Mit Sohn auf Rückbank

So blockierte Chinese Notrufe um den Song Contest

Wien
20.05.2026 05:30

Mehr als einen Monat lang attackierte ein 32-jähriger Chinese rund um Großveranstaltungen in Wien unzählige Handys, um diese lahmzulegen. Das gefährliche Spiel – die Ermittler gaben nun weitere Details preis – nahm in der Song-Contest-Woche sein Ende. 

Der „Krone“-Bericht über den chinesischen Staatsbürger, der neben anderen nicht genannten Großveranstaltungen wohl auch um Song-Contest-Events in Wien massenhaft Betrugs-SMS verschickt und dabei unzählige Telefone lahmgelegt haben soll, schlug hohe Wellen. Am Dienstag veröffentlichte die Landespolizeidirektion Wien dann weitere Details zu dem 32-Jährigen und seiner doch recht ungewöhnlichen Betrugsmethode.

Mobilfunkanbieter lieferte die erste heiße Spur
Konkret soll ein Mobilfunkanbieter der Polizei gegenüber den Verdacht geäußert haben, dass seit 6. April im Großraum Wien über ein oder mehrere unbekannte Geräte Phishing-SMS in großem Ausmaß – wohl mehrere Millionen betrügerische Kurznachrichten – verschickt worden sein sollen.

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In dem Pkw befand sich auch der sechs Monate alte Sohn des 32-jährigen Chinesen.

Wiens Polizeisprecher Markus Dittrich

Es gelang durch Schwerpunkte am 14. Mai um 15.45 Uhr, den Chinesen ausfindig zu machen – die Cobra nahm den Mann fest. Während der Betrugshandlungen saß der sechs Monate alte Sohn des Verdächtigen auf der Rückbank.

Bis zu 100.000 Nachrichten pro Stunde aus dem Kofferraum
Der Kofferraum des Autos war dagegen voll mit technischem Equipment, unter anderem mit einem sogenannten SMS-Blaster, der bis zu 100.000 Nachrichten verschicken kann – und das laut Polizei pro Stunde. Öffnet man die falschen Paket- oder Mobilfunkanbieter-SMS, sind vorübergehend keine Anrufe mehr möglich – demnach ist auch der Notruf blockiert. 

Ein weiterer SMS-Blaster sowie zahlreiche Handys, Tablets und Laptops lagerten in der Wohnung ...
Ein weiterer SMS-Blaster sowie zahlreiche Handys, Tablets und Laptops lagerten in der Wohnung des Chinesen.(Bild: LPD Wien)

Bei einer Hausdurchsuchung stieß man auf einen weiteren Blaster, zehn Handys, vier Computer und weiteres Equipment. Der Chinese, der sich nun in Haft befindet, zeigt sich geständig.

Die Polizei betont die „ausgezeichnete Zusammenarbeit“ von IT-Ermittlern und Forensikern, Ermittlern des Landeskriminalamtes und den Spezialisten der Cyberabteilung C4 im Bundeskriminalamt.

Ermittlungen gegen die Auftraggeber des Chinesen
Auch die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst sowie die Kompetenzstelle Cybercrime der Staatsanwaltschaft Wien waren in die Ermittlungen und die Festnahme involviert. Es wird weiter ermittelt – auch gegen die Auftraggeber des Chinesen. 

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