die Orgel wieder ertönte.

Kurz nach 19 Uhr wurden am Montag die ersten Feuerwehren zu dem Brand beim bekannten 5-Sterne-Hotel „Klosterbräu“ mitten in Seefeld alarmiert. Dichter, schwarzer Rauch stieg in den Abendhimmel empor, gewaltige Flammen waren weithin sichtbar.

Die Situation wurde immer dramatischer. Um 20.19 Uhr wurde für die Region AT-Alert ausgelöst. Immer mehr Feuerwehren wurden zur Unterstützung angefordert. „Alles in allem standen seit Brandausbruch rund 30 Wehren im Einsatz“, hieß es vonseiten der Leitstelle Tirol. Im Zuge des Einsatzes seien die Feuerwehren immer wieder abgetauscht worden.

„Brand aus“ erst am Vormittag
Entwarnung gab es Dienstagfrüh zunächst noch nicht. Die Löscharbeiten dauerten weiter an. In den frühen Morgenstunden waren noch sieben Feuerwehren vor Ort, schilderte der Leitstellen-Schichtleiter kurz nach 5 Uhr im Gespräch mit der „Krone“.

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Es war ein sehr fordernder und kräftezehrender Einsatz.

Landesfeuerwehrchef Rene Staudacher

Im Laufe des Vormittags dann aber großes Aufatmen. Die Einsatzkräfte konnten „Brand aus“ geben. Alles in allem standen rund 400 Feuerwehrleute im Einsatz. Auch aus dem benachbarten Mittenwald (Bayern). „Es war ein sehr fordernder und kräftezehrender Einsatz“, erklärte Landesfeuerwehrchef Rene Staudacher. Probleme hätten vor allem der Wind und die Doppeldachkonstruktion bereitet.

Dachteile auf Bergbahn-Parkplatz
Gegen 2 Uhr nachts hatte sich die Lage insofern verbessert, „als die Rauchentwicklung nicht mehr so stark war. Eine Drohne mit Wärmebildkamera überflog die Brandruine“, so Elmar Rizzoli, Leiter des Krisen- und Katastrophenmanagements des Landes Tirol, am Vormittag gegenüber der „Krone“. Die Feuerwehren waren zunächst noch mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Das Dach wurde nach und nach mittels Kran geöffnet. „Die Teile wurden anschließend zum Parkplatz der Rosshüttenbahn gebracht und dort endgültig abgelöscht“, schilderte Rizzoli weiter.

Am Dienstagvormittag dann ein erster Lichtblick: Offenbar konnte das Haupthaus des Fünf-Sterne-Hotels von den Einsatzkräften gerettet werden.

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Aufgrund der schwierigen Zugangssituation zum betroffenen Dachbereich wurde zusätzlich ein Lkw mit Kran an die Einsatzstelle beordert.

Bezirksfeuerwehrverband Innsbruck-Land

„Intensive Löscharbeiten“ in der Nacht
Das Feuer hatte am Abend zunächst eingedämmt werden können, am späten Abend loderten die Flammen aber wieder erneut auf. Die ganze Nacht über dauerten die „umfangreichen Löscharbeiten“ mit „unverminderter Intensität“ an, hieß es vom Bezirksfeuerwehrverband. „Aufgrund der schwierigen Zugangssituation zum betroffenen Dachbereich wurde zusätzlich ein Lkw mit Kran an die Einsatzstelle beordert. Ziel dieser Maßnahme war es, Teile der Dachkonstruktion gezielt abzutragen, um versteckte Glutnester besser lokalisieren und die Brandbekämpfung im Innenbereich wirksam unterstützen zu können“, hieß es in einem Update um 1.42 Uhr.

150 Personen aus benachbarten Hotels mussten noch am späten Abend vorsorglich evakuiert werden. Diese seien zunächst in der WM-Halle untergebracht und versorgt sowie folglich auf Hotels in der Region verteilt worden. Auch umliegende Lokale wurden evakuiert, so die Polizei.

Verdacht auf Rauchgasvergiftungen
Laut Rotem Kreuz mussten seit Brandausbruch mehrere Personen medizinisch versorgt werden. „Eine Person aufgrund eines Sturzes sowie fünf Personen wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung. Letztere wurden zur weiteren Abklärung in Spitäler transportiert“, hieß es am späten Abend.

Dichter Rauch und meterhohe Flammen waren weithin sichtbar.
Dichter Rauch und meterhohe Flammen waren weithin sichtbar.(Bild: Robert Isser)

Flämmarbeiten als Brandursache?
Zur Brandursache sowie zum genauen Schadensausmaß konnten zunächst noch keine gesicherten Angaben gemacht werden. Der Schaden ist jedoch sicherlich massiv. Beim Hotel mussten Dachöffnungen vorgenommen werden. Das gesamte Gebäude war verraucht, was es für die Feuerwehrleute schwieriger machte, vorzudringen. Jedenfalls dürfte auch der Innenbereich schwer in Mitleidenschaft gezogen worden sein.

Das Hotel war zum Zeitpunkt des Brandausbruches nicht in Betrieb bzw. geschlossen, hieß es vonseiten der Polizei. Im bzw. am Haus fanden Bauarbeiten statt. Ob der Brand damit zusammenhängt, kann derzeit noch nicht zweifelsfrei bestätigt werden. Die Brandursache werde erst im Zuge der folgenden Erhebungen nach „Brand aus“ ermittelt.

Schäden in Kirche wurden befürchtet
Groß war die Sorge auch um benachbarte Gebäude. Die Gefahr für die umliegenden Häuser, in vielen Fällen ebenfalls Hotels, konnte offenbar gebannt werden. Die unmittelbar angrenzende und baulich zum „Klosterbräu“ nicht abgetrennte Kirche dürfte auch glimpflich davongekommen sein. Zunächst war noch von möglichen Statik-Problemen ausgegangen worden Das Gotteshaus war daher sicherheitshalber gesperrt worden. Auch von möglichen Schäden an der Orgel war die Rede.

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Die Kirche ist in Ordnung, die Kirche ist freigegeben. Es gibt keine statischen Probleme. Die Orgel wurde soeben bespielt. Die Kirche ist gerettet.

Bürgermeisterin Andrea Neuner

Bürgermeisterin Andrea Neuner konnte am Dienstagvormittag dann aber Entwarnung geben: „Die Kirche ist in Ordnung, die Kirche ist freigegeben. Es gibt keine statischen Probleme. Die Orgel wurde soeben bespielt. Die Kirche ist gerettet“, war die Ortschefin sichtlich erleichtert. 

Erleichtert war auch Pfarrer Mateusz Kierzkowski: „Ich danke allen Einsatzkräften für die hervorragende Arbeit.“

AT-Alert wieder aufgehoben
Die Bürger waren Montagabend unterdessen via AT-Alert aufgrund des Brandes und der starken Rauchentwicklung ersucht worden, im Nahbereich alle Fenster, Türen und Dachluken zu schließen. Menschen sollten darüber hinaus das Ortszentrum von Seefeld meiden. Zudem sei die Bevölkerung aufgefordert, im Nahbereich des Einsatzortes Lüftungs- und Klimaanlagen auszuschalten.

Die Gemeindeeinsatzleitung von Seefeld hat Dienstagfrüh schließlich entschieden, den AT-Alert Gefahreninformation aufzuheben. „Die Handlungsanleitungen gelten damit nicht mehr. Die Löscharbeiten dauern vor Ort immer noch an, es gibt jedoch keine wesentliche Rauchentwicklung mehr“, hieß es. Die Löscharbeiten waren aber noch im Gange.

Rizzoli zum Einsatz: „Glücklicherweise waren sehr rasch viele Feuerwehren vor Ort. So ein Großfeuer im Ortszentrum kann auch anders ausgehen.“

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