Die beiden SPÖ-Länderspitzen, Daniel Fellner (Kärnten) und Max Lercher (Steiermark), kritisieren ihre Partei für die Außendarstellung. Fellner schießt zudem gegen Kickl und lässt durchblitzen, dass er bald Landeshauptmann wird.
„Krone“: Herr Lercher, Herr Fellner, vor etwas mehr als einer Woche hat Christian Kern bekannt gegeben, dass er nicht gegen Bundesparteichef Andreas Babler in den Ring steigen möchte. Sie sollen ihn beide unterstützt haben. Wie steht die Partei nach seiner Entscheidung nun da?
Daniel Fellner: Meine Position hat sich nie geändert. Ein Gegenkandidat ist immer etwas Erfrischendes und auch ich habe mich über die Bekanntgabe einer weiteren Kandidatur in Kärnten sehr gefreut. Eine Partei, die Demokratie in ihrem Namen trägt, braucht davor keine Angst zu haben. Mich hätte ein Gegenkandidat gefreut. Wir haben als Landesparteivorsitzende auch die Aufgabe, nicht nur auf die Landsleute zu schauen, sondern auch darüber hinaus. Deshalb war es gut, einmal ein gemeinsames Gespräch mit dem Wiener Bürgermeister zu führen. Es war gut, dass Christian Kern danach klar Position bezogen hat. Wenn Kern angetreten wäre, hätte es einen Sieger gegeben. Prinzipiell ist es immer besser, sich für jemanden entscheiden zu können. Das wirkt auch in der Symbolik besser.
Max Lercher: Wenn jemand kandidieren will, dann sollte er das auch tun können. Da gab es auch ein breites Einvernehmen zwischen uns Ländern. Jetzt gibt es keinen Gegenkandidaten auf dem Parteitag und es ist auch in Ordnung. Diese Debatte hat uns intern auch weiter gebracht. Es sollte nicht nur um die Namen gehen, sondern auch um die Inhalte. Wir haben in der Sozialdemokratie schon historisch gesehen immer verschiedene Interessenslagen. Wir müssen eine positive Konfliktkultur darauf formen. Da war nichts gehässig daran.
Fellner (lacht): Du hast zwei Flügel und bist ein Engel, Max.
Lercher (lacht): Das hat mir noch nie jemand gesagt. Andere würden anderes sagen.
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