Fälle oft unerkannt

Das sind die Tuberkulose-Hotspots in Europa

Gesund
24.03.2026 16:29
Porträt von krone.at
Von krone.at

Jede fünfte Tuberkulose-Erkrankung in Europa bleibt laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unerkannt oder wird nicht gemeldet. Insgesamt sind die Infektionen aber auf dem Rückzug, in Österreich bleiben die Fälle auf niedrigem Niveau stabil.

„Für das Jahr 2025 haben wir bisher 384 Erkrankungen“, sagte Alexander Indra vom Nationalen Referenzzentrum für Tuberkulose. Bei Tuberkulose kommt es oft zu Nachmeldungen, bis die endgültigen Zahlen vorliegen. Europaweit ist 2024 von ungefähr 204.000 Infektionen auszugehen. Weltweit erkrankten etwa elf Millionen Menschen. Besonders betroffen sind Länder wie Indien, Indonesien, China, Pakistan und die Philippinen. In Europa sind die Hotspots die Staaten der ehemaligen UdSSR sowie das Baltikum.

Zu Infektionen kommt es vor allem im engen Zusammenleben, bei mehrstündigem Kontakt in geschlossenen Räumen wie in Massenunterkünften und ähnlichen Einrichtungen. Tuberkulose wird unter anderem über die Luft übertragen. Mögliche Symptome sind Husten, Brustschmerzen und Appetitverlust. Die Bakterien können die Lunge und andere Organe befallen. Ohne Behandlung führt eine Erkrankung laut der WHO bei ungefähr jeder zweiten betroffenen Person zum Tod.

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Tuberkulose wird oft als Krankheit der Vergangenheit wahrgenommen – das Gegenteil ist richtig.

Patrick Georga, Vorstand der deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe

Lücken bei Früherkennung
Allerdings würden viele Fälle unbemerkt bleiben. Europa verfehle wichtige Ziele in Bezug auf Früherkennung, Behandlung und Nachverfolgung, teilte die Weltgesundheitsorganisation mit. Dadurch sei es schwierig, Tuberkulose einzudämmen. „Tuberkulose wird oft als Krankheit der Vergangenheit wahrgenommen – das Gegenteil ist richtig. Wenn TB-Programme ausreichend finanziert werden, sinken die Infektionszahlen. Wenn Mittel fehlen, sterben Menschen. Es liegt am politischen Willen“, sagte Patrick Georga, Vorstand der deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe.

„Menschen, bei denen die Diagnose erst spät gestellt wird, haben ein höheres Risiko, Tuberkulose auf andere zu übertragen, und sind schwerer zu behandeln“, teilte die WHO mit. In Österreich werden laut Indra ungefähr 80 Prozent der Behandelten geheilt. Dass der Wert nicht noch höher sei, habe unter anderem mit Ortswechseln der Betroffenen zu tun. 2024 wurden nur fünf Fälle von schwerer und multiresistenter Tuberkulose registriert, 2025 bisher sechs.

Am 24. März ist der Tuberkulose-Gedenktag. An diesem Tag hat der bekannte Mikrobiologe Robert Koch 1882 das Bakterium entdeckt.

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