Stark gestiegene Preise für Speicherchips haben Samsung zu einem erneuten Gewinnsprung verholfen. Ein Ende dieses Trends ist dem südkoreanischen Elektronikkonzern zufolge nicht in Sicht.
Samsung sagte daher am Dienstag für das laufende zweite Quartal 2026 den dritten Rekordgewinn in Folge voraus. Im abgelaufenen ersten Quartal kletterte das operative Ergebnis vorläufigen Berechnungen zufolge auf einen Höchstwert von umgerechnet 33 Milliarden Euro.
Dies ist nahezu dreimal so hoch wie die bisherige Bestmarke aus dem vierten Quartal 2025 und etwa achtmal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen verdiente zudem in den ersten drei Monaten des Jahres mehr als im Gesamtjahr 2025. Der Umsatz habe im Auftaktquartal um 68 Prozent auf 77 Milliarden Euro zugelegt.
Starke Nachfrage nach Speicherchips
Samsung profitiert vor allem von der explodierenden Nachfrage nach Speicherchips. Das Unternehmen ist der weltgrößte Anbieter dieser Halbleiter. Durch den weltweiten Bauboom bei Rechenzentren kann die Branche den Bedarf derzeit nicht decken, das treibt die Preise in die Höhe.
Diese seien im abgelaufenen Quartal stärker gestiegen als erwartet, sagte Analyst Kim Sunwoo vom Finanzdienstleister Meritz. Daher habe Samsung mit seinem Quartalsergebnis die Markterwartungen übertroffen. Daneben gibt die aktuelle Schwäche der koreanischen Währung Samsung Rückenwind. Der Dollar war im März auf ein 17-Jahres-Hoch zum Won gestiegen.
Anfang 2025 hatte sich Samsung noch für die enttäuschende Entwicklung der Chip-Sparte entschuldigt. Zum Jahresauftakt 2026 steuerte dieser Bereich nach Schätzungen des Analysten Kim 95 Prozent zum Konzerngewinn bei. Das Geschäft mit Smartphones habe sich mit einem Rückgang des operativen Gewinns auf umgerechnet 2,3 Milliarden Euro besser entwickelt als befürchtet. Der südkoreanische Konzern habe für die Produktion auf vergleichsweise günstig eingekaufte Lagerbestände zurückgreifen können.
Analyst: Margen schrumpfen
In den kommenden Quartalen sei jedoch mit schrumpfenden Margen zu rechnen, warnte der Meritz-Analyst. Grund seien neben höheren Speicherchippreisen die Lieferengpässe bei weiteren Komponenten als Folge des Iran-Kriegs. Die Experten der Beratungsfirma Gartner erwarten für 2026 zudem einen Absatzrückgang, weil Verbraucher wegen gestiegener Gerätepreise Neuanschaffungen hinauszögerten.
Eine schleppende Smartphone-Nachfrage habe die Preise für dort verbaute Speicherchips in der vergangenen Woche bereits gedrückt, sagte Avril Wu, Managerin des Branchendienstes TrendForce. Samsung ist hinter Apple der weltweit zweitgrößte Anbieter von Smartphones.
Die Kämpfe im Nahen Osten könnten aber auch den Ausbau von Rechenzentren verlangsamen, betonte Analyst Ryu Young-ho vom Finanzdienstleister NH Investment. Daher könnten die Preisaufschläge für Speicherchips ihren Höhepunkt eventuell bereits erreicht haben. Sorgen bereite Anlegern zudem ein vom Internetkonzern Google entwickelter Kompressionsalgorithmus für Künstliche Intelligenz.
Mithilfe von „TurboQuant“ sollen KI-Programme für ihre Berechnungen deutlich weniger Speicher benötigen. Die Vorstellung dieser Technologie hatte die Aktien von Samsung sowie den Konkurrenten SK Hynix und Micron vor etwa zwei Wochen auf Talfahrt geschickt. Für die weitere Entwicklung der Samsung-Gewinne sei entscheidend, ob der Konzern langfristige Lieferverträge zu den aktuellen Preisen abschließen könne, fügte Analyst Ryu hinzu.
Hoffnungsträger KI-Hochleistungsspeicher
Hoffnungen setzt Samsung zudem auf seine margenstarken KI-Hochleistungsspeicher. Der Konzern hinkte Hynix bei sogenannten HBM-Chips (High Bandwidth Memory) lange Zeit technologisch hinterher. Inzwischen liefert er aber die vierte Generation dieser besonders leistungsstarken Halbleiter an den Kunden Nvidia.
HBM-Speicher trügen jedoch nur etwa zehn Prozent zum Umsatz der Chip-Sparte bei, gab Analyst Sohn In-joon vom Brokerhaus Heungkuk zu bedenken. Der Löwenanteil entfalle weiterhin auf konventionelle Speicherchips für Smartphones und PCs.
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