Tierschützer legt nach

Nach Wildtier-Leitfaden: „Viele wären zu retten“

Niederösterreich
20.05.2026 05:50

Nach dem Wirbel um den Wildtier-Leitfaden des Landes Niederösterreich legt Marcus Serringer vom Tiermedizinischen Zentrum Teesdorf nach. Er spricht von vermeidbarem Leid und unnötigen Tötungen.

Die Diskussion um den umstrittenen Wildtier-Leitfaden für die Polizei reißt nicht ab. Das interne Dokument hatte für Aufregung gesorgt, weil darin unter anderem festgehalten wird, dass verletzte geschützte Wildtiere nicht ungefragt zu Tierärzten oder Auffangstationen gebracht werden sollen. Stattdessen wird auch erklärt, wie Tiere im Ernstfall möglichst rasch mit der Dienstwaffe getötet werden können, um ihnen Leid zu ersparen.

Marcus Serringer, Geschäftsführer des Tiermedizinischen Zentrums Teesdorf im Bezirk Baden, hatte daraufhin massive Kritik geübt. Nachdem der „Krone“-Bericht für zahlreiche, teils emotionale Reaktionen gesorgt hat, legt Serringer nun nach.

Bock erschossen, obwohl Hilfe am Weg war
„Viele Menschen können gar nicht zwischen verschieden schweren Verletzungen unterscheiden“, sagt Serringer. Er erinnert sich an einen jungen Rehbock, der im Wildzaun hängen geblieben war. „Die Feuerwehr war bereits verständigt und am Weg. Der Jäger war leider schneller und hat den jungen Bock sofort erschossen. Der hatte aber keinerlei relevante Verletzungen“, kritisiert er. Serringer sieht sich dadurch in seiner Kritik bestätigt.

Auch weitere Argumente des Landes weist er zurück. „Wir haben noch niemals der Polizei oder der Feuerwehr irgendwelche Kosten für die Versorgung verletzter Tiere in Rechnung gestellt“, betont der Geschäftsführer. Im Leitfaden wird nämlich extra darauf hingewiesen, dass Polizisten auf den Kosten sitzen bleiben würden, wenn sie Tiere eigenhändig zu Tierärzten bringen würden.

Fehlende Tierrettung
Auch die Sorge vor einer zu starken Bindung an den Menschen bei der Pflege kann er nicht nachvollziehen: „Der Kontakt wird so weit als möglich minimiert!“ Besonders wichtig sei ihm aber ein anderer Punkt: „Der Aufbau einer Tierrettung wird in NÖ nach wie vor von der Landesregierung verhindert. Diese könnte in solchen Fällen tatsächlich helfen und tut das in anderen Bundesländern auch schon sehr.“

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