Am Landestheater Salzburg fiel das Stück „Berlin Alexanderplatz“ beim Publikum durch. Bei ohnehin schon nicht ausverkauftem Haus verließen viele Besucher nach der ersten Hälfte das Theater. Am Ensemble lag es nicht.
„Es gibt keinen Grund, zu verzweifeln!“ Diese Worte, mit denen das Stück „Berlin Alexanderplatz“ nach der Pause wieder begann, bringt am Dienstagabend einige Zuschauer im Salzburger Landestheater zum Lachen. Die Darsteller vermutlich eher zum Weinen: Denn bei der zweiten Aufführung des Stückes nach der Premiere verließen viele Besucher in der Pause fluchtartig Parkett und Ränge.
„So etwas habe ich noch nie erlebt“
Eine Platzanweiserin ist ganz bestürzt: „Heute sind ja noch mehr Leute abgezogen als in der Premiere! So etwas habe ich noch nie erlebt!“ Dabei war die Vorstellung ohnehin bei Weitem nicht ausverkauft.
Die „Krone“ hat mit einigen der Flüchtenden gesprochen. „Es war toll gespielt und eine wunderbare Kulisse, aber viel zu düster!“, findet eine Pensionistin. Eine andere Frau stöhnt über die Langatmigkeit. Viele betonen, dass es nicht am Können der Schauspieler oder am Bühnenbild liege. Viel mehr an dem Stück. Eine düstere Geschichte aus der Weimarer Republik, in der es um einen Mann geht, der eigentlich anständig bleiben will – und daran scheitert.
Für die „Krone“ ist die Inszenierung als Musiktheater gewöhnungsbedürftig. Etwa, wenn ein britischer Hauptdarsteller mit ebenso einem Akzent im Berliner Dialekt opernhaft singt.
In der zweiten Hälfte sind die Plätze nur noch gefühlt zu einem Fünftel besetzt. Ein Mann im Parkett schläft, ein anderer spielt mit seinem Handy. Zwei Frauen schlüpfen 20 Minuten vor Schluss aus dem Saal. Die verbliebenen Besucher applaudieren immerhin.
Für die kommenden Vorstellungen ist das Stück auch nur mäßig gebucht. Schade, denn das Landestheater präsentierte am Mittwoch sein Programm für die kommende Spielzeit unter dem Motto „Kunst der Versöhnung“. Unter anderem werden Rossinis „L‘italiana in Algeri“ und das Ballett „Giselle“ gezeigt. In der aktuellen Spielzeit sei man zufrieden mit der hohen Auslastung und steigenden Abonnements.
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