Vater (23) verurteilt

Kleinkind in Wien mit diversen Drogen vergiftet

Gericht
13.06.2026 22:17

Ein junger Wiener ließ seine Pillen achtlos zu Hause liegen – dort, wo sie seine kleine Tochter leicht in die Finger bekam. Das 19 Monate alte Baby musste stationär im Krankenhaus behandelt werden. Im Landesgericht wirkt der 23-Jährige dennoch teilnahmslos. 

Tagelang musste ein erst 19 Monate altes Baby im Krankenhaus verbringen. Schreiend, krampfend und zuckend wurde das kleine Mädchen am 23. Juni letzten Jahres eingeliefert – sein Vater brachte das Kind in ein Wiener Spital. Nach ein paar Bluttests zeigte sich schockierendes: Das Baby hatte Amphetamine, Methamphetamin, MDMA, Dimetinden und Paracetamol in seinem kleinen Körper. Kurz gesagt: Drogen!

Pillen einfach im Zimmer liegen lassen
Fast teilnahmslos sitzt jetzt der junge Vater im Wiener Landesgericht vor dem Richter. Der 23-Jährige hat heute Geburtstag, Grund zum Feiern gibt es aber keinen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, „ungewöhnlich und auffallend die erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen zu haben“ – indem er seine eigenen Drogen einfach in seinem Zimmer herumliegen ließ, wo sich auch seine Tochter frei bewegen konnte. Mit eineinhalb Jahren können Kinder schließlich schon gehen, werden neugierig und nehmen alles in den Mund. 

Zitat Icon

Wie kommt ein 19 Monate altes Baby an MDMA? Das wird‘s ja nicht auf der Straße gekauft haben.

Richter im Wiener Landesgericht

„Wie kommt ein 19 Monate altes Baby an MDMA? Das wird‘s ja nicht auf der Straße gekauft haben“, konfrontiert Herr Rat den Gärtnerlehrling, der mit Tabletten nichts am Hut haben will. Der 23-Jährige antwortet nicht, starrt auf den Tisch vor ihm. „Ideal wäre es, wenn das gar nicht zu Hause ist. Aber wenn, muss man das entsprechend verwahren“, so der Richter. Wieder keine Reaktion. „Liegt das bei Ihnen einfach so rum?“ – Kopfschütteln. 

Drogen im Blut nach Donauinselfest
Die einzig eindeutige Antwort kann er zu seiner Abendaktivität am 23. Juni 2025 machen: „Da war ich am Donauinselfest. Ich bin um ein Uhr nach Hause gekommen.“ Ob er Drogen genommen hat? „Was nach dem Alkohol passiert ist, kann ich nicht sagen. Ich hab‘ geschlafen. Ich dachte, meine Tochter hat sich angehaut und dann hatte sie Zuckungen“, nuschelt der junge Vater. Bei dem nach einer Blutabnahme ebenfalls Spuren von Suchtgift festgestellt wurden. 

Eine Verantwortungsübernahme oder gar eine Entschuldigung sucht man vergeblich. Herr Rat versucht dem 23-Jährigen zu verdeutlichen: „Ihre Tochter war vergiftet mit Drogen und sie sind verantwortlich für sie.“ Keine Reaktion. Der Staatsanwalt wirft am Ende des kurzen Prozesses in den Raum: „Hat er heute auch was intus? Man weiß es nicht ...“ Wegen grob fahrlässiger Körperverletzung wird er zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt – nicht rechtskräftig. 

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