„Bin sehr gereift“

WM zur perfekten Zeit! Baumgartner „am Peak“

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Von krone Sport

Christoph Baumgartner fühlt sich bereit für seine erste Fußball-Weltmeisterschaft. Der 26-Jährige hat die bisher beste Saison seiner Karriere hinter sich, ist mit dem Selbstvertrauen von 22 Scorerpunkten in 33 Liga-Spielen für RB Leipzig beim ÖFB-Team eingerückt. Nun freue er sich auf das Großereignis in Nordamerika. „Der Zeitpunkt könnte für mich persönlich nicht besser sein“, meinte Baumgartner am Donnerstag am ÖFB-Campus in Wien. „Bis jetzt bin ich am Peak meiner Karriere.“

Erst im dritten Jahr nach seinem mehr als 25 Millionen Euro schweren Wechsel nach Leipzig wurde der Niederösterreicher beim am Ende Liga-Dritten zum unumschränkten Stammspieler. „Ich glaube, dass ich in den letzten zwei Jahren, die sicher nicht einfach waren, viel lernen habe können“, sagte Baumgartner. „Ich habe körperlich sicher nochmal einen Schritt gemacht, habe mich als Person und als Charakter nochmal weiterentwickelt. Ich bin sehr gereift. In dieser Saison hat man gesehen, was in mir steckt, was ich leisten kann.“

17 Tore gelangen ihm in 37 Pflichtspielen, 13 davon in der Liga. Kaum ein zentraler offensiver Mittelfeldspieler in Europas Topligen kommt auf mehr Scorerpunkte. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, das interessiert mich nicht“, gestand Baumgartner. Mitunter werde aber zu viel in die Zahlen projiziert. „Es waren auch viele gute Spiele dabei, wo ich keinen Scorer gemacht habe, wo ich vielleicht auf einer anderen Position helfen musste. Für mich persönlich ist es gar nicht so wichtig.“

Christoph Baumgartner
Christoph Baumgartner(Bild: AFP/RONNY HARTMANN)

Österreichs wertvollster Spieler
Seine Saison ließ Baumgartners Marktwert laut Einschätzung von transfermarkt.at auf 40 Mio. Euro nach oben schnellen. Der Waldviertler ist demnach der mit Abstand wertvollste ÖFB-Akteur. „Ich weiß, was ich kann, und wie ich der Mannschaft helfen kann“, sagte Baumgartner. Das gelte es bei der WM auf den Platz zu bringen. „Wenn ich jetzt drei schlechte Spiele mache, wird es keinen interessieren, ob ich in Form war. Aber ich gehe sehr, sehr selbstbewusst rein. Ich bin auch körperlich in einem Zustand, dass ich mir zutraue, eine ganze WM durchzupeitschen.“

In Leipzig wird Baumgartner von zwei im Eins-gegen-Eins starken Flügelspielern flankiert, im 4-2-3-1 des ÖFB-Teams gibt er im Wesentlichen den zentralsten von drei Spielmachern. „Es ist für mich eine Umstellung, ja, aber es hat hier immer gut funktioniert“, meinte der 58-fache Internationale (19 Tore). Leipzigs Flügel würden seiner Position zugutekommen. „Aber ich habe im Team schon gezeigt, dass mir das Spiel mit viel Personal im Zentrum auch liegt. Es gibt kurze Passwege, auch die Wege für das Gegenpressing sind kurz.“

Christoph Baumgartner
Christoph Baumgartner(Bild: AFP/APA/JOHN MACDOUGALL)

Wichtige Tore und eine vergebene Chance
Bei den vergangenen Europameisterschaften 2021 und 2024 gelangen Baumgartner in den Schnittpartien gegen die Ukraine (1:0) bzw. Polen (3:1) jeweils entscheidende Tore. Im EM-Achtelfinale vor zwei Jahren gegen die Türkei (1:2) ließ er per Kopf aber auch die größte Ausgleichschance liegen. „Ich habe schon wunderschöne Momente gehabt bei Großereignissen, aber natürlich wird mich auch dieser Kopfball für immer begleiten. Es ist aber auch gut, solche Momente zu erleben und daraus zu lernen.“

Als er nach dem Aus geweint habe, habe ihn der verletzte ÖFB-Kapitän David Alaba in den Arm genommen und gesagt: „Wir bekommen noch andere Momente.“ Die WM ist ein solcher. „Fakt ist, es ist für uns alle ein Karrierehighlight“, betonte Baumgartner. Wichtig sei, dass jeder Spieler sein Ego ein Stück zurückschraube und die Mannschaft in den Vordergrund stelle, wie es der ÖFB-Auswahl stets gut gelinge. Als Team weit zu kommen und das Land glücklich zu machen, sei ihm lieber, als er würde in der Gruppenphase fünf Tore schießen und früh ausscheiden.

„Wenn du als Mannschaft extrem zusammenstehst, wirst du irgendwann belohnt“, meinte Baumgartner. „Wir haben es uns verdient, dass das Glück einen Tick mehr auf unserer Seite ist als bei der EM.“ Damals kam nach dem Gruppensieg in der ersten K.-o.-Runde das Aus. Baumgartner: „Wir haben gezeigt, dass wir jeden Gegner schlagen können. Wir müssen uns nicht verstecken, müssen aber auch extrem demütig bleiben. Wir wissen, wo wir herkommen. Wir müssen in jedem Spiel bei 100 Prozent sein – egal ob gegen Jordanien oder Argentinien.“

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