Ländervergleich zeigt

Diesel kostet bei uns deutlich mehr als im Ausland

Wirtschaft
17.04.2026 05:00

Auch wenn die Spritpreise zuletzt in Österreich etwas gesunken sind: Im Ländervergleich liegt Österreich bei Diesel im vorderen Mittelfeld in Europa. In zahlreichen Nachbarstaaten zahlen Pendler wie Unternehmer deutlich weniger. Im Hinblick auf die Versorgungssicherheit ist Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer um Beruhigung bemüht.

„Wir nehmen die Lage ernst, es gibt aber keinen Grund für Alarmismus“, ist Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer um Beruhigung an der Spritpreisfront bemüht. Zuletzt hat die EU-Kommission mit der Meldung, dass neben Kerosin für Flugzeuge ab Mai auch Diesel knapper werden könnte, für Verunsicherung gesorgt. Beides betreffe Europa, nicht aber Österreich, betont Hattmannsdorfer. Konkret hieß es aus Brüssel, dass man damit rechnet, dass ab nächstem Monat fünf Prozent weniger Diesel und 15 Prozent weniger Kerosin für Europa zur Verfügung stehen.

Bei uns kostet Diesel im Schnitt deutlich über zwei, in Nachbarländern oft unter zwei Euro.
Bei uns kostet Diesel im Schnitt deutlich über zwei, in Nachbarländern oft unter zwei Euro.(Bild: Christian Jauschowetz)

90 Prozent des Kerosins für Wiener Flughafen kommt von OMV-Raffinerie
Denn neben der OMV, die mit ihrer Raffinerie in Schwechat beispielsweise über eine Direktleitung 90 Prozent des Kerosinbedarfs am Wiener Flughafen abdeckt, kommen unsere Ölimporte nicht über die umstrittene Straße von Hormuz. So beziehen wir zum Beispiel 57 Prozent der Einfuhren aus Kasachstan, 14 Prozent aus Libyen und weitere 12 Prozent aus Saudi-Arabien. Hier gebe es bislang keine Probleme.

Und wenn alle Stricke reißen, dann verfügt Österreich auch noch über eine sogenannte „Pflichtnotstandsreserve“ an Öl, Diesel und Benzin, die für 90 Tage das Land versorgen kann. Ein kleiner Teil davon (11 Tage) wurde auch schon freigegeben, aber von der OMV bislang noch nicht „abgerufen“.

(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

Treibstoffe zuletzt billiger
An der Zapfsäule ging es am Donnerstag jedenfalls leicht bergab. Dennoch liegen wir im Ländervergleich im vorderen Mittelfeld (siehe Grafik oben). Hauptgrund dafür sind die bei uns so hohen Steuern und Abgaben. Die Hälfte der Ausgaben für Benzin und Diesel fließen an den Staat. Außerdem haben etwa Ungarn oder Kroatien einen Preisdeckel. Malta greift wiederum schon immer stark in die Spritpreise (auch mit Subventionen) ein und hat obendrein niedrige Abgaben.

Transportwirtschaft unter Druck
Die hohen Treibstoffkosten bringen nicht nur Pendler, sondern auch die Transporteure immer stärker unter Druck und wirken sich auch auf alle möglichen Waren aus. „Das ist ein Inflationsturbo“, warnt Markus Fischer, WKO-Obmann der Transporteure. Seit Anfang des Jahres ist der Diesel um rund 40 Prozent gestiegen. Umgerechnet bedeutet dies Mehrkosten je Lastkraftwagen von rund 17.500 Euro pro Jahr.

Um die Branche zu entlasten, fordert Fischer unter anderem eine Senkung der Mineralöl- sowie der CO₂-Steuer.

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