Schluss für Leihroller

Brüssel verbietet E-Scooter in der ganzen Stadt

Ausland
13.06.2026 21:20

Unfälle am laufenden Band, einfach stehen gelassene Teile als Behinderung auf Geh- und Radwegen oder als Transportmittel für schnellen Drogenhandel – wie in Paris, Madrid und Prag soll auch in Brüssel ab dem kommenden Jahr Schluss mit den E-Flitzern sein.   

„Viel zu viele Unfälle, zu viele Störungen und zu viel Missbrauch. Wir machen Schluss mit den elektrischen Leihtretrollern“, teilte Boris Dillies, Chef der Brüsseler Regionalregierung, mit. Im Vorjahr waren exakt 666 Menschen bei Unfällen mit den umweltfreundlichen Elektro-Flitzern verletzt worden. Ein Viertel mehr an Verletzten als im Jahr 2024.

Überdies teilten Behördensprecher mit, dass die Leih-E-Scooter als Fahrzeuge für Drogenhandel dienen. Zudem versperren wahllos abgestellte Scooter Gehwege und Straßen. Brüssel ist nicht die erste europäische Stadt, die genug von den mietbaren E-Scootern im öffentlichen Raum hat. Paris hatte bereits 2023 nach einer Abstimmung die Leihroller verboten. Auch in Madrid und Prag sind die E-Scooter für jedermann tabu. 

In Wien indes haben eine Regulierung der Leih-Flotte von 11.000 Geräten auf 4000 und saftige Strafen für die Anbieter das totale Scooter-Chaos eingedämmt. Zudem halfen eigene Abstell- und Fahrverbotszonen und die Erhöhung der Verwaltungsstrafen von 25 auf 50 Euro mit.

„Verstöße werden geahndet“
Dennoch gibt es immer wieder Schwierigkeiten mit E-Scootern. Vor allem mit privaten und auffrisierten Geräten. Erst im Mai bretterten 50 Jugendliche, teilweise vermummt, mit auffrisierten Rollern über die Donauinsel. Die Jugendlichen gaben an, dass das E-Scooter-Treffen über soziale Medien zustande gekommen sei. Die Fahrt sollte Richtung Lobau gehen.

Die alarmierte Polizei stellte etliche Anzeigen aus, unter anderem nach dem Kraftfahrgesetz, wegen fehlender Zulassung sowie drei nach der Straßenverkehrsordnung. Behördensprecher Philipp Haßlinger: „Die Wiener Polizei weist darauf hin, dass rücksichtsloses Fahren mit E-Scootern sowie Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung konsequent geahndet werden.“

Helme können Leben retten
Laut dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ) wurden im vergangenen Jahr auf den heimischen Straßen mit dem E-Scooter im Straßenverkehr 646 Kinder verletzt. Mit insgesamt 2597 Verletzten sind Leute, die auf E-Scootern in Österreich unterwegs waren, bereits einen Anteil von knapp sechs Prozent aller im Straßenverkehr Verunfallten. Und in diesem Punkt sind sich alle Experten einig: Das Tragen eines Helmes verhindert zwar keine Unfälle, schützt bei Unfällen den Kopf vor schweren oder gar tödlichen Verletzungen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung