Straffung, Verkleinerung & Co.: Immer mehr Frauen entscheiden sich für operative Eingriffe im Intimbereich. Dabei sind nicht nur Schmerzen ein Grund, sich unters Messer zu legen, sondern auch neue Schönheitsideale. krone.tv hat mit einem plastischen Chirurgen über diese Entwicklung gesprochen.
Es ist ein Thema, über das man nicht gerne redet – zu groß ist für viele die Scham. Das Geschäft mit den Intim-Korrekturen boomt dennoch. „Ich finde das schade, dass man nicht darüber spricht. Der Intimbereich ist genauso Teil unseres Körpers. Wenn man sich geniert und nicht darüber spricht, leidet oft das Selbstvertrauen und das Sexualleben darunter“, schickt der renommierte plastische Chirurg Dr. Najib Chichakli unserem Gespräch voraus. Und: „Auch Genitalien altern mit der Zeit und man kann sehr viel dagegen tun, um das ästhetisch und medizinisch zu verbessern.“
In den USA boomen G-Punkt-Vergrößerungen
Innerhalb eines Jahres hat sich allein die Zahl der Schamlippenreduktionen in Deutschland nahezu verdoppelt. Im Jahr 2025 entfielen rund sechs Prozent der Schönheitsoperationen bei Frauen auf den Intimbereich – ein absoluter Rekordwert. Für Österreich gibt es keine offiziellen Zahlen, Experten gehen aber von einem ähnlichen Boom aus. Patienten lassen sich die Schamlippen verkleinern, den Venushügel absaugen oder den G-Punkt aufspritzen. Letzteres boome vor allem in den USA. „Das ist eine gute Sache. Man kann so mit Hyaluronsäure oder Eigenfett die Lustempfindlichkeit und den Geschlechtsverkehr verbessern“, sagt Chichakli.
Schamlippenkorrektur in unseren Breiten am häufigsten
Die am häufigsten nachgefragte Operation im Intimbereich sei aber nach wie vor die Schamlippenkorrektur. „Viele Frauen genieren sich, sich vor ihrem Partner auszuziehen. Manche werden sogar von ihrem Partner darauf aufmerksam gemacht. Wir können ihnen durch so eine Operation wieder ein Stückchen Vertrauen schenken und das Sexualleben verbessern“, erzählt der Chirurg mit Ordination in der Wiener Innenstadt. Auch Intimstraffungen und -verengungen seien nachgefragt, vor allem nach Schwangerschaften.
Nicht immer geht es um Ästhetik
Für eine Operation im Intimbereich muss man in etwa 1500 bis 6000 Euro hinblättern – abhängig vom Umfang des Eingriffs. Nicht immer stehen ästhetische Wünsche im Vordergrund, sondern auch funktionelle Beschwerden wie Schmerzen, Trockenheit oder Reiben. „Man muss offen darüber reden. Es gibt für vieles Möglichkeiten, die Situation zu verbessern“, sagt Dr. Najib Chichakli.
Jungfernhäutchen zunähen: Betrug?
Chichakli findet es gut, dass sich in diesem bisher tabuisierten Bereich viel tut. Einzig bei der Wiederherstellung des Jungfernhäutchens hat er Bedenken. Die Operation sei vor allem in bestimmten Kulturkreisen beliebt, um bei der Hochzeit „wieder“ Jungfrau zu sein. „Ich finde, dass das ein Betrug ist. Aber wenn man einer Frau helfen kann, dass sie nicht in Schwierigkeiten kommt, kann man das leicht durchführen.“
Penisverdickung, -vergrößerung auch gefragt
Obwohl es vor allem Frauen sind, die sich für ihren Intimbereich unters Messer legen, gibt es auch Angebote für Männer. Hier sind vor allem Penisvergrößerungen und -verdickungen gefragt. Prinzipiell sei letzteres auch mit einem vergleichsweise kleinem Eingriff mittels Eigenfett oder Hyaluronsäure möglich. Bei der Verlängerung wird das innere Halteband durchtrennt, wodurch ein Teil des im Körper verborgenen Penises nach außen verlagert wird.
Wie gefährlich sind Schönheitsideale im Intimbereich?
Kritik daran, dass die Schönheitsindustrie nun auch vor dem Intimbereich nicht haltmacht, lässt der Primar nicht gelten. „Wenn jemand mit dem Aussehen eines Körperteils nicht zufrieden ist, kann man das verbessern. Das ist dann kein Trend, sondern eine Notwendigkeit. Ich bin stolz, wenn ich als Chirurg einem Menschen wieder ein Stückchen Selbstvertrauen schenken kann“, sagt er.
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