Rendezvous auf Ibiza

Renault Twingo: Winz-Sympathieträger voll in Fahrt

Motor
25.03.2026 06:38

Schön ist er ja, der Renault Twingo, und er spielt die Sympathieklaviatur mit seinem Retrodesign rauf und runter. Die große Frage ist nur: Kann er mehr als nur gut ausschauen? Das klärt Stephan Schätzl hier im Videofahrbericht.

Der Ur-Twingo ist ein Stück Automobilgeschichte. 1993 eingeführt eroberte er die Herzen im Sturm, mit optionalem Faltdach und einem Gestühl, das ruckzuck ein Flachlegen ermöglichte. In Österreich wurden von ihm fast doppelt so viele Exemplare verkauft wie von den beiden Nachfolgegenerationen zusammen. Sie hatten mit dem Ur-Twingo lediglich den Namen gemeinsam.

(Bild: Renault)

Gute-Laune-Spender durch und durch
Twingo no. 4 ist nun endlich wieder ein echter Twingo, der einen genauso lieb anschaut wie das Original aus dem vergangenen Jahrtausend. Konzipiert als kleiner Elektroflitzer für Stadt und Speckgürtel bringt er Freude in graue Alltage und weckt Erinnerungen. Zur Not auch an Ereignisse, die gar nicht stattgefunden haben, weil die Alltage vielleicht schon früher grau waren. Jedenfalls ist er ein Gute-Laune-Spender.

Für ein erstes Rendezvous mit dem flotten Franzosen hat Renault nach Ibiza eingeladen, das mittlerweile ja auch in Österreich wieder als Insel wahrgenommen wird und nicht mehr nur als Ereignis (Stichwort Finka, Oligarchennichte, Glock und Verkauf der Republik), das viel Gutes ausgelöst hat und dennoch kontrovers betrachtet wird.

Sightseeing mal anders: Hinter diesem unscheinbaren Tor wurde Geschichte geschrieben.
Sightseeing mal anders: Hinter diesem unscheinbaren Tor wurde Geschichte geschrieben.(Bild: Stephan Schätzl)

Kontroversen gibt es beim Twingo kaum. Man mag die kleine Batterie (27,5 kWh netto) und die geringe Reichweite (262 km nach WLTP) kritisieren, doch das läuft komplett ins Leere: Das ist genau der Vorteil des Fahrzeugs – es bringt in Basisausstattung lediglich 1200 kg auf die Waage und mit einmal alles auch nur 1245 kg. Weil nämlich die LFP-Batterie nur 212 kg wiegt. Und für den geplanten Einsatzbereich wäre mehr schlichtweg zu viel. Wer mehr Reichweite braucht, muss was anderes kaufen.

Logischerweise macht der Twingo besonders dann Sinn, wenn man ihn zu Hause anstecken kann. An der Wallbox zieht er serienmäßig Strom mit bis zu 11 kW. An der DC-Ladesäule lädt er mit maximal 50 kW in 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Diese Fähigkeit (und eine Batterieheizung) kostet übrigens nur in Österreich, der Schweiz und Deutschland keinen Aufpreis. Bei uns fehlt also sogar in Basisausstattung nichts Wesentliches. Aber dazu mehr weiter unten.

(Bild: Renault)
(Bild: Renault)
(Bild: Renault)
(Bild: Renault)
(Bild: Renault)
(Bild: Renault)
(Bild: Renault)
(Bild: Renault)
(Bild: Renault)
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(Bild: Renault)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)

Abgespecktes Fahrwerk
Der vordere Teil des Fahrwerks wurde von den Plattformbrüdern R5 und R4 übernommen, die Multilink-Hinterachse jedoch nicht. Stattdessen arbeitet im Twingo-Heck sozusagen die Verbundlenkerachse aus dem Renault Captur. Die tut es, auch wenn sie spürbar weniger feinsinnig agiert. Dafür kann die Lenkung voll überzeugen. Der Twingo lenkt zackig ein und lässt den Fahrer auch nicht im Unklaren darüber, wie Gummis und Asphalt gerade miteinander kommunizieren. Wie im R5 ist die Lenkung eine Spur zu leichtgängig, wenn man etwas kritisieren will. Im R5 ist sie noch gefühlsechter, der R4 kann diesbezüglich nicht mithalten.

(Bild: Renault)
(Bild: Renault)
(Bild: Renault)
(Bild: Renault)
(Bild: Renault)
(Bild: Renault)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Renault)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Renault)
(Bild: Renault)
(Bild: Renault)
(Bild: Renault)
(Bild: Stephan Schätzl)

Trotz des extrem direkten Einlenkverhaltens ist das Fahrwerk nicht hart abgestimmt, sondern bietet souveränen Komfort. Abgesehen von der ruppigen Hinterachse kommt kein Kleinwagengefühl auf.

Der Antrieb wirkt mit seinen 60 kW/82 PS und 175 Nm spritzig genug, obwohl der Standardsprint 12,1 Sekunden dauert. Bei Ampelgrün vergehen nicht einmal vier Sekunden bis Stadttempo. Zu gering ist lediglich die Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h.

Preis und Ausstattungen
Die Preisliste startet bei 19.990 Euro. Schon das Basismodell Evolution hat den Sieben-Zoll-Tacho, den 10-Zoll-Touchscreen, einzeln um 17 Zentimeter verschiebbare Rücksitze, Klimaanlage, Tempomat, Lane-Assist und Parkpiepser hinten.

Techno bringt um 21.590 Euro zusätzlich die gesamte Google-Welt, die sich samt Laderoutenplanung in den anderen aktuellen Renaults bewährt, den KI-fähigen Avatar Reno, One-Pedal-Driving, Keyless, Klimaautomatik, Radartempomat, Rückfahrkamera, Sicherheitspaket mit Totwinkelwarner, Parkpiepser vorne und sechs Lautsprecher. 

Mit nach vorn gerückten Rücksitzen passen 305 Liter in den Kofferraum.
Mit nach vorn gerückten Rücksitzen passen 305 Liter in den Kofferraum.(Bild: Renault)
Mit den Rücksitzen in Standardposition sind es 205 Liter.
Mit den Rücksitzen in Standardposition sind es 205 Liter.(Bild: Renault)
Klappt man die Rücksitzlehnen um, erhält msn ein dachhohes Ladevolumen von 966 Liter.
Klappt man die Rücksitzlehnen um, erhält msn ein dachhohes Ladevolumen von 966 Liter.(Bild: Renault)
Mit zusätzlich umgeklapptem Beifahrersitz (Techno) kann man bis zu zwei Meter lange Gegenstände ...
Mit zusätzlich umgeklapptem Beifahrersitz (Techno) kann man bis zu zwei Meter lange Gegenstände einladen.(Bild: Renault)
(Bild: Renault)

Das erste Handsfree-Parking im A-Segment kostet im Paket mit Türöffnungs-, Totwinkel- und Querverkehrswarner 720 Euro. Mit allen Optionen und der teuersten Lackfarbe kommt man auf 24.500 Euro. Dann kann man noch mit ein bisschen Zubehör weitere Farbe ins Auto bringen. Oder auch mit „YouClips“ zum Anstecken (dem Stecksystem, das bereits bei Dacia im Einsatz ist). Apropos bunt: Sechs Lackfarben gibt es, Weiß (gratis), Schwarz, Gelb (660 Euro), Grau, Rot und Grün (900 Euro). Wer nicht mit 16-Zoll-Stahlfelgen unterwegs sein will, investiert 720 Euro in 18-Zoll-Alus.

Ein Faltdach ist ebenso wenig zu haben oder auch nur geplant wie eine größere Batterie. So oder so ist der Twingo in der Summe seiner Eigenschaften ein Top-Angebot.

(Bild: Stephan Schätzl)

Fahrzit
Auf Ibiza wurde 2017 Geschichte geschrieben – mit der internationalen Fahrpräsentation 2025 schreibt der Renault Twingo seine eigene dort nun weiter. Im Gegensatz zu den Akteuren von damals steht ihm eine rosige Zukunft bevor, denn er ist durch und durch gelungen. Und durch und durch sympathisch, praktisch, gut.

Warum?
Phantastisches Design
Leicht, wendig, spritzig
Sehr variabler Kofferraum

Warum nicht?
Wem der Akku zu klein ist, hat Pech gehabt.

Oder vielleicht …
… Renault 5, Fiat Grande Panda, Leapmotor T03

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