Lösegeldforderung

Hacker spähten Uffizien in Florenz über Monate aus

Digital
03.04.2026 08:28
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach einem massiven Hackerangriff haben die Uffizien in Florenz ihre Sicherheitsmaßnahmen drastisch verschärft. Als Vorsichtsmaßnahme wurden die wertvollsten Stücke aus der Schatzkammer der Großherzöge im Palazzo Pitti in die Zentralbank in Sicherheit gebracht. Zudem wurden einige Türen und Notausgänge versiegelt.

Die unbekannten Täter drangen offenbar über Monate in die IT-Systeme des Museums ein, stahlen sensible Daten und forderten anschließend Lösegeld, wie die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Freitag berichtete.

Nach Informationen aus Ermittlerkreisen verschafften sich die Angreifer bereits über Monate Zugang zur digitalen Infrastruktur des Museumsverbunds, zu dem auch der Palazzo Pitti und die bekannten Boboli-Gärten gehören. Über eine Sicherheitslücke in einer veralteten Software für die Bildverwaltung gelangten sie ins Netzwerk und bewegten sich dort unbemerkt weiter.

Schatzkammer bereits seit 3. Februar geschlossen
Auf der offiziellen Website der Uffizien heißt es, die Schatzkammer sei wegen „außerordentlicher Wartungsarbeiten“ seit dem 3. Februar bis auf Weiteres geschlossen. Den Hackern sollen zudem Zugangscodes, Passwörter, Pläne von Alarmanlagen und interne Karten in die Hände gefallen sein.

Die Täter kontaktierten Uffizien-Direktor Simone Verde direkt und stellten eine Lösegeldforderung. Für den Fall der Nichtzahlung drohten sie, die sensiblen Informationen im Darknet zu veröffentlichen oder weiterzuverkaufen. Zuletzt soll der Kontakt jedoch abgebrochen sein.

Sicherheitsmaßnahmen verschärft
Die Behörden reagierten mit umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen. Teile des Palazzo Pitti wurden bereits Anfang Februar geschlossen, wertvolle Objekte in Sicherheit gebracht und Zugänge baulich gesichert. Zudem wurden neue Kameras installiert.

Die italienische Cyber-Sicherheitsbehörde sowie die Staatsanwaltschaft von Florenz ermitteln. Nach Einschätzung von Experten handelte es sich nicht um einen kurzfristigen Angriff, sondern um eine langfristig angelegte Ausspähung. Die Täter kopierten Daten schrittweise und blieben über längere Zeit unentdeckt im System.

Museum bestätigt Angriff
Das Museum selbst bestätigte am Freitag einen Hackerangriff am 1. Februar, ohne allerdings Details zu nennen. In einer schriftlichen Stellungnahme wurde zugleich betont, bisher sei nichts beschädigt oder gestohlen worden, auch „absolut keine Passwörter“. Die Verschließung von Türen wurde auch mit Brandschutzauflagen begründet. Der Austausch von Überwachungskameras habe bereits vor dem Angriff begonnen und sei dann beschleunigt worden.

Die Gallerie degli Uffizi zählen zu den bedeutendsten Museen der Welt und verzeichnen jährlich Millionen Besucher. Neben ihrem kulturellen Wert haben sie auch erhebliche wirtschaftliche Bedeutung mit einem Jahresumsatz von rund 60 Millionen Euro.

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