Start verzögert

Zehntausende Pride-Besucher trotzen dem Regen

Wien
13.06.2026 16:47

Ausgerechnet zum Start der Pride ist eine Unwetterzelle über die Bundeshauptstadt gezogen. Die Besucherinnen und Besucher haben sich vom Regen jedoch nicht die gute Laune verderben lassen. In bunten Farben tanzten hunderttausende Menschen den Ring entlang.

Am Samstag wüteten Regenschauer und Sturmböen vor allem in Wien. GeoSphere Austria warnte vor Gewittern, in Teilen der Stadt war sogar von Hagel die Rede – nicht gerade ideale Bedingungen für die diesjährige Pride Parade, deren Start sich deshalb auch um 20 Minuten verzögerte.

Trotz Regenwetters gut besucht
Trotz des Regens sind am Samstag zu Mittag hunderttausende Menschen zur Regenbogenparade am Wiener Ring geströmt. Auch bei Schlechtwetter seien „alle geblieben“, so Organisatorin Katharina Kacerovsky-Strobl. Laut Veranstaltungsteam strömten am Samstag insgesamt rund 320.000 Menschen auf den Wiener Ring.

Am Nachmittag war die Pride dann in vollem Gange. In der gesamten Innenstadt wurde gefeiert und getanzt, die Stimmung war ausgelassen. Auch die Polizei meldete bis zum Nachmittag keine besonderen Zwischenfälle.

Am Samstag wurde die Pride bereits zum 30. Mal gefeiert.
Am Samstag wurde die Pride bereits zum 30. Mal gefeiert.(Bild: Imre Antal)
Auch Partnerkostüme waren im Trend.
Auch Partnerkostüme waren im Trend.(Bild: Imre Antal)
Hunderttausende Menschen in bunten Farben nahmen an der Parade Teil.
Hunderttausende Menschen in bunten Farben nahmen an der Parade Teil.(Bild: Imre Antal)
Nach dem Motto: „Umso ausgefallener, desto besser“
Nach dem Motto: „Umso ausgefallener, desto besser“(Bild: Imre Antal)
Die Pride ist jedes Jahr auf zahlreiche freiwillige Helfer:innen angewiesen.
Die Pride ist jedes Jahr auf zahlreiche freiwillige Helfer:innen angewiesen.(Bild: Imre Antal)

„30 Jahre Pride“
Die Regenbogenparade findet heuer bereits zum 30. Mal statt – mit „Sichtbar seit 1996“ wurde auch ein entsprechendes Motto gewählt. Die Parade ist die größte Demonstration für die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender, intergeschlechtlichen und queeren Menschen in Österreich. Zuletzt nahmen bis zu 300.000 Menschen an dem politischen Fest teil.

Zitat Icon

Wir erwarten uns endlich konkrete Schritte statt bloßer Versprechen.

Ann-Sophie Otte, Obfrau der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien

Parade soll bis circa 16 Uhr dauern
Die Route führt wieder vom Parlament über den Heldenplatz, die Wiener Staatsoper, den Stubenring, die Urania und den Schwedenplatz bis zum Franz-Josefs-Kai, weiter über die Börse zum Schottentor und schließlich zurück zum Rathausplatz, wo die Pride Celebration stattfindet. Dort treten unter anderem die ESC-Stars JJ und Conchita Wurst auf. Da am Rathausplatz aus Sicherheitsgründen keine Regenschirme erlaubt sind, empfehlen sich Regenponchos und gegebenenfalls Wechselkleidung.

Regenbogenparade bedeutet auch Verkehrschaos
Für den Verkehr in der Stadt stellt die Pride Parade eine Herausforderung dar. Besonders für Autofahrerinnen und -fahrer gibt es massive Einschränkungen. Der ÖAMTC rät dazu, deutlich mehr Zeit einzuplanen und wenn möglich auf die Öffis umzusteigen. Nach aktuellen Planungen soll die Pride bis 19 Uhr dauern, erst dann werden die Sperren nach und nach aufgehoben.

„Pride heuer politischer denn je“ 
„Unsere Rechte stehen unter Druck, und genau deshalb ist Pride heute politischer als seit vielen Jahren“, hieß es vonseiten der Veranstalterinnen gegenüber der APA. Auch Ann-Sophie Otte, Obfrau der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien, unterstrich, dass die Parade in den 30 Jahren Fortschritte erkämpft hat. „Trotzdem ist Österreich im europäischen Vergleich weit abgeschlagen. Die Bundesregierung hat vor einem Jahr das größte LGBTIQ-Paket, das je in einem Regierungsprogramm angekündigt wurde, präsentiert, umgesetzt wurde bisher jedoch kaum etwas.“

„Wollen keine leeren Versprechen“
„Wir erwarten uns endlich konkrete Schritte statt bloßer Versprechen. Ein umfassender Diskriminierungsschutz, die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans gegen Hate Crime und ein Verbot von Konversionstherapien sind keine Sonderwünsche, sondern Fragen der Menschenrechte“, so Otte.

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