Mit TikTok zum Erfolg: benno! gehört zu den spannendsten jungen Stimmen im Deutschrap. Im „Krone“-Talk spricht der 19-Jährige über seinen Werdegang, den Spagat zwischen Schule und Musik sowie seine erste Tour – und verrät, was ihn aktuell antreibt und wohin sein Weg noch führen soll.
Mit 19 Jahren steht Ben Joseph Burrow alias benno! dort, wo viele noch hinwollen: mitten im Durchbruch. Er zählt zu den spannendsten Newcomern im deutschsprachigen Raum. Über TikTok wurde der junge Rapper quasi über Nacht bekannt. Im Februar 2025 erreichte sein Song „Dein Mann Freestyle“ Platz 18 der deutschen Charts. Auch der gemeinsame Track „Rede“ mit der ebenfalls jungen Rapperin Zah1de sorgte für große Aufmerksamkeit und ging viral – mehr als 500.000 Likes und mehreren Millionen Streams. Nun mit weiteren Solo-Releases und seiner ersten eigenen Tour setzt benno! seinen Aufstieg nun konsequent fort. Im „Krone“-Talk zeigt sich der 19-Jährige nahbar, humorvoll und ganz in seinem Element. „Waaas geeeht?“, sagt er zu uns – und steigt direkt und offen ins Gespräch ein.
„Krone“: Erzähl mir was über dich. Wann hast du das erste Mal so richtig gewusst, dass du Musik machen möchtest und Rapper werden willst?
benno!: Also, ich glaube, so richtig angefangen hat’s mit 14 oder 15. Da habe ich das erste Mal selbst Musik gemacht und bin überhaupt damit in Berührung gekommen, etwas Eigenes zu kreieren. Seitdem war mir eigentlich klar, dass ich das machen will und mein volles Potenzial ausschöpfen möchte. Es hat mir von Anfang an Spaß gemacht, auch wenn es anfangs natürlich noch nicht so gut war (lacht). Aber als dann das erste positive Feedback kam und die Leute meinten, „bleib dran, daraus kann was werden“, wusste ich: Ey, das will ich zu 100 Prozent durchziehen – ohne zurückzuschauen.
Wie ist das bei dir in der Familie – gibt’s da noch mehr musikalische Einflüsse und hast du Geschwister?
Ich hab einen großen Bruder – Tim, der ist 29. Er ist wirklich der beste große Bruder und macht auch mein Management. Wir haben uns das alles zusammen aufgebaut. Musikalisch ist meine Familie schon irgendwie angehaucht, vor allem durch meinen Vater. Der ist Engländer und hat uns früh mit englischen Soulsongs geprägt und mich damit quasi großgezogen. So richtig aus der Musikindustrie kommt aber niemand – mein Vater spielt nur ein bisschen Gitarre. Dieser Einfluss, viel The Beatles und so, hat mich aber schon früh begleitet. Das war auch meine erste richtige Berührung mit Musik. Und er hat mir im Grunde gezeigt, dass Musik Emotionen auslösen kann.
Spielst du selbst ein Instrument?
Nee, eigentlich nicht. Aber ich versuche mir gerade ein bisschen Klavier beizubringen. Ich hatte früher mal Klavierstunden, und jetzt wird das für die Tour auch spannend, was man damit auf der Bühne machen kann. Ich gehe das einfach Schritt für Schritt an und bring mir das selbst bei (lacht).
Wenn du dich in deiner jetzigen Situation in drei Worten beschreiben könntest – dich und deine Musik – welche wären das?
Hm, schwierig … Ich würde sagen, es ist echt nicht leicht, dafür die richtigen Worte zu finden. Aber wenn ich’s beschreiben müsste, dann vielleicht: für jeden Menschen.
Egal, ob du 12 bist oder 44, ob du arbeitest oder noch zur Schule gehst – ich glaube, jeder kann sich irgendwie mit meiner Musik identifizieren.
Gibt es einen Song aus deiner bisherigen Diskografie, der dir persönlich am meisten bedeutet – und warum ist gerade dieser so besonders für dich?
Ich glaube, aktuell ist es tatsächlich noch – „Love You Anyway“. Der Song hat mir selbst gezeigt, dass da noch viel mehr geht und alles noch größer werden kann – und auch wird, da bin ich mir sicher. Der Track ist natürlich sehr emotional und liegt mir extrem am Herzen. Gleichzeitig war er für mich auch eine Art Bestätigung. Viele haben ja gesagt, das wären nur TikTok-Hits oder ich wäre ein One-Hit-Wonder-Ding – aber ich wusste immer, dass das nicht stimmt. Und mit dem Song haben wir wieder gezeigt, dass wir hier sind, um zu bleiben.
Für mich ist „Love You Anyway“ auch so ein Beweis dafür, dass wir mehr können als nur Rap und dass musikalisch alles möglich ist. Er zeigt unsere Vielseitigkeit und auch meine eigene Entwicklung. Und am Ende ist es einfach ein schöner Song – ich mag das Thema. Ich mag Liebe einfach generell (lacht).
Gibt es eigentlich Themen, über die du bewusst noch nicht gerappt hast oder nicht rappen möchtest?
Gute Frage. Ich muss kurz überlegen, aber das ist Schwer zu sagen. Ich versuche mich schon ein wenig von diesem ganzen Straßending zu distanzieren. Klar, man bekommt viel mit, sieht und hört auch einiges. Aber ich identifiziere mich damit einfach nicht zu hundert Prozent und will darüber auch nicht unbedingt reden oder rappen. Meine Message ist eher Frieden – und dass Gewalt und solche Straßenaktivitäten nichts für mich sind.
Was möchtest du, dass deine Fans fühlen oder denken, wenn sie deine Songs hören – zum Beispiel bei „Love You Anyway“? Was willst du ihnen damit mitgeben?
Ich glaube, bei „Love You Anyway“ geht es mir vor allem darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass jeder seine eigenen Probleme hat – egal ob Liebe, Trauer oder Herzschmerz. Jeder lebt sein eigenes Leben und hat seinen eigenen Struggle. Und ich finde, man sollte mehr Rücksicht aufeinander nehmen, weil man nie weiß, was im Kopf von jemand anderem abgeht. Der Song ist für mich ein gutes Beispiel, um genau diese Gedanken widerzuspiegeln. Gleichzeitig steckt da auch viel Hoffnung drin. Ich glaube, jeder hat schon mal jemanden geliebt oder verloren – egal in welcher Form. Und genau dieses Gefühl, trotzdem dranzubleiben und nicht aufzugeben, ist eine wichtige Message für mich.
Du hast vorhin ja kurz Tiktok erwähnt. Wie sehr beeinflusst denn Tiktok deine Musik und den jetzigen Erfolg?
Meine Musik wird von TikTok kaum beeinflusst. Ich war noch nie am Scrollen und hab mir gedacht: „Boah, genau so einen Song will ich jetzt machen.“ Das kommt immer von uns selbst. Was meinen Erfolg angeht, war TikTok natürlich ein extremer Vorteil. Das ist einfach die Plattform, auf der ich groß geworden bin. Für andere war’s früher vielleicht Instagram, für mich ist es TikTok – gerade für diese neue Generation. Und ich kann jedem nur sagen: Man sollte diese Chance nutzen.
Früher haben Leute ihre CDs auf den Straßen verkauft, heute kannst du einfach ein Video hochladen. Ich glaube, gerade Newcomer sollten das zu ihrem Vorteil nutzen, weil nichts daran peinlich ist, seine Musik zu promoten. Ich hab’s genauso gemacht – und bei mir hat’s funktioniert(grinst).
Aber findest du, dass man heute als Künstler jetzt mehr Content Creator sein muss?
Ich glaube eher das Gegenteil. Am Anfang musst du schauen, dass du auch einen gewissen Mehrwert bietest, was Entertainment angeht. Klar, wenn du extrem talentiert bist und gute Musik machst, kommst du auch weit – aber gerade am Anfang reicht das oft nicht allein.
Meine Generation ist extrem schnelllebig, die sucht ständig nach neuen Reizen. Da schaut sich niemand 15 Minuten lang ein Video an, nur um zu sehen, wie gut jemand singen kann. Du musst die Leute auch entertainen und dich interessant machen. Man muss sich einfach selbst gut vermarkten. Für mich bin ich Künstler – mit Appeal.
Wenn du aber einen Song machst – denkst du dabei manchmal schon daran, ob er auf TikTok viral gehen könnte?
Klar. Ich glaube, das macht mittlerweile jeder. Auch viele ältere Rapper schauen inzwischen darauf, was auf TikTok gut funktioniert. Am Ende ist es ja so: Wenn ein Song auf dieser Plattform funktioniert, funktioniert er meistens auch generell gut. Und ich halte das für kein Geheimnis. Natürlich schaut man, wie ein Track dort performt oder wie er auf Social Media ankommt. TikTok spielt da schon eine große Rolle aber auch Instagram. Insgesamt ist das einfach ein großer Faktor geworden.
Weil du sagtest auch viele Rapper, wer sind denn aktuell deine Lieblingskünstler? Gibt es jemanden, der dich besonders geprägt hat oder du gerade viel hörst – egal ob aus Deutschland oder international?
Also offen gesagt: aus Deutschland aktuell nicht mehr so viele. Man lernt die Szene ja auch ein wenig kennen – ich versuche mit allen gut zu sein, aber ich lass Deutschland da erstmal außen vor. International hat mich auf jeden Fall Drake extrem geprägt – für mich ist er der „GOAT“ (lacht). Ich hör generell viel ruhige, melancholische Sachen, zum Beispiel SZA oder Bryson Tiller. Aber in Deutschland finde ich Reezy im R&B-Bereich stark.
Du hast ja schon mit einigen Rappern zusammengearbeitet, unter anderem mit Nimo und zuletzt mit der jungen Rapperin Zahide. Gibt es jemanden mit dem du als Nächstes gerne einen Track machen würdest?
Wenn ich mir jemanden aussuchen könnte, mit dem ich unbedingt mal einen Track machen will, dann wäre das Peter Fox. Der ist eine absolute Legende. Ich hab sogar schon einen Song, bei dem ich ihn mir perfekt darauf vorstellen könnte.
Zahide ist ja ein gutes Beispiel für einen TikTok-Durchbruch. Wie war die Zusammenarbeit mit ihr – und wie ist der Song „Rede“ entstanden?
Die Zusammenarbeit war super entspannt und total harmonisch. Viele vergessen ja, dass sie noch zur Schule geht und erst 15 ist – sie ist einfach auch ein ganz normales Mädchen. Ich glaube, genau deshalb war das alles so auf Augenhöhe. Wir haben uns menschlich einfach gut verstanden und gar nicht groß an Zahlen gedacht. Und dann hat das erste Tiktok von uns, einfach mal 500.000 Likes gemacht – Wahnsinn. Wirklich nur Liebe für Zahide, sie ist echt korrekt.
Du hast Schule ja schon angesprochen – wie läuft das bei dir aktuell? Machst du noch Abi?
Ich bin mittendrin. Ich schreibe bald meine Abiturprüfungen – und muss auch noch lernen. Aber ich bin echt froh, dass ich das durchgezogen habe. Bei mir ist ja alles in der Oberstufe passiert, ich hab das parallel gemacht – Schule und Musik, das sind quasi zwei Jobs. Wenn ich das schaffe, klopf ich mir selbst auf die Schulter.
Du kommst am 21. Mai im Zuge deiner ersten eigenen Tour nach Wien – warst du schon einmal bei uns und hast du auch Zeit, die Stadt ein wenig zu genießen?
Ja, ich war schon mal in Wien, aber das war noch vor der Musik – damals auf Klassenfahrt in der zehnten Klasse. Ich war im Prater und in der Innenstadt, das hat mir richtig gut gefallen. Diesmal haben wir uns auch bewusst Zeit eingeplant, um lecker essen zu gehen, ein wenig zu shoppen und einfach alles zu genießen. Ich wollte damals schon zu Ferhat-Döner, hab’s aber nicht geschafft, das will ich jetzt nachholen. Ich werd’s aber eher entspannt angehen und nicht alles groß ankündigen – vielleicht eine kleine Instagram-Story. Und wenn mich jemand erkennt, freue ich mich natürlich, nehme mir Zeit und mach auch gern ein Foto.
Was können deine Fans vom Konzert erwarten?
Ich will noch nicht zu viel verraten – wir sind jeden Tag am Planen. Es wird aber sehr emotional und spektakulär.
Letzte Frage, was treibt dich aktuell am meisten an?
Frieden. Ich will einfach mit mir selbst im Reinen sein und dass es meinem Team, meiner Familie und meinen Freunden gut geht. Ich weiß aber auch, dass man nie komplett zufrieden sein sollte – weil genau, dass einen antreibt, weiterzumachen und besser zu werden. Am Ende geht’s darum, sich gemeinsam etwas aufzubauen und diesen Erfolg Schritt für Schritt zu erreichen. Dafür arbeite ich jeden Tag.
Wer benno! erleben möchte, kann sich Tickets unter www.oeticket.com sichern und am 21. Mai live dabei sein.
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